Samstag, 20. Mai 2017

{Rezension} Caraval von Stephanie Garber

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Schon seit sie als kleines Kind von ihrer Grossmutter Geschichten über Caraval erzählt bekommen hat, hat Scarlett davon geträumt das Festival selbst einmal zu besuchen. Jedes Jahr hat sie darauf gehofft, dass Caraval auf ihre Insel kommen würde und hat Legend, dem geheimnisvollen Veranstalter von Caraval, Briefe geschrieben. Doch nie ist ihr Wunsch wahr geworden und nun soll Scarlett schon bald heiraten und so schreibt sie einen letzten Brief an Legend. Zu ihrer Überraschung erhält sie tatsächlich eine Antwort und wird von Legend persönlich eingeladen. Als das Spiel jedoch beginnt und ihre Schwester Tella entführt, wird aus dem Spiel schnell bitterer Ernst...
Caraval hat mein Interesse besonders durch den Schauplatz dieses mysteriösen, magischen Spiels, in welchem man nicht weiss, was echt ist und was Täuschung, gewonnen und dieses Spiel war es schliesslich auch, was mir an dem Buch am besten gefallen hat. Caraval erinnert ein bisschen an einen Zirkus oder ein Theater, doch die Besucher müssen sich nicht damit begnügen zuzuschauen sie können sich auch dafür entscheiden mitzuspielen und dabei sogar einen tollen Gewinn, in Form eines Wunsches, erhalten.

Was märchenhaft klingt stellt sich jedoch schnell als ziemlich gefährlich heraus, denn obschon Scarlett, bevor sie das Spiel betritt, immer wieder eingeschärft wird, dass alles nur eine Illusion ist, ist doch bereits mindestens eine Person während dem Spiel gestorben. Durch den mysteriösen Schauplatz und der Tatsache, dass man sich als Leser genauso wie Scarlett nie ganz sicher sein kann, was nun echt ist, baut sich schnell Spannung auf. Durch die Wendungen, welche das Spiel bereithält, wird die Geschichte auch nie langweilig und ich habe ständig mit Scarlett mitgefiebert, dass sie ihre Schwester wieder findet.

Aber hier kommen wir leider schon zu meinen Problemen mit dem Buch. Ich mag es eigentlich sehr, wenn in Büchern die Beziehungen von Schwestern so im Zentrum stehen, wie es hier der Fall ist und ich konnte gewissermassen Scarletts Sorge um ihre Schwester auch verstehen, aber irgendwann wurde es einfach zu viel, besonders da Tella eigentlich nur ein Jahr jünger ist als Scarlett und Scarlett selbst oftmals sehr naiv wirkt. 

Zudem erfährt man kaum etwas über Tella, da sie ziemlich früh in der Geschichte verschwindet und das, was man über sie erfährt lässt sie nicht besonders sympathisch erscheinen. Auch die Liebesgeschichte konnte mich nur bedingt begeistern, auch wenn mir Julian grundsätzlich sympathisch war. Ich mochte, dass seine Figur lange sehr mysteriös bleibt und mir hat auch gut gefallen, wie sich die Beziehung zwischen ihm und Scarlett entwickelt hat. 

Etwas was mich eher hintergründig durchgehend etwas gestört hat war, dass während Caraval ein richtig toller Schauplatz ist, man kaum etwas über die restliche Welt erfährt. Man erfährt zwar ein bisschen etwas über die Insel auf der Scarlett und Tella leben, aber ich konnte mir kaum ein Bild der Welt machen. Auch wie die Magie in dieser Welt funktioniert wird leider nie erklärt und so wirkt es teilweise fast zu praktisch wie diese wirkt.

Die Geschichte ist insgesamt super unterhaltsam und wird nie langweilig. Allerdings haben mir gewisse Wendungen am Ende des Buches gar nicht gut gefallen da mir einiges zu weit hergeholte wirkte und auch einige Figuren ziemlich unsympathisch gemacht hat, weshalb ich schlussendlich doch eher enttäusch war von Caraval.
Caraval konnte meine hohen Erwartungen leider nicht erfüllen. Die Geschichte war zwar durchgehend unterhaltsam und Carval ein magischer und ungewöhnlicher Schauplatz, doch blasse Charaktere sowie zu wenig Erklärung zu der Welt und der Magie darin haben mein Lesevergnügen etwas getrübt. Zudem konnten mich gewisse Wendungen zwar positiv überraschen, doch am Ende wirkte doch einiges einfach etwas unlogisch. 
 Titel: Caraval
Autorin: Stephanie Garber
Übersetzerin: Diana Bürgel
Verlag: ivi
Erschienen: 20. März 2017
Seitenzahl: 400 Seiten
ISBN: 978-3-492-70416-8

Stephanie Garber wuchs in Kalifornien auf, wo sie oft mit Anne Shirley, Jo March und anderen Romanfiguren mit ungezügelter Vorstellungskraft verglichen wurde. Neben ihrer Arbeit als Autorin ist sie Lehrkraft für Kreatives Schreiben und träumt von ihren nächsten großen Abenteuern. Sie wartet sehnsüchtig auf den Tag, an dem Legend ihr eine Eintrittskarte für Caraval schickt. (Quelle: ivi Verlag)

Mittwoch, 3. Mai 2017

{Rezension} Digby #02 - Zu cool zum Sterben von Stephanie Tromly

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*Warnung: Es handelt sich hierbei um den zweiten Teil einer Trilogie, die Rezension enthält Spoiler für den ersten Teil!*
Fünf Monate sind vergangen seit dem Kuss an der Bushaltestelle und Digby hat die ganze Zeit nichts von sich hören lassen. Doch jetzt ist er plötzlich wieder da und Zoes Leben, welches in den letzten paar Monaten richtig schön normal, wird wieder auf den Kopf gestellt. Eigentlich lief es richtig gut für Zoe, sie hat einen richtig süssen und beliebten Freund und auch ein paar komplett normale Freundinnen, doch natürlich kann sie nicht nein sagen, als Digby sie wieder in seine Ermittlungen einspannt. Irgendwie haben ihr das Chaos und der Nervenkitzel vielleicht sogar ein bisschen gefehlt...
Kennt ihr das, wenn man während dem Lesen von einem Buch total begeistert ist aber nachdem man es beendet hat bekommt man immer mehr das Gefühl, dass es doch nicht so toll war? Mir ist mit dem ersten Teil von Digby genau das Gegenteil passiert. Schon während dem Lesen hat mir das Buch nicht schlecht gefallen, ich habe den Humor geliebt und fühlte mich super unterhalten. In den Monaten die seither vergangen sind, ist meine Begeisterung jedoch nur noch gewachsen und ich habe diesem zweiten Teil entgegengefiebert wie kaum einem anderen Buch. 

