Mittwoch, 31. Mai 2017

{Rezension} Exit West von Mohsin Hamid

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Als Nadia und Saeed sich kennen lernen wird ihre Heimat zwar von Krieg bedroht, doch ihr Leben ist dadurch noch nicht besonders stark betroffen. Doch während sich die beiden immer näher kommen verschlechtert sich die Situation in ihrer Heimatstadt immer mehr und offener Krieg bricht aus. Gleichzeitig tauchen auf der ganzen Welt immer mehr mysteriöse Türen auf welche zu den unterschiedlichsten Orten führen. Auch Nadia und Saeed haben von diesen Türen gehört doch während sie anfangs diesen Geschichten nicht wirklich Glauben schenken, scheinen diese Türen irgendwann ihre letzte Chance zu entkommen...
Exit West ist ein absolut ungewöhnliches Buch und ich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen. Dennoch hat mich der Klappentext sofort neugierig gemacht. Ich konnte mir ehrlich gesagt nicht besonders viel darunter vorstellen, doch ich war gespannt auf diese Geschichte welche die sehr aktuelle Flüchtlingsthematik mit diesem fantastischen Element der Türen verbindet. Auch nach dem Lesen gelingt es mir nicht so wirklich dieses Buch zu beschreiben und so kann ich nur schon mal sagen, dass falls das Folgende eure Interesse auch nur ein bisschen weckt, ihr unbedingt einfach mal reinlesen solltet. 

Die Geschichte von Nadia und Saeed beginnt in einer Stadt wohl irgendwo im Nahen oder Mittleren Osten, deren Namen jedoch nie genannt wird. Die Geschichte wird sowohl aus der Sicht von Nadia als auch von Saeed erzählt und mir hat sehr gut gefallen, dass bereits auf den ersten Seiten so einige Stereotypen über den Haufen geworfen werden. So ist Nadia beispielsweise eine sehr unabhängige junge Frau die Motorrad fährt und alles andere als gläubig ist, obschon sie sich in der Öffentlichkeit komplett verhüllt. 

Doch obschon es dem Autor sehr gut gelingt Nadia und Saeed direkt menschlich und authentisch wirken zu lassen und es mir sehr gut gefallen hat, nicht nur zu erleben wie sich die Beziehung der beiden entwickelt, sondern wie sich auch ihr gesamtes Leben verändert, während ihre Stadt immer mehr zum Kriegsschauplatz wird, fiel es mir doch lange schwer einen Zugang zu ihnen zu finden. Ich fühlte mich eher wie ein aussenstehender Beobachter. Dies lag möglicherweise auch etwas am Schreibstil des Autors, es gibt in dem Buch nämlich kaum Dialog und stattdessen teilweise fast seitenlange Sätze. 

Leider habe ich mich manchmal von der Länge der Sätze etwas ablenken lassen, obschon diese eigentlich nicht zu kompliziert oder verschachtelt waren, sondern der Autor richtig toll und atmosphärisch schreibt. Der Autor beschreibt die Geschehnisse sehr realistisch und obschon das Buch eigentlich sehr kurz ist passiert darin unglaublich viel. Allein der schleichende Ausbruch des Krieges wird auf sehr eindrückliche und erschreckende Art geschildert. Die Geschichte nimmt auch einige Wendungen die ich anfangs nie erwartet hätte und mit der Zeit hatte ich dann auch mehr das Gefühl einen Zugang zu Nadia und Saeed zu finden. 

Dem Autor ist es besonders durch das Element der Türen gelungen ein sehr aktuelles und allgegenwärtiges Thema auf eine ungewöhnliche und doch irgendwie glaubwürdige Weise zu schildern. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an und wirft viele Fragen auf, die man sich so vielleicht noch nie gestellt hat, dabei wirkt es jedoch nie belehrend oder als würde einem eine gewisse Sichtweise aufgedrängt. 
Exit West befasst sich auf ungewöhnliche Weise mit einem sehr aktuellen Thema. Das Buch ist kein Page-Turner, man muss sich Zeit lassen beim Lesen, es teilweise auch mal zur Seite legen, denn es ist keine leichte Kost und regt sehr zum Nachdenken an. Es lohnt sich auf jeden Fall am Anfang dran zu bleiben auch wenn es eher schwer fällt einen Zugang zu den Charakteren zu finden, denn Nadia und Saeeds Geschichte hält auch einige Überraschungen bereit. 
 Titel: Exit West
Autor: Mohsin Hamid
Erschienen: 1. März 2017
Seitenzahl: 230 Seiten
ISBN: 9780241290088
Mohsin Hamid writes regularly for The New York Times, the Guardian and the New York Review of Books, and is the author of The Reluctant Fundamentalist, Moth Smoke,How to Get Filthy Rich in Rising Asia and Discontent and its Civilisations. Born and mostly raised in Lahore, he has since lived between Lahore, London and New York. His next novel, Exit West, will be published by Hamish Hamilton in spring 2017. (Quelle: Penguin UK)

