Montag, 2. November 2015

[Rezension] My Dear Sherlock von Heather Petty

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Seit dem Tod ihrer Mutter ist im Leben der 16-jährigen Mori nichts mehr so wie es mal war. Ihr Vater hat angefangen zu trinken und ihre jüngeren Brüder zu schlagen, sie ist die einzige die ihn davon abhalten kann. Der Regentspark in der Nähe ihres Hauses ist zu Moris Zufluchtsort geworden. Doch eines Abends trifft sie dort auf Sherlock Holmes, ein etwas merkwürdiger aber hochintelligenter Junge, der mit ihr zur Schule geht. Als die beiden von einem Mord im Park erfahren beschliessen sie den Fall aufzuklären. Doch bald muss Mori feststellen, dass ihre Familie tief in den Fall verwickelt ist. Auch wenn sie und Sherlock sich immer näher kommen, gibt es doch Dinge, die er nie über sie erfahren darf...
Seit ich die BBC Serie Sherlock gesehen habe interessiert mich alles was irgendwie mit Sherlock Holmes zu tun hat total, egal ob Filme, Serien oder Bücher. Die Idee die hinter dieser Geschichte steckt, nämlich die Beziehung zwischen Sherlock und Moriarity bevor sie Feinde wurden zu erkunden, hat mich daher sofort fasziniert. Besonders interessant fand ich, dass Sherlock und Moriarity beide noch Teenager sind und natürlich, dass Moriarity in diesem Buch weiblich ist. 

Anders als man auf den ersten Blick erwarten könnte ist die Geschichte, obschon Sherlocks Name im Titel steht und er auch auf dem Cover zu sehen ist, aus der Sicht von James "Mori" Moriarity erzählt. Am Anfang des Buches ist sie ein ganz normales 16-jährigens Mädchen. Ihr Leben ist alles andere als einfach, denn seit dem Tod ihrer Mutter hat sich ihr Vater in ein regelrechtes Monster verwandelt, der ihre jüngeren Brüder regelmässig schlägt und Mori schreckliche Beleidigungen an den Kopf wirft. Man kann sich dennoch schlecht vorstellen, wie ein Mädchen, welches sie so um ihre Brüder kümmert, irgendwann zu dem berüchtigten Moriarity, Sherlocks Erzfeind werden könnte. 

Die beiden sind in dem Buch auch alles andere als Feinde. Man erlebt wie sich die beiden kennen lernen und wie sie sich schnell zueinander hingezogen fühlen. Ehrlich gesagt hat mir die Liebesgeschichte leider nicht besonders gut gefallen. Nicht nur entwickelt sie sich meiner Meinung nach viel zu schnell, besonders im ersten Teil des Buches nimmt sie leider auch einen viel zu grossen Teil der Geschichte ein. Anstatt mit dem Fall vorwärts zu kommen, sind Mori und Sherlock mehr damit beschäftigt bei jeder sich bietenden Gelegenheit rumzuknutschen. Zudem bleibt Sherlock leider eher blass und man konnte nicht besonders viel von seinem angeblichen Genie erkennen.

In der zweiten Hälfte des Buches wurde die Geschichte jedoch bedeutend spannender. Auch wenn der Fall nicht besonders aussergewöhnlich oder gut durchdacht wirkte, fand ich es doch spannend zusammen mit Mori heraus zu finden, wie ihre Familie darin verwickelt ist. Selbst wenn einem als Leser so ziemlich seit das erste Opfer aufgetaucht ist klar ist, wer der Mörder ist. Dafür, dass das Buch für Leser ab zwölf Jahren empfohlen ist, wurde die Geschichte gegen Ende wirklich sehr düster und tragisch. Besonders eine Wendung hat mich echt schockiert.

Im Verlauf der Geschichte, als Mori immer mehr in den Fall hineingezogen wird, kann man erkennen wie sie die Ereignisse verändern. Es gab immer wieder Szenen wo man erahnen konnte, dass sie auch eine dunklere Seite hat und dass sich diese immer mehr an die Oberfläche drängt. Mir hat diese Entwicklung sehr gut gefallen, besonders weil dies auch viel Potential für Konflikte gibt. Allerdings haben es mir Moris Entscheidungen teilweise auch etwas schwer gemacht mit ihr mitzufühlen, besonders da sie teilweise ziemlich selbstsüchtig wirkt und ihre Gründe ihr Verhalten teilweise einfach nicht wirklich rechtfertigen konnten. Das Ende zeigt jedoch, dass auf jeden Fall noch Potential für die weiteren Teil besteht und ich denke es wird interessant zu sehen, wie sich Mori und Sherlock von einem Liebespaar zu Erzfeinden entwickeln...
Während ich die Geschichte in der ersten Hälfte als eher langweilig empfand, wurde sie mit der Zeit spannender und bedeutend düsterer. Dennoch fand ich es ein bisschen schade, wie sehr die Liebesgeschichte zwischen Mori und Sherlock im Zentrum stand. Während die meisten Charaktere leider ziemlich blass blieben, fand ich Moris Entwicklung sehr interessant und ich bin gespannt wie die Autorin diese in den nächsten Teilen weiterführt...
 Titel: My Dear Sherlock - Wie alles begann
Originaltitel: Lock & Mori
Autorin: Heather Petty
Übersetzerin: Anne Brauner
Verlag: cbj Verlag
Erschienen: 28. September 2015
Seitenzahl: 320 Seiten
ISBN: 978-3-570-17152-3
Heather Petty hat ein Faible für Rätsel seit sie zwölf war. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt stellte sie fest, dass