Meine Erwartungen waren natürlich dementsprechend hoch, doch ich wurde nicht enttäuscht. Mein einziger wirklicher Kritikpunkt bezieht sich auf das merkwürdige Liebesdreieck (oder Viereck?), welches einfach echt nicht nötig gewesen wäre, da wohl jedem klar sein dürfte, dass Zoe nicht wirklich mit dem langweiligen Austin zusammengehört. Auch die Sache mit Digby und Bill hat für mich einfach nicht gepasst. Ich hätte Zoe und Digby am liebsten angeschrien, dass sie doch endlich zusammenkommen sollen. 

Was mir aber super gefallen hat war, dass in diesem Teil Zoe und Digby nicht mehr die einzigen Figuren sind, welche glänzen. Auch Figuren wie Sloane und Henry, welche im ersten Teil noch eher flach blieben sind mir hier total ans Herz gewachsen. Felix ist und bleibt natürlich super süss. Digby und Zoe sind natürlich trotzdem noch immer das absolut beste Team. Die beiden ergänzen einander einfach super. Beide sind super sympathisch und ziemlich verrückt. Digby ist und bleibt mit seinem direkten und teilweise nicht sehr höflichen Auftreten total unmöglich, doch Zoe kann ihm locker die Stirn bieten. 

Die Dialoge, besonders zwischen Digby und Zoe, sind wieder wirklich toll und total humorvoll, die beiden sind einfach super schlagfertig. Doch nicht nur die Dialoge sind lustig, Zoe und Digby (und teilweise auch Sloane, Henry und Felix) schlittern wieder von einer total abgedrehten und verrückten Situation in die nächste. Die Geschichte ist dadurch natürlich nicht unbedingt realistisch, aber dafür umso lustiger und macht einfach extrem viel Spass zu lesen. Allerdings gibt es in der Geschichte auch ernste Momente besonders, wenn man bedenkt, dass Digby eigentlich die Entführung seiner eigenen Schwester aufzuklären versucht.

Hier kann man möglicherweise auch sehen, dass das Buch ein kleines bisschen unter dem Mittelteilsyndrom leidet, denn während man doch viel Neues erfährt über das Rätsel rund um Sally bleibt auch irgendwie immer klar, dass noch nicht alles aufgelöst werden kann, da schliesslich noch ein Teil folgt und so blieb auch das Ende etwas enttäuschend für mich. Dennoch hat Stephanie Tromly es wieder geschafft mich mit verschiedenen Wendungen zu überraschen und ich bin super gespannt was uns im dritten Teil noch alles erwartet. 
Genau wie schon der erste Teil hat Digby #02 einfach super viel Spass gemacht und ist wieder eines dieser Bücher, welche man am liebsten direkt in einem Rutsch lesen würde. Zoe, Digby und ihre Freunde stolpern von einer irrwitzigen Situation in die nächste und teilweise bekommt man beim Lesen richtige Lachanfälle. Doch es gibt auch ernste Momente und während gewisse Figuren im ersten Teil noch etwas stereotypisch blieben, erhalten sie hier zusätzliche Tiefe. Auch wenn das Buch etwas unter dem Mittelteilsyndrom leidet konnte mich die Autorin mit einigen Wendungen überraschen. Der dritte Teil kann nicht schnell genug kommen. 
 Titel: Digby #02 - Zu cool zum Sterben
Originaltitel: Trouble Makes a Comeback
Autorin: Stephanie Tromly
Übersetzerin: Sylke Hachmeister
Verlag: Oetinger
Erschienen: 20. März 2017
Seitenzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-7891-4810-1
Stephanie Tromly, in Manila auf den Philippinen geboren, in Hongkong aufgewachsen, arbeitete nach ihrem Universitätsabschluss als Drehbuchautorin in Los Angeles. Heute ist sie freie Autorin und lebt mit ihrer Familie in Winnipeg. Die sarkastisch, frisch und witzig erzählten Geschichten von Digby sind ihr erfolgreiches Debüt im Jugendbuch-Bereich. (Quelle: Oetinger Verlag)

Montag, 17. April 2017

{Comics} Neuzugänge und Empfehlungen



















Willkommen zu einem weiteren Comic-Post! :)
Inzwischen sind doch schon ein paar solche Posts hier online gegangen, wenn auch nie besonders regelmässig. Vielleicht habt ihr mitbekommen, dass ich es aufgegeben habe euch meine Comic-Neuzugänge zu zeigen und direkt dazu übergegangen bin euch zu zeigen, was ich so gelesen habe und gleichzeitig ganz kurz meine Meinung zu den jeweiligen Comics abzugeben. Ich hoffe ihr mögt diese "Format". Wie schon letztes Mal verlinke ich zusätzlich auch noch zu meinen Minirezis auf Goodreads.


Silk aka Cindy Moon wurde damals von derselben Spinne gebissen wie Peter Parker (aka Spider-Man), jedoch war sie seither jahrelang in einem Bunker eingesperrt. Sie ist erst vor kurzem entkommen und versucht nun ihr Leben in den Griff zu bekommen und ihre Familie wieder zu finden. Silk war super sympathisch und man erfährt hier eigentlich ihre gesamte Hintergrundgeschichte. Da sie eine ziemlich neue Figur ist und dies ihre erste eigene Reihe ist das Comic auch wirklich gut für Comic-Newbies geeignet, so lange ihr wisst wer Spider-Man ist, solltet ihr die Geschichte eigentlich ohne Probleme verstehen. 

