Dienstag, 5. April 2016

[Rezension] Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur von Bettina Belitz

Quelle
Die 17-jährige Sara arbeitet neben der Schule, die sie einigermassen regelmässig besucht, als Diebin um für die Pflege ihrer kranken Grossmutter aufzukommen. Für diese Arbeit scheint Sara ein natürliches Talent zu haben, denn sie spürt die Diamanten und scheint eine Verbindung zu ihnen zu haben. Auch wenn Sara immer darauf geachtet hat, nicht zu tief in die Verknüpfungen der kriminellen Unterwelt hineingezogen zu werden und unabhängig zu bleiben konnte sie sich nie wirklich ein anderes Leben vorstellen. Bis sie das erste Mal auf Damir trifft, denn von da an verändert sich Saras Welt komplett. Doch schon schnell kommen ihr Zweifel ob diese Veränderung positiv ist...
Schon relativ schnell nachdem ich "Damirs Schwur" angefangen hatte zu lesen, wurde mir bewusst, dass ich wohl etwas falsche Erwartungen an die Geschichte gehabt hatte. Irgendwie hatte ich aufgrund der Kurzbeschreibung und vermutlich auch des Covers erwartet, dass die fantastischen Elemente eine ziemlich wichtige Rolle in der Geschichte spielen würde. Diese werden jedoch lange nur angedeutet und bleiben leider sehr vage.

Die Protagonistin, Sara, verfügt zwar über die ungewöhnliche Gabe Diamanten hören zu können, doch davon abgesehen, dass dies für ihre Tätigkeit als Diebin nützlich ist, beschäftigt sie sich eigentlich kaum damit. Auch was mit den Diamanten geschieht, die sie stiehlt scheint sie nicht zu interessieren. Sowieso war ich etwas erstaunt weshalb Sara, die eigentlich nicht auf den Kopf gefallen ist, anscheinend gar nicht neugierig ist was in der kriminellen Unterwelt geschieht. 

Sowieso war Sara eine ungewöhnliche Protagonistin und es hat etwas gedauert, bis ich mich mit ihr anfreunden konnte. Sie ist ganz klar eine Einzelgängerin und hat eigentlich ausser ihrer Grossmutter niemand, dem sie wirklich nahe ist. Sie kann ziemlich dickköpfig sein und legt sehr viel Wert darauf unabhängig und selbstständig zu sein. Teilweise konnte dies etwas frustrierend sein, da man ständig das Gefühl hatte, die Geschichte könnte sehr viel schneller vorankommen, wenn Sara endlich mal über ihren Schatten springen und Hilfe akzeptieren könnte. Doch andererseits hat ihre Sichtweise die Geschichte auch interessanter gemacht und bei ihrem Leben ist es auch gut nachvollziehbar, dass sie ihre Verlorenheit und Schwäche nicht nach aussen zeigen will.

Leider änderte dies nichts daran, dass sich die Geschichte nach einem spannenden Anfang im Mittelteil ziemlich in die Länge zieht und ich das Gefühl hatte mich in einer Art Leerlauf zu befinden. Dies lag vermutlich daran, dass man einfach so gut wie keine Antworten oder Hintergründe für die Geschehnisse bekommt. Nicht nur die fantastischen Elemente bleiben frustrierend vage, auch über die Welt in der die Geschichte spielt bekommt man kaum Hintergründe. Sie scheint sich in einer Art Krise zu befinden, jedenfalls scheint es denn Leuten in den letzten Jahren immer schlechter gegangen zu sein (spielt die Geschichte in der Zukunft?), doch man hat keine Ahnung weshalb dem so ist und alles bleibt irgendwie nicht greifbar. 

Dinge, die im Klappentext bereits erwähnt werden erfährt man dann auch erst ganz gegen Ende des Buches, als man zum ersten Mal ein paar Antworten erhält. Dennoch kann ich mir unter dem Begriff "Diamantkrieger" nach dem Lesen des Buches kaum mehr vorstellen als zuvor. Diese Antworten und die damit neu aufgeworfenen Fragen haben es zwar geschafft, mich auf den zweiten Teil neugierig werden zu lassen. Andererseits befürchte ich jedoch, dass die Liebesgeschichte im zweiten Teil noch eine grössere Rolle spielen könnte und die konnte mich hier schon gar nicht überzeugen.
Insgesamt lässt mich "Damirs Schwur" sehr gespalten zurück. Zwar habe ich ziemlich viele Kritikpunkte zu diesem Teil. Ich habe kaum in die Geschichte hineingefunden, die Handlung hat sich über weite Teile hinweg ziemlich gezogen und man hat für meinen Geschmack viel zu wenig Hintergründe bekommen. Jedoch machen mich teilweise gerade diese mysteriöse Atmosphäre und die vielen unbeantworteten Fragen auch neugierig und die Geschichte irgendwie faszinierend. Wenn euch das Buch interessiert solltet ihr euch aber auf jeden Fall schon vor dem Lesen darauf einstellen, dass die meisten eurer Fragen unbeantwortet bleiben werden.
 Titel: Die Diamantkrieger-Saga - Damirs Schwur
Autorin: Bettina Belitz
Verlag: cbt Verlag
Erschienen: 22. Februar 2016
Seitenzahl: 448 Seiten
ISBN: 978-3-570-16417-4 
Bettina Belitz wurde 1973 an einem sonnigen Spätsommertag in Heidelberg geboren. Schon als Kind fing sie damit an, eigene Geschichten zu schreiben. Nach ihrem Studium arbeitete Bettina Belitz zunächst als freie Journalistin und Texterin. Heute lebt sie umgeben von Pferden, Schafen, Katzen und Hühnern als freie Autorin in einem 400-Seelen-Dorf im Westerwald. (Quelle: Random House)

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