Donnerstag, 25. Mai 2017

{Neuzugänge} Deutsche Bücher





















Ich habe meine Neuzugänge-Posts dieses Jahr bisher schrecklich vernachlässigt. So sehr, dass ich euch noch keinen einzigen meiner Neuzugänge aus diesem Jahr bisher vorgestellt habe. Dabei ist in den ersten knapp fünf Monaten dieses Jahres schon einiges zusammengekommen. Daher erwartet euch nach diesem Post auch in den nächsten Tagen direkt noch ein ähnlich grosser Stapel mit englischen Neuzugängen! 

Die Bücher folgen keiner bestimmten Reihenfolge:

Unsterblich - Tod der Ewigkeit von Julie Kagawa
Ich habe lange darauf gewartet, dass der dritte Teil dieser Vampir-Dystopie von Julie Kagawa endlich auf deutsch übersetzt wird und so durfte das Buch auch direkt zum Erscheinen bei mir einziehen. Gelesen habe ich es leider noch nicht, aber meine Rezis zu den vorherigen Teilen findet ihr HIER & HIER.  

Der goldene Kompass von Philip Pullman
Hier habe ich leider bisher weder das Buch gelesen noch den Film gesehen aber da ich schon sehr viel Gutes über die Trilogie gehört habe, habe ich mir das Buch gekauft als ich es günstig gebraucht fand.

Die Beschenkte von Kristin Cashore
Auch dieses Buch habe ich günstig gebraucht gekauft, ich hatte es vor einigen Jahr bereits einmal gelesen und kann mich jedoch kaum mehr daran erinnern, ausser das ich es toll fand. Ich hoffe ich finde bald mal Zeit für einen re-read. 

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten von Becky Chambers
Eigentlich lese ich ja nicht so viel Science-Fiction aber das Buch konnte durch den tollen Titel meine Aufmerksamkeit gewinnen und der Klappentext klingt auch echt gut. Ich freue mich auch etwas mehr in mir unbekannte Genres einzutauchen. 

Skulduggery Pleasant - Das Sterben des Lichts von Derek Landy
Dieser Titel klingt ja mal super dramatisch! Ich habe allerdings keine Ahnung was es damit auf sich hat und will es ehrlich gesagt auch nicht wissen, denn im Moment lese ich gerade erst den 6. Teil. Dennoch bin ich froh nun die Reihe (bis den neuen 10. Teil) komplett zu haben, da mich die Reihe bisher nie enttäuscht hat. 

Die Lügen des Locke Lamora von Scott Lynch
Dieses Buch wurde mir im Buchladen von einem Verkäufer wärmstens empfohlen und klang so gut, dass es unbedingt gekauft werden musste. Ich hoffe ja, dass es ein bisschen wie "Mistborn" von Brandon Sanderson sein könnte. 

Eis wie Feuer von Sara Raasch
Durfte als Rezensionsexemplar über das Bloggerportal bei mir einziehen - herzlichen Dank an den Verlag. Ich habe mich sehr auf die Fortsetzung zu Schnee wie Asche gefreut, jedoch konnte mich dieser Teil nicht mehr so überzeugen wie  noch der Erste. Meine Rezi findet ihr HIER.

Caraval von Stephanie Garber
Auch Caraval durfte bei mir als eine Rezensionsexemplar einziehen - auch hier herzlichen Dank an den Verlag. Auch wenn ich den Hype um dieses Buch gewissermassen verstehen kann, da eine ziemlich interessante Idee dahinter steckt, hatte ich doch ein paar Probleme mit dem Buch. Meine Rezi gibts HIER.