Was mir an diesem Comic richtig gut gefällt ist, dass es nicht in derselben "Welt" spielt wie die meisten anderen Comics von Marvel. In dieser Welt wurde Gwen Stacy von einer radioaktiven Spinne gebissen und nicht Peter Parker, daher ist sie nun die "Spider-Woman" dieser Welt. Man trifft in diesem Comic auch auf einige interessante Versionen anderer bekannter Figuren, wie Captain America. Die Geschichte ist jedoch teilweise etwas verwirrend und schwierig zu folgen, zudem sollte  man wohl das Marvel Universum schon etwas kennen um wirklich alles zu verstehen. Ich würde auch empfehlen nicht mit diesem Volume anzufangen (auch wenn es Volume 1 ist), denn es gibt noch ein Volume 0 "Most Wanted?", welches ich in meinem letzten Comic-Post vorgestellt habe.

 Eigentlich steht hier dieser Teil stellvertretend für die gesamte dreiteilige Secret Avengers Reihe, allerdings hatte ich die anderen Volumes gerade nicht zur Hand, da sie eigentlich meiner Schwester gehören und ich sie nur ausgeliehen hatte. Alle drei Teile sind super humorvoll und toll geschrieben. Auch wenn es um ein Team geht ist die Geschichte nicht verwirrend, da eigentlich alle Figuren ihre eigenen Missionen haben (und dadurch auch nie jemand überflüssig wirkt) und zudem die Charaktere viele auch aus den Filmen bekannt sind, also auch für Neulinge geeignet. Ausserdem sind die Figuren auch alle echt toll und habe ich schon den super Humor erwähnt?


Suicide Squad - Kicked in the Teeth 
Suicide Squad habe ich gelesen als Vorbereitung auf den Film und ich muss sagen, dass Comic hat mir ähnlich gut gefallen wie der Film. Die Idee dahinter war einfach viel besser als die Umsetzung. Ein Team aus Bösewichten welches gezwungen wird "Gutes" zu tun klingt nach viel Potential für spannende Geschichten doch leider fand ich diese hier nur mittelmässig und auch die Charaktere blieben grösstenteils ziemlich flach. Zumindest Harley, Deadshot und El Diablo waren eigentlich ziemlich interessant und das Gute ist auch, dass man die Geschichte gut versteht ohne die Figuren vorher zu kennen.

Black Widow - The Tightly Tangled Web & Last Days
Ich denke die meisten kenne Black Widow wohl aus den Filmen als ein Mitglied der Avengers, doch hier wird ihre eigene Geschichte erzählt und man lernt ihre Figur noch um einiges besser kennen. Bei den beiden Teilen hier handelt es sich um den zweiten und dritten (und gleichzeitig letzten) Teil dieser Reihe und natürlich würde ich euch sehr empfehlen mit dem ersten Teil anzufangen damit ihr alles versteht. Alle drei Teile sind aber echt toll. Man erfährt auch einiges über Natashas Vergangenheit und auch wie sie gewisse Dinge wieder gut zu machen versucht. Die Geschichte wird teilweise auch echt emotional. Ausserdem sind die Zeichnungen echt auch wunderschön es lohnt sich eigentlich schon nur deswegen mal reinzuschauen. 






















Die ersten beiden Bände von "The Wicked + The Divine" habe ich bereits in früheren Comic-Posts vorgestellt und ich bin noch immer genauso begeistert von der Reihe. Hier geht es mal nicht um Superhelden sondern um Götter. Allerdings sind diese Götter hier Popstars und sie haben auch nur zwei Jahre zu leben. Mehr will ich gar nicht verraten denn vieles ist in der Reihe anfangs sehr mysteriös und rätselhaft und noch immer weiss man vieles nicht. Dafür gibt es viele überraschende Wendungen und richtig fiese Cliffhanger, die dafür sorgen, dass der nächste Teil jeweils nicht genug schnell erscheinen kann. Zudem sind auch die Zeichnungen und besonders die leuchtenden Farben richtig toll. 

Saga ist vermutlich die beliebteste Comic-Serie überhaupt oder zumindest die Reihe, die mir am häufigsten empfohlen wurde. Ehrlich gesagt war ich anfangs dennoch (oder vielleicht auch gerade deswegen) eher skeptisch da ich das Gefühl hatte nur enttäuscht werden zu können. Das ist zum Glück jedoch nicht geschehen und mir hat der erste Teil dieser Reihe richtig gut gefallen. Ich hatte ein paar kleine Kritikpunkte, besonders da mir in diesem Teil vieles noch etwas gehetzt vorkam aber insgesamt gefiel mir die ganze Welt super, die Charaktere sind sehr interessant und die Zeichnungen auch echt toll. 

Empfehlung:
Comics wie Sage und The Wicked + The Divine sind meiner Meinung nach auch super für Leute geeignet die neu anfangen Comics zu lesen, da diese Geschichten nicht in einem riesigen Universum aus Comics spielen und es beispielsweise nicht ständig Überschneidungen mit anderen Geschehnisse und anderen Figuren gibt (auch wenn das natürlich auch einer der Reize des Marvel oder DC Universums ist). Alles was man lesen (und kennen) muss ist der Titel selbst.  
Zudem zeigen solche Titel auch wie vielfältig Comics sein können und es nicht immer nur um Superhelden gehen muss. Daher würde ich euch auch den Verlag Image Comics (aus dem Saga und The Wicked + The Divine stammen) sehr empfehlen. Allerdings möchte ich euch auch noch darauf hinweisen das gerade Saga und The Wicked + The Divine nicht unbedingt für Kinder geeignet sind. 


