Freitag, 19. Februar 2016

[Rezension] Digby #01 von Stephanie Tromly

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Zoe ist nicht gerade begeistert, als sie nach der Scheidung ihrer Eltern zusammen mit ihrer Mutter weg von New York in eine kleine Stadt zieht. Doch River Heights ist nicht der langweilige Ort, den Zoe erwartet hat, jedenfalls nicht wenn man mit Digby befreundet ist. Dabei mochte Zoe Digby anfangs eigentlich nicht einmal und sie weiss eigentlich auch nicht wirklich weshalb sie sich von ihm ständig überreden lässt bei seinen verrückten Aktionen mitzumachen. Schnell ist sie jedoch viel zu tief in die Sache verwickelt um noch einen Rückzieher zu machen und sie kann es Digby ja auch nicht verübeln, dass er aufklären will was wirklich hinter der idyllischen Fassade von River Heights geschieht. Besonders wenn all dies irgendwie mit der Entführung seiner kleinen Schwester vor acht Jahren zu tun haben könnte...
Digby #01 ist eindeutig keines dieser Bücher, die mich erstmal hauptsächlich wegen des Covers angesprochen haben, eher das Gegenteil. Doch da mein ein Buch nicht nach seinem Cover bewerten sollte habe ich mir natürlich auch die Kurzbeschreibung durchgelesen und danach war mein Interesse sofort geweckt. Von dem Cover bin ich aber übrigens auch nach dem Lesen noch immer nicht begeistert, zwar passt es eigentlich relativ gut zur Geschichte, aber ich habe mir Zoe und Digby irgendwie einfach anders vorgestellt. 

Was allerdings perfekt passt ist der Spruch "Why so serious?!" denn obschon Digby und Zoe in der Geschichte von einer gefährlichen Situation in die Nächste schlittern, bleibt die Geschichte fast durchgehend humorvoll und nimmt sich nie zu ernst. Die Geschichte beginnt direkt super spannend und behält dann eigentlich auch durchgehend ein gutes Tempo bei, so dass man kaum merkt, wie die Seiten nur so dahinfliegen. 

Dazu trägt auch der lockere Schreibstil und die authentische und humorvolle Erzählweise bei, besonders die Dialoge waren echt toll. Teilweise fiel es mir allerdings aufgrund des Tempos und der Dialoglastigkeit etwas schwer dem Geschehen zu folgen, man muss beim Lesen schon ziemlich wachsam dabei sein.

Die Geschichte ist aus der Sicht von Zoe erzählt, die neu nach River Heights kommt und sich dort eher wiederstrebend mit dem etwas merkwürdigen und exzentrischen Digby anfreundet. Von da an wird sie mehr oder weniger freiwillig von Digby in seine Ermittlungen eingespannt und ehe sie überhaupt wirklich begreift was da eigentlich vor sich geht, begehen sie einen Einbruch, wird auf sie geschossen und machen sie Deals mit der Polizei. Genau wie Zoe wird man immer tiefer in den Fall hineingezogen ohne Anfangs dessen Ausmasse überhaupt erahnen zu können. Dadurch bleibt die Geschichte durchgehend spannend und fesselnd und man ist gespannt auf jede Wendung. 

Zoe und Digby sind zwei sympathische Aussenseiter, die ich sofort richtig gern mochte. Besonders Zoe verhält sich zwar anfangs oft ein bisschen wie ein typisch bockiger Teenager, doch sie macht im Verlauf der Geschichte eine schöne Entwicklung durch und ich mochte ihre lockere, ehrliche Art total. Digby ist ein eher mysteriöser Charakter und erinnert von seiner Art her ein bisschen an einen jungen Sherlock Holmes. Nicht nur weil er ein talentierter Detektiv ist, dem Dinge auffallen, die sonst niemand merkt, sondern auch wegen seinem sehr direkten, nicht unbedingt höflichen Auftreten. Doch genau wie Zoe kann man gar nicht anders als ihn ins Herz zu schliessen und je mehr man über sein Leben und seine Vergangenheit erfährt, desto interessanter wird sein Charakter. 

Gewisse andere Charaktere blieben leider im Vergleich zu den beiden Hauptfiguren eher klischeehaft. Besonders Sloane, die Oberzicke der Schule, die direkt zu Zoes Erzfeindin wird, da ihr leicht machohafter, aber gutmütiger Freund Henry auch öfters mal bei Zoe und Digbys Abenteuern dabei ist, bleibt leider sehr stereotypisch. Eine Figur die ich aber auch total mochte war Felix, das Wunderkind der Schule, da er super süss und echt lustig ist und zudem auch ein echt toller Freund.

Erst kurz vor dem Ende habe ich realisiert, dass Digby #01, wie man eigentlich schon an dem Titel hätte sehen können, der Auftakt zu einer Reihe ist. Somit ist auch klar, dass noch einige Dinge offen bleiben, doch insgesamt hat das Buch doch ein befriedigendes Ende. Ich freue mich bereits auf weitere Abenteuer mit Digby und Zoe.
Digby #01 bietet ein paar spannende und super unterhaltsame Lesestunden. Mir hat der Humor richtig gut gefallen und ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen, da Zoe und Digby nur so von einer irrwitzigen Situation zur Nächsten schlittern. Wenn man nicht aufmerksam liest fällt es einem vielleicht manchmal etwas schwer dem Geschehen zu folgen. Doch es lohnt sich auf jeden Fall den tollen Dialogen wachsam zu folgen und sich zusammen mit Digby und Zoe auf ein verrücktes Abenteuer einzulassen.
 Titel: Digby #01
Originaltitel: Trouble is a Friend of Mine
Autorin: Stephanie Tromly
Übersetzerin: Sylke Hachmeister
Verlag: Oetinger
Erschienen: 22. Februar 2016
Seitenzahl: 368 Seiten
ISBN: 978-3-7891-4809-5
Stephanie Tromly wurde in Manila geboren, wuchs in Hongkong auf und war nach ihrem Universitätsabschluss als Drehbuchautorin in Los Angeles tätig. Derzeit lebt sie mit ihrem Mann und kleinen Sohn in Winnipeg. "Digby #01" ist ihr erstes Jugendbuch.

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