Digby #02 - Zu cool zum Sterben von Stephanie Tromly
Ich habe schon lange keiner Fortsetzung mehr so entgegengefiebert wie es bei Digby #02 der Fall war, auch hier einen herzlichen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar. In diesem Fall hat mich die Fortsetzung auch alles andere als enttäuscht sondern war noch immer genauso lustig, abgedreht und spannend wie der erste Teil. Zu meiner Rezi geht es HIER.

Nova & Avon - Mein böser, böser Zwilling von Tanja Voosen
Nova & Avon ist das erste Kinderbuch von Tanja und da mich ihre Contemporary Romane bisher immer überzeugen konnten (und das Buch echt traumhaft aussieht) durfte es auch direkt zum Erscheinungstermin bei mir einziehen. Es wurde auch bereits gelesen und für absolut gelungen empfunden, meine Kurzrezi gibts HIER.

P.S. I Still Love You von Jenny Han
Nachdem mich To All the Boys I've Loved Before absolut begeistern konnte (Rezi gibts HIER) durfte natürlich auch der zweite Teil bei mir einziehen. Ich habe das Buch jedoch gespart da es für mich ein typisches Sommerbuch ist. Wenn das Wetter jedoch hält wird es nun bestimmt bald verschlungen. 

Götterfunke - Liebe mich nicht von Marah Woolf
Dieses Buch durfte aufgrund meiner unüberwindbaren Schwäche für Jugendbücher mit mythologischen Elementen (besonders griechische Mythologie) als Rezensionsexemplar bei mir einziehen - herzlichen Dank an den Verlag. Insgesamt war es mir oftmals etwas zu oberflächlich doch auch sehr kurzweilig, meine Rezi findet ihr HIER.

Nur drei Worte von Becky Albertalli
Über dieses Buch habe ich so unglaublich viel Gutes gehört und dann soll es auch noch verfilmt werden! Als ich es total günstig gebraucht gefunden habe, habe ich daher keine Sekunde gezögert und es durfte bei mir einziehen. Ich glaube das wird auch ein richtig super Sommerbuch.

So, dass waren (fast) alle meine deutschen Neuzugänge aus den ersten fünf Monaten des bisherigen Monates, aber keine Angst es sind auch noch einige englische Bücher bei mir eingezogen und zudem sind auch noch einige auf dem Weg zu mir... Ja ich glaube das Wachstum meines SuB ist nicht aufzuhalten...

Kennt ihr eines der Bücher? Welches muss ich unbedingt als Erstes lesen? 
(Bitte nehmt mir diese Entscheidung ab...xD)

Ich wünsche euch allen einen sonnigen Tag!

Samstag, 20. Mai 2017

{Rezension} Caraval von Stephanie Garber

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Schon seit sie als kleines Kind von ihrer Grossmutter Geschichten über Caraval erzählt bekommen hat, hat Scarlett davon geträumt das Festival selbst einmal zu besuchen. Jedes Jahr hat sie darauf gehofft, dass Caraval auf ihre Insel kommen würde und hat Legend, dem geheimnisvollen Veranstalter von Caraval, Briefe geschrieben. Doch nie ist ihr Wunsch wahr geworden und nun soll Scarlett schon bald heiraten und so schreibt sie einen letzten Brief an Legend. Zu ihrer Überraschung erhält sie tatsächlich eine Antwort und wird von Legend persönlich eingeladen. Als das Spiel jedoch beginnt und ihre Schwester Tella entführt, wird aus dem Spiel schnell bitterer Ernst...
Caraval hat mein Interesse besonders durch den Schauplatz dieses mysteriösen, magischen Spiels, in welchem man nicht weiss, was echt ist und was Täuschung, gewonnen und dieses Spiel war es schliesslich auch, was mir an dem Buch am besten gefallen hat. Caraval erinnert ein bisschen an einen Zirkus oder ein Theater, doch die Besucher müssen sich nicht damit begnügen zuzuschauen sie können sich auch dafür entscheiden mitzuspielen und dabei sogar einen tollen Gewinn, in Form eines Wunsches, erhalten.

Was märchenhaft klingt stellt sich jedoch schnell als ziemlich gefährlich heraus, denn obschon Scarlett, bevor sie das Spiel betritt, immer wieder eingeschärft wird, dass alles nur eine Illusion ist, ist doch bereits mindestens eine Person während dem Spiel gestorben. Durch den mysteriösen Schauplatz und der Tatsache, dass man sich als Leser genauso wie Scarlett nie ganz sicher sein kann, was nun echt ist, baut sich schnell Spannung auf. Durch die Wendungen, welche das Spiel bereithält, wird die Geschichte auch nie langweilig und ich habe ständig mit Scarlett mitgefiebert, dass sie ihre Schwester wieder findet.