In einem meiner Post zu meinen Lieblingsfernsehserien habe ich Orphan Black bereits kurz vorgestellt und hier geht es nun um ein Comic zu der Serie, welches jedoch nicht dieselben Ereignisse erzählt, die man schon gesehen hat, sondern eine Geschichte erzählt auf die in der Serie immer mal wieder angespielt wird, bei der man aber nie ganz alles erfährt. 
Ich kann das Comic Fans der Serie echt nur empfehlen. Es ist eine tolle Ergänzung zu der Serie und überbrückt auch etwas die lange Wartezeit auf die letzte Staffel. Mir hat besonders gut gefallen, dass man etwas mehr über Veera/M.K. erfährt. Mein einziger grösserer Kritikpunkt bezieht sich auf die Zeichnungen, die es teilweise etwas schwer machten die Klone als solche zu erkennen, besonders diejenigen, die man nicht schon aus der Serie kennt. 

Ich hoffe ich konnte euch vielleicht auf das ein oder andere Comic neugierig machen. :)
Falls ihr irgendwelche Fragen oder Anmerkungen und sonst etwas habt, was ihr loswerden möchtet freue mich natürlich immer sehr über Kommentare. 

Ganz liebe Grüsse,

Samstag, 11. März 2017

{Rezension} Neverwhere von Neil Gaiman (Hörspiel)

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Richard Mayhew führt in London eigentlich ein ganz gewöhnliches Leben bis er eines Tages auf die verletzte Door trifft und einwilligt ihr zu helfen. Durch diese Tat wird er plötzlich in ein ganz anderes London katapultiert, welches voller Gefahren ist. Denn Door wird von zwei Mördern gejagt, welche bereits ihre Familie auf dem Gewissen haben. Gemeinsam machen sich Richard, Door und ihre Verbündeten auf die Suche nach einem Engel namens Islington, welcher Door helfen soll ihre Familie zu rächen und Richard sein altes Leben zurück zu erhalten...
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich ziemlich ahnungslos an dieses Hörspiel herangegangen bin. Ich kannte das Buch zuvor nicht, auch wenn ich durchaus andere Bücher von Neil Gaiman gelesen habe, und ich wusste auch nicht genau wie ich mir ein Hörbuch welches nicht vorgelesen, sondern eigentlich eher gespielt wird vorstellen sollte. Das Hörspiel kommt komplett ohne Erzähler aus, sondern besteht ausschliesslich aus den Dialogen der Figuren und Soundeffekten, welche das Geschehen unterstreichen. Man hat wirklich fast das Gefühl einen Film zu schauen, ausser dass man sich die Bilder selbst vorstellen muss.

Durch die Tatsache, dass es hier keinen Erzähler und somit auch keine Beschreibungen oder Erklärungen gibt, muss man sich beim Hören doch ziemlich konzentrieren um wirklich alles mit zu bekommen und man sollte zudem auch über gute Englischkenntnisse verfügen, da es ansonsten schwierig werden könnte der Geschichte zu folgen. Wenn jedoch diese Voraussetzungen gegeben sind, dann versinkt man innert kürzester Zeit komplett in der Geschichte. Dadurch, dass die Darsteller ausnahmslos alle ihre Rolle richtig toll sprechen und auch die Soundeffekte richtig gut gemacht sind, hatte ich auch keinerlei Probleme mir die Geschehnisse während dem Hören vorzustellen. 

Die Geschichte ist zudem richtig spannend und wenn das Hörspiel nicht in Episoden aufgeteilt wäre, deren Anfang und Ende immer klar ersichtlich sind, dann hätte ich wohl gar nicht gemerkt, wie die Geschichte nur so an mir vorbeizieht. Sie ist durchgehend spannend, fesselnd, überraschend und sehr temporeich. Mein wohl einziger wirklicher Kritikpunkt ist dabei auch, dass teilweise durch das hohe Tempo gewisse Geschehnisse etwas gehetzt wirkten und es auch etwas schwierig war zu den Nebenrollen einen Zugang zu finden, wenn diese teilweise nur ein paar Minuten lang vorkamen. 

Die Hauptfigur Richard war mir dafür sofort super sympathisch und es ist als Hörer sehr angenehm die Geschichte aus seiner Sicht zu erleben, da für ihn die ganze Welt von London Below genauso neu ist. Richards Reaktionen auf die teilweise sehr skurrile Welt, die sich ihm eröffnet machem es einem leicht sich mit ihm zu identifizieren. Zudem hat er einen richtig tollen trockenen, sarkastischen Humor, der mich immer zum Grinsen brachte. Nicht zuletzt mochte ich James McAvoy als Sprecher sehr, er spielt die Rolle super und auch sein Akzent ist richtig toll. 

Weitere wichtige Rollen sind unter anderem von Natalie Dormer (Door), David Harewood (Marquis), Sophie Okonedo (Hunter) und Benedict Cumberbatch (Islington) gesprochen und ich fand nicht nur ihre Figuren sehr interessant, sondern fand auch alle sehr gut in ihren Rollen. Falls Neverwhere irgendwann mal verfilmt werden sollten (und ich meine jetzt hier wirklich als Film, da es ja eigentlich zuvor bereits eine Serie war), dann fände ich es jedenfalls toll, wenn direkt dieselben Darsteller beibehalten werden würden. 
Das Hörspiel zu Neverwhere war für mich eine ganz neue Erfahrung ein Buch zu erleben. Im Gegensatz zu einem gewöhnlichen Hörbuch muss man sich etwas mehr auf das Geschehen konzentrieren, doch durch die gelungene Darstellung und die spannende Geschichte ist man auch kaum versucht sich ablenken zu lassen. Ich hatte das Hörspiel innerhalb von wenigen Tagen durchgehört und dann direkt noch einmal von vorne angefangen, so gut hat mir die Geschichte von Richards Abenteuern in London Below gefallen. 
 Titel: Neverwhere
Autor: Neil Gaiman
Adaptiert von: Dirk Maggs
Erschienen: 5. September 2013
Gesamtspielzeit: 228 Minuten
ISBN: 9781471316470
Neil Gaiman is the acclaimed creator of the graphic novel series SANDMAN and of such novels for children as Coraline and for adults as American Gods. His comics and novels have sold in their tens of millions. Like Terry, his works have been widely adapted for stage and screen, and also like Terry, he is the winner of multipleprizes, including the Carnegie Medal. Unlike Terry, he has never been awarded a knighthood for services to literature, although his mother thinks that sooner or later the Queen will read one of his books and immediately knight him if she likes it, and that to be on the safe side he should leave out the rude words. He does have the Newbery Medal, though. (Quelle: Penguin Randomhouse)

Samstag, 4. März 2017

{Rezension} Eis wie Feuer von Sara Raasch

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*Warnung: Dies ist der zweite Teil einer Trilogie, die Rezension enthält Spoiler für den ersten Teil!*
Drei Monate ist es her seit Meira und ihre Verbündeten Angra besiegt haben, doch obschon Meira eigentlich glücklich sein sollte ihr Königreich befreit zu haben kämpft sie mit ihrer neuen Rolle als Königin. Zudem hat sie immer mehr das Gefühl, dass Winter nicht wirklich frei ist und der König von Cordell ihre Abhängigkeit ausnützen wird. Als in einer der Mienen von Winter die Quelle der Magie gefunden wird, ist Prinz Theron begeistert, doch Meira fürchtet sich vor der Macht die dadurch freigesetzt werden könnte. Schliesslich erlebt sie am eigenen Körper wie schwierig ist es Magie zu kontrollieren...
Wie schon beim ersten Teil hat mich Eis wie Feuer als erstes durch sein wunderschönes Cover überzeugt. Anders als beim ersten Teil fiel mir jedoch der Einstieg in die Geschichte ziemlich schwer, was wohl zu einem grossen Teil daran lag, dass ich mich nur noch vage an die Handlung des ersten Teils und so gut wie gar nicht mehr an die Figuren erinnern konnte. Mit der Zeit konnte ich mir zwar das meiste zusammenreimen, dennoch musste ich Google nach einer Zusammenfassung von Schnee wie Asche befragen um schliesslich ohne Verwirrung wieder richtig in die Geschichte eintauchen zu können.

Nach dem ersten Teil hatte ich mir gewünscht mehr über die interessante und komplexe Welt die Sara Raasch geschaffen hat zu erfahren und durch Meiras Reise in mehrere der anderen Länder Primorias lernt man die Welt eindeutig um einiges besser kennen. Mir hat dabei gut gefallen, dass die Länder alle sehr unterschiedlich und einzigartig sind und keines davon komplett gut oder schlecht ist. Zudem erhält man auch einen etwas grösseren Einblick in die Politik dieser Länder.

Eigentlich wäre all dies durchaus interessant gewesen, doch obschon Meira eigentlich ein klares Ziel auf ihrer Reise hatte kam mir die Handlung doch irgendwie etwas ziellos vor und mir hat leider die Spannung gefehlt. Dies lag auch zu einem grossen Teil daran, dass ich einfach keine Verbindung zu den Figuren aufbauen konnte und so nie richtig mit ihnen mitgefiebert habe. 

Die Nebenfiguren blieben unglaublich blass, bis auf Mather und Theron konnte mich auch kaum mehr an sie erinnern. Die Liebesgeschichte konnte mich auch gar nicht begeistern, besonders das Liebesdreieck welches immer noch bestehen bleibt und sehr gezwungen wirkt. Einzig Ceridwen, die man in diesem Teil neu kennen lernt war mir sofort sympathisch und ich habe mir ehrlich gesagt öfters gewünscht die Geschichte wäre aus ihrer Sicht, statt aus Meiras erzählt. 

Mit Meira hatte ich in diesem Teil nämlich leider auch so meine Probleme. Einerseits konnte ich durchaus verstehen, dass sie noch etwas Schwierigkeiten hat sich in ihrer neuen Rolle zurecht zu finden, jedoch ist sie die grösste Zeit der Geschichte über einfach viel zu passiv. Obschon sie befürchtet Angra könnte noch am Leben sein oder das Cordell Winter einnehmen könnte tut sie kaum etwas dagegen und ist vielmehr ständig am Jammern. Nur selten kann man in ihr die Kämpferin mit dem starken Willen, welche eigenhändig ihr Volk befreit hat, erahnen.

Eis wie Feuer ist mit fast 550 Seiten nicht gerade dünn und während die Geschichte schon im ersten Teil einige Längen hatte, wurde die Geschichte dieses Mal leider erst auf den letzten gut 100 Seiten wirklich spannend, was ich sehr schade fand. Insgesamt kam mir dieser Teil schlicht wie eine lange Überleitung zum Abschlussteil vor, in dem über lange Strecken hinweg leider kaum etwas Interessantes geschieht.
Leider hat mir die Fortsetzung nicht so gut gefallen, wie damals Schnee wie Asche. Obschon ich mir nach dem ersten Teil gewünscht hatte die Welt noch etwas mehr entdecken zu können und man dies in diesem Teil eindeutig tut, geschah mir ansonsten einfach nicht genug. Zudem hatte ich auch so meine Probleme mit Meira, die für mich in diesem Teil einfach zu passiv blieb und nur noch vage an die starke Protagonistin, zu der sie sich im Verlauf des ersten Teils entwickelt hatte, erinnerte. 
 Titel: Eis wie Feuer
Originaltitel: Ice Like Fire
Autorin: Sara Raasch
Übersetzerin: Antoinette Gittinger
Verlag: cbt Verlag
Erschienen: 09. Januar 2017
Seitenzahl: 544 Seiten
ISBN: 978-3-570-31120-2
Sara Raasch wusste schon mit fünf Jahren, dass sie für die Bücherwelt bestimmt ist. Während ihre Freunde Limonade verkauften, brachte sie handgezeichnete Bilderbücher an den Mann. Ihre Begeisterung für das geschriebene Wort verleitet sie immer noch zu tollkühnen Aktionen. Schnee wie Asche, ihr Debütroman, schaffte es sofort auf die New York Times-Bestsellerliste. (Quelle: cbt Verlag)