Aber hier kommen wir leider schon zu meinen Problemen mit dem Buch. Ich mag es eigentlich sehr, wenn in Büchern die Beziehungen von Schwestern so im Zentrum stehen, wie es hier der Fall ist und ich konnte gewissermassen Scarletts Sorge um ihre Schwester auch verstehen, aber irgendwann wurde es einfach zu viel, besonders da Tella eigentlich nur ein Jahr jünger ist als Scarlett und Scarlett selbst oftmals sehr naiv wirkt. 

Zudem erfährt man kaum etwas über Tella, da sie ziemlich früh in der Geschichte verschwindet und das, was man über sie erfährt lässt sie nicht besonders sympathisch erscheinen. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nur bedingt begeistern, auch wenn mir Julian grundsätzlich sympathisch war. Ich mochte, dass seine Figur lange sehr mysteriös bleibt und mir hat auch gut gefallen, wie sich die Beziehung zwischen ihm und Scarlett entwickelt hat. 

Etwas was mich eher hintergründig durchgehend etwas gestört hat war, dass während Caraval ein richtig toller Schauplatz ist, man kaum etwas über die restliche Welt erfährt. Man erfährt zwar ein bisschen etwas über die Insel auf der Scarlett und Tella leben, aber ich konnte mir kaum ein Bild der Welt machen. Auch wie die Magie in dieser Welt funktioniert wird leider nie erklärt und so wirkt es teilweise fast zu praktisch wie diese wirkt.

Die Geschichte ist insgesamt super unterhaltsam und wird nie langweilig. Allerdings haben mir gewisse Wendungen am Ende des Buches gar nicht gut gefallen da mir einiges zu weit hergeholte wirkte und auch einige Figuren ziemlich unsympathisch gemacht hat, weshalb ich schlussendlich doch eher enttäusch war von Caraval.
Caraval konnte meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllen. Die Geschichte war zwar durchgehend unterhaltsam und Caraval ein magischer und ungewöhnlicher Schauplatz, doch blasse Charaktere sowie zu wenig Erklärung zu der Welt und der Magie darin haben mein Lesevergnügen etwas getrübt. Zudem konnten mich gewisse Wendungen zwar positiv überraschen, doch am Ende wirkte doch einiges einfach etwas unlogisch. 
 Titel: Caraval
Autorin: Stephanie Garber
Übersetzerin: Diana Bürgel
Verlag: ivi
Erschienen: 20. März 2017
Seitenzahl: 400 Seiten
ISBN: 978-3-492-70416-8

Stephanie Garber wuchs in Kalifornien auf, wo sie oft mit Anne Shirley, Jo March und anderen Romanfiguren mit ungezügelter Vorstellungskraft verglichen wurde. Neben ihrer Arbeit als Autorin ist sie Lehrkraft für Kreatives Schreiben und träumt von ihren nächsten großen Abenteuern. Sie wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem Legend ihr eine Eintrittskarte für Caraval schickt. (Quelle: ivi Verlag)

Mittwoch, 3. Mai 2017

{Rezension} Digby #02 - Zu cool zum Sterben von Stephanie Tromly

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*Warnung: Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil einer Trilogie, die Rezension enthält Spoiler für den ersten Teil!*
Fünf Monate sind vergangen seit dem Kuss an der Bushaltestelle und Digby hat die ganze Zeit nichts von sich hören lassen. Doch jetzt ist er plötzlich wieder da und Zoes Leben, welches in den letzten paar Monaten richtig schön normal, wird wieder auf den Kopf gestellt. Eigentlich lief es richtig gut für Zoe, sie hat einen richtig süssen und beliebten Freund und auch ein paar komplett normale Freundinnen, doch natürlich kann sie nicht nein sagen, als Digby sie wieder in seine Ermittlungen einspannt. Irgendwie haben ihr das Chaos und der Nervenkitzel vielleicht sogar ein bisschen gefehlt...
Kennt ihr das, wenn man während dem Lesen von einem Buch total begeistert ist aber nachdem man es beendet hat bekommt man immer mehr das Gefühl, dass es doch nicht so toll war? Mir ist mit dem ersten Teil von Digby genau das Gegenteil passiert. Schon während dem Lesen hat mir das Buch nicht schlecht gefallen, ich habe den Humor geliebt und fühlte mich super unterhalten. In den Monaten die seither vergangen sind, ist meine Begeisterung jedoch nur noch gewachsen und ich habe diesem zweiten Teil entgegengefiebert wie kaum einem anderen Buch. 

Meine Erwartungen waren natürlich dementsprechend hoch, doch ich wurde nicht enttäuscht. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt bezieht sich auf das merkwürdige Liebesdreieck (oder Viereck?), welches einfach echt nicht nötig gewesen wäre, da wohl jedem klar sein dürfte, dass Zoe nicht wirklich mit dem langweiligen Austin zusammengehört. Auch die Sache mit Digby und Bill hat für mich einfach nicht gepasst. Ich hätte Zoe und Digby am liebsten angeschrien, dass sie doch endlich zusammenkommen sollen. 

Was mir aber super gefallen hat war, dass in diesem Teil Zoe und Digby nicht mehr die einzigen Figuren sind, welche glänzen. Auch Figuren wie Sloane und Henry, welche im ersten Teil noch eher flach blieben sind mir hier total ans Herz gewachsen. Felix ist und bleibt natürlich super süss. Digby und Zoe sind natürlich trotzdem noch immer das absolut beste Team. Die beiden ergänzen einander einfach super. Beide sind super sympathisch und ziemlich verrückt. Digby ist und bleibt mit seinem direkten und teilweise nicht sehr höflichen Auftreten total unmöglich, doch Zoe kann ihm locker die Stirn bieten. 

Die Dialoge, besonders zwischen Digby und Zoe, sind wieder wirklich toll und total humorvoll, die beiden sind einfach super schlagfertig. Doch nicht nur die Dialoge sind lustig, Zoe und Digby (und teilweise auch Sloane, Henry und Felix) schlittern wieder von einer total abgedrehten und verrückten Situation in die nächste. Die Geschichte ist dadurch natürlich nicht unbedingt realistisch, aber dafür umso lustiger und macht einfach extrem viel Spass zu lesen. Allerdings gibt es in der Geschichte auch ernste Momente besonders, wenn man bedenkt, dass Digby eigentlich die Entführung seiner eigenen Schwester aufzuklären versucht.

Hier kann man möglicherweise auch sehen, dass das Buch ein kleines bisschen unter dem Mittelteilsyndrom leidet, denn während man doch viel Neues erfährt über das Rätsel rund um Sally bleibt auch irgendwie immer klar, dass noch nicht alles aufgelöst werden kann, da schliesslich noch ein Teil folgt und so blieb auch das Ende etwas enttäuschend für mich. Dennoch hat Stephanie Tromly es wieder geschafft mich mit verschiedenen Wendungen zu überraschen und ich bin super gespannt was uns im dritten Teil noch alles erwartet. 
Genau wie schon der erste Teil hat Digby #02 einfach super viel Spass gemacht und ist wieder eines dieser Bücher, welche man am liebsten direkt in einem Rutsch lesen würde. Zoe, Digby und ihre Freunde stolpern von einer irrwitzigen Situation in die nächste und teilweise bekommt man beim Lesen richtige Lachanfälle. Doch es gibt auch ernste Momente und während gewisse Figuren im ersten Teil noch etwas stereotypisch blieben, erhalten sie hier zusätzliche Tiefe. Auch wenn das Buch etwas unter dem Mittelteilsyndrom leidet konnte mich die Autorin mit einigen Wendungen überraschen. Der dritte Teil kann nicht schnell genug kommen. 
 Titel: Digby #02 - Zu cool zum Sterben
Originaltitel: Trouble Makes a Comeback
Autorin: Stephanie Tromly
Übersetzerin: Sylke Hachmeister
Verlag: Oetinger
Erschienen: 20. März 2017
Seitenzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-7891-4810-1
Stephanie Tromly, in Manila auf den Philippinen geboren, in Hongkong aufgewachsen, arbeitete nach ihrem Universitätsabschluss als Drehbuchautorin in Los Angeles. Heute ist sie freie Autorin und lebt mit ihrer Familie in Winnipeg. Die sarkastisch, frisch und witzig erzählten Geschichten von Digby sind ihr erfolgreiches Debüt im Jugendbuch-Bereich. (Quelle: Oetinger Verlag)