Freitag, 24. Februar 2017

{Rezension} Götterfunke - Liebe mich nicht von Marah Woolf

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Wie jeden Sommer fährt Jess zusammen mit ihrer besten Freundin Robyn für ein paar Wochen in ein Camp in die Ferien. Dieses Jahr freut sie sich besonders darauf ihrem Alltag etwas zu entkommen, denn ihr Familienleben ist zurzeit ein einziges Chaos. Doch schon bevor Jess und Robyn im Camp ankommen geschieht etwas Merkwürdiges. Jess hat einen unglaublich echt wirkenden Traum, in dem sie beinahe bei einem Autounfall stirbt, doch ein Junge mit unglaublich grünen Augen rettet sie. Als sie im Camp Cayden trifft kann sie ihren Augen kaum trauen, denn er ist der Junge aus ihrem Traum...
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich "Götterfunke - Liebe mich nicht" gegenüber etwas skeptisch war. Erstens war da das Cover, welches mich mit dem ganzen Rosa und Glitter nicht so ganz überzeugen konnte. Zweitens war da der Untertitel "Liebe mich nicht", welcher meine Befürchtung, dass mich eine ziemlich kitschige Geschichte erwartet, weiter verstärkte. Dennoch wollte ich das Buch unbedingt lesen und zwar aus dem einfachen Grund, dass auch das Wort "Götter" im Titel vorkommt und Jugendbücher die irgendetwas mit griechischer Mythologie zu tun haben eindeutig eine meiner Schwächen sind.

Auch wenn man ein Buch ja eigentlich nicht nach dem Äusseren bewerten sollte, muss ich hier zugeben, dass sich mein erster Eindruck ziemlich genau bestätigt hat. Die Geschichte ist voller Liebesdrama und hormongesteuerter Teenager (sowie Götter), doch auch wenn ich teilweise echt meine Augen verdrehen musste und die Figuren am liebsten angeschrien hätte, fühlte ich mich insgesamt doch bestens unterhalten. 

Mein liebster Teil der Geschichte waren, wenig überraschend, die mythologischen Elemente. Diese wirkten wirklich gut recherchiert und ich fand es toll, dass es hinten im Buch auch ein kleines Glossar hat, wo man noch etwas mehr über die Götter erfährt und wo die Autorin auch schreibt, was sie selbst zu den Mythen dazu gedichtet hat. Mir hat auch gefallen, dass mit Prometheus eine Figur im Zentrum steht über die ich bisher eher wenig wusste. 

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, dieser ist sehr locker und flüssig und die Dialoge teilweise richtig schön bissig und humorvoll. Auch die kleinen Zwischenkapitel aus der Sicht von Hermes haben mir in dieser Hinsicht super gefallen. Die Geschichte war erstaunlicherweise auch richtig fesselnd, auch wenn ein grosser Teil der Handlung aus Liebesdrama und ständigem hin- & her besteht, zeigt sich doch, dass im Hintergrund noch etwas Grösseres geschieht und die Geschehnisse rund um Agrios bringen Spannung in die Geschichte. 

Etwas, was mir aber leider wirklich nicht besonders gut gefallen hat waren die Charaktere. Alle bleiben recht oberflächlich und machen eigentlich kaum eine Entwicklung durch. Jess, die Protagonistin, hat eigentlich kaum je irgendetwas anderes als Cayden im Kopf. Ihre beste Freundin Robyn entpuppt sich innert kürzester Zeit als riesige Zicke, die ebenfalls Cayden anschmachtet, obschon sie eigentlich einen Freund hat, der sogar ebenfalls im Camp ist. Cayden selbst ist ein ziemlicher Idiot, dessen Handlungen ich irgendwie nicht wirklich nachvollziehen konnte (selbst wenn man alles mit der "Wette", die er mit Zeus hat versucht zu erklären, machen gewisse Dinge keinen Sinn). 

Die restlichen Figuren, wie Leah, Josh, Apoll und Athene, welche eigentlich recht sympathisch waren, blieben leider ausnahmslos ziemlich blass. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Figuren im nächsten Teil etwas mehr Tiefe erhalten und es nicht mehr scheint als wäre das Einzige, was sie im Kopf haben mit allem und jedem zu flirten. 
Götterfunke bietet kurzweilige Unterhaltung und konnte mich insbesondere durch die mythologischen Elemente überzeugen. Für meinen Geschmack gab es jedoch auch etwas zu viel Liebesdrama und die Charaktere blieben mir durchgehend zu oberflächlich. Dennoch bin ich auch gespannt auf den zweiten Teil, da besonders bei der Geschichte rund um Agrios noch einige Fragen offen bleiben, deren Antwort mich sehr interessieren würden...
 Titel: Götterfunke - Liebe mich nicht
Autorin: Marah Woolf
Verlag: Dressler
Erschienen: 20. Februar 2017
Seitenzahl: 464 Seiten
ISBN: 978-3-7915-0029-4
Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und drei Kindern lebt. Sie studierte Geschichte und Politik und erfüllte sich 2011 mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans einen großen Traum. Ihre Bücher wie eo3 FederLeicht-, die MondLicht- und die BookLess-Saga haben sich als E-Book oder Taschenbuch mehr als 1 Million mal verkauft. (Quelle: Dressler Verlag)

Samstag, 18. Februar 2017

{Rückblick} Jahreshighlights

Falls ihr meinen Blog schon etwas länger lest, ist euch bestimmt aufgefallen, dass ich noch nie besonders gut organisiert war. Ich habe schon immer eher unregelmässig gepostet, doch letztes Jahr (besonders gegen Ende des Jahres) wurde es echt richtig schlimm. Nicht nur habe ich ewig gebraucht um meine Rezensionen zu posten, Kurzrezensionen und Neuzugänge-Posts sind grösstenteils sogar ganz ausgeblieben (ihr habt vielleicht gemerkt, dass dafür in letzter Zeit ziemlich viele Neuzugänge-Posts gekommen sind...xD).

So ist es auch gekommen, dass ich viele meiner Highlights dieses Jahr gar nie rezensiert habe. Da mir dazu schlicht die Zeit fehlt werde ich das auch nicht mehr nachholen (im Gegensatz zu den Rückblicken und Neuzugängen...). Dennoch wollte ich euch die Bücher gerne zumindest noch kurz vorstellen und da kommt dieser Post ins Spiel. ;) 

Ich habe mich jetzt mal auf fünf Bücher beschränkt, wobei ich bei vielleicht doch etwas geschummelt habe...

Die Verratenen, Die Verschworenen & Die Vernichteten von Ursula Poznanski
Möglicherweise habe ich hier ein bisschen geschummelt, aber da es echt selten der Fall ist, dass eine Trilogie durchgehend so toll ist, musste ich hier einfach alle drei Bücher erwähnen. Ich glaube ich könnte nicht einmal einen Favorit wählen, die Bücher haben mich echt alle umgehauen. Die Geschichte spielt in einer dystopischen Welt und handelt von einer Gruppe Studenten an einer Eliteuniversität, die verdächtigt werden Verrat begannen zu haben und daraufhin flüchten müssen. Die Geschichte ist voller toller Charaktere, die Studenten haben alle unterschiedliche Schwerpunkte und Fähigkeiten, die ihnen auf ihrer Flucht behilflich sein können und ich mochte besonders Ria, die Protagonistin, deren Schwerpunkt die Kommunikation ist. Ihre Fähigkeit die Emotionen von Leuten zu lesen und gleichzeitig ihre so zu kontrollieren, dass sie sich selbst aus den gefährlichsten Situationen herausreden kann, fand ich unglaublich faszinierend. Die Bücher sind zudem richtig toll geschrieben und voller Wendungen, die man nicht kommen sieht und schliesslich doch alle Sinn machen. Ich hätte die Bücher am liebsten direkt nacheinander gelesen und doch wollte ich sie mir auch aufsparen, denn so tolle Bücher muss man geniessen. :)



Elantris von Brandon Sanderson
Irgendwie hatte ich dieses Jahr den Drang wieder etwas mehr Highfantasy zu lesen und da bin ich ziemlich schnell auf Brandon Sanderson gestossen, welcher mich schon mit Steelheart und Der Rithmatist begeistern konnte. Elantris ist (bisher) ein Einzelband und handelt von Elantris, der früheren Hauptstadt eines Landes namens Arelon, deren Bewohner einst magische Kräfte besassen, doch diese verschwanden plötzlich und nun scheinen die Bewohner unter einem schrecklichen Fluch zu leiden und die Stadt zerfällt langsam. Die Geschichte ist aus drei Sichtweisen erzählt, aus der Sicht einer Prinzessin, einem Hohepriester und einem Bewohner von Elantris. Alle drei Sichtweisen sind super spannend und alle drei Figuren verfolgen sehr unterschiedliche Ziele. Dabei kommen sie sich auch nicht selten in die Quere. Besonders die Prinzessin Sarene ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen, sie ist super intelligent und eine talentierte Strategin, die es sich in den Kopf setzt Arelon eigenhändig von allerlei Bedrohungen zu retten. Die Geschichte beschäftigt sich mit der Politik von Arelon und die Handlung ist voller Intrigen und Täuschungen und überraschenden Wendungen. Auch wenn die Geschichte weniger actionreich ist als beispielsweise Steelheart bleibt sie doch durchgehend spannend, besonders weil die Handlung und die Welt richtig gut durchdacht sind und die Magie von Elantris auch super interessant ist. 



American Gods von Neil Gaiman
Auch American Gods von Neil Gaiman zählt nicht zu meinem üblichen Genre der Jugendbücher und ich hatte ehrlich gesagt nicht viel Ahnung davon, was ich mich darin erwarten würde. Es ist hauptsächlich bei mir eingezogen weil es um Götter geht und alles was mit Mythologie zu hat sowieso direkt mein Interesse weckt. Ich denke es hat positiv zu meinem Leseerlebnis beigetragen, dass ich nicht wirklich wusste was mich erwartet, denn so konnte ich mich genau wie der Protagonist Shadow komplett ahnungslos in die Geschichte hineinziehen lassen. Neil Gaiman schreibt unglaublich toll und so bin ich innert kürzester Zeit komplett in der Geschichte versunken. Die Geschichte ist teilweise echt verrückt und insgesamt total aussergewöhnlich und überraschend und besonders voller unglaublich interessanter Figuren und schockierenden Wendungen. Wie gesagt will ich gar nicht  zu viel verraten, denn am besten lässt man sich von der Geschichte einfach überraschen, aber das Buch definitiv eine Empfehlung für alle, die ungewöhnliche, fantastische Geschichten mögen. Das Buch wird übrigens auch als Serie verfilmt und darauf bin ich schon sehr gespannt, der Trailer sieht meiner Meinung nach vielversprechend aus.



Trials of Apollo - The Hidden Oracle von Rick Riordan
Rick Riordan gehört für mich zu ein paar wenigen Autoren von denen zuverlässig jedes neue Buch bei mir einzieht und kurz darauf verschlungen wird und so ging es mir auch mit The Hidden Oracle. Eigentlich sind alle Bücher von Rick Riordan ziemlich humorvoll geschrieben und bringen mich immer mal wieder zum Lachen, doch hier war ich so gut wie ständig am Grinsen. Apollo war schon als Nebenfigur in den Percy Jackson Büchern immer richtig lustig, doch als Protagonistin ist er einfach unschlagbar. Besonders da er eigentlich gar kein richtiger Gott mehr ist, er steckt im Körper eines Teenagers und hat den grössten Teil seiner Kräfte verloren, dennoch sieht er sich selbst noch immer als den grossen Gott Apollo und verhält sich auch dementsprechend, was zu vielen richtig tollen Momenten führt. Auch die Handlung ist spannend und Rick Riordan schafft es einfach perfekt mythologische Elemente in seine Geschichten einzubinden. Die Nebenfiguren sind gewohnt sympathisch, auch wenn sie etwas in Apollos Schatten stehen, und man trifft viele alte Bekannte wieder. Eine kleine Warnung muss jedoch ausgesprochen werden, denn man sollte unbedingt die Percy Jackson- und Helden des Olymp-Reihe gelesen haben, bevor man zu diesem Buch greift, da es stark auf den Ereignissen aus diesen Reihen aufbaut.



Harry Potter and the Cursed Child von John Tiffany, Jack Thorne & J.K. Rowling
Ich glaube dieses Buch ist wohl eindeutig das umstrittenste auf dieser Liste. Mir persönlich hat das Harry Potter-Theaterstück super gefallen. Ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen und fühlte mich während dem Lesen wirklich als würde ich in die Zauberwelt zurückkehren, dieses Gefühl nach so vielen Jahren wieder eine neues Geschichte über Harry Potter und seine Freunde zu lesen war für mich einfach unbeschreiblich. Ich muss ganz ehrlich jedoch auch sagen, dass ich das Buch nicht wirklich auf der gleichen Stufe sehe wie die ursprünglichen sieben Bücher, doch ich habe meinen erneuten Ausflug in die Zauberwelt sehr genossen. Die Geschichte war spannend, wenn auch teilweise etwas verworren, und mir sind die neuen Figuren, insbesondere Scorpius, während dem Lesen ans Herz gewachsen. Es gibt auch kleine Dinge die mich etwas gestört haben, beispielsweise fand ich, dass Ron etwas zu kurz kommt, jedoch hat mir das Buch insgesamt genau dieses Gefühl gegeben, dass ich mir von einem Harry Potter-Buch wünsch. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten und ein paar zauberhafte Stunden mit dem Buch verbracht. Jetzt würde ich es nur gerne auch mal noch im Theater erleben. 

Natürlich gab es in diesem Jahr auch ein paar tolle Bücher welche ich tatsächlich rezensiert habe. ;)
Meine grössten Highlights waren dabei To All the Boys I've Loved Before, Plötzlich Prinz - Die Rache der Feen, Wohin der Sommer uns trägt und Der dunkle Kuss der Sterne.

Natürlich habe ich es nicht nur vernachlässigt meine Highlights zu rezensieren, sondern auch die Flops... Wenn hierzu auch Interesse für einen Post bestehen würde, lasst es mich wissen. ;)

Ich hoffte ihr habt ein tolles Wochenende! :)
Liebe Grüsse,

Sonntag, 12. Februar 2017

[(Kurz)Rezension] A Man Called Ove von Fredrik Backman

Quelle
At first sight, Ove is almost certainly the grumpiest man you will ever meet. He thinks himself surrounded by idiots - neighbours who can't reverse a trailer properly, joggers, shop assistants who talk in code, and the perpetrators of the vicious coup d'etat that ousted him as Chairman of the Residents' Association. He will persist in making his daily inspection rounds of the local streets.
But isn't it rare, these days, to find such old-fashioned clarity of belief and deed? Such unswerving conviction about what the world should be, and a lifelong dedication to making it just so?
In the end, you will see, there is something about Ove that is quite irresistible... (Quelle: Sceptre)
Als ich die Kurzbeschreibung zu diesem Buch gelesen habe, hätte ich nie erwartet das mich dieses Buch so berühren könnte. Die Geschichte ist vom Tempo her ziemlich langsam und man wechselt immer wieder zwischen zwei Zeitebenen, der Gegenwart und Oves Vergangenheit, hin und her. Teilweise hatte es ein paar Längen, besonders in den Rückblicken, doch insgesamt fühlte ich mich immer gut unterhalten. 

Die Geschichte ist unglaublich berührend und man durchlebt ein echtes Wechselbad der Gefühle. Ich habe das Buch jeweils auf dem Weg in die Uni im Zug gelesen und in einem Moment musste ich mir ein lautes Lachen verkneifen und nur ein paar Seiten später die Tränen zurück halten. Das Ende habe ich dann glücklicherweise zu Hause gelesen, denn dieses hat mir echt das Herz gebrochen und die Tränen sind, selbst nachdem ich das Buch weggelegt hatte, nur so geflossen. Gleichzeitig war ich aber auch am Lächeln, denn besser hätte das Ende einfach nicht passen können.

Ove ist ein absolut unglaublicher und einzigartiger Charaktere. Er findet einfach immer etwas zu meckern und mir ist wirklich noch nie eine so mürrische Figur begegnet. Doch trotz, oder vielleicht auch gerade wegen, all seinen Fehlern kann man einfach nicht anders als Ove im Verlauf der Geschichte ins Herz zu schliessen. Denn auch wenn er sich gegen aussen ganz anders gibt, und es selbst nie zugeben würde, hat er doch ein gutes Herz und verbringt mindestens so viel Zeit damit anderen Menschen zu helfen, wie sich über sie zu ärgern. 

Doch auch die Nebencharaktere sind unglaublich vielfältig und interessant. Auch sie haben alle ihre Fehler, doch je mehr man sie kennen lernt, desto mehr schliesst man auch sie ins Herz. Ganz besonders mochte ich Parvaneh, Oves neue, schwangere Nachbarin, da sie die einzige ist die ihm die Stirn bieten kann und die beiden daher ein tolles Team abgeben. Und die Katze, weil sie einfach ist, wie Katzen halt so sind. Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Buch geschenkt bekommen habe, denn asonsten wäre mir eine wirklich berührende Geschichte entgangen.
https://www.hodder.co.uk/books/detail.page?isbn=9781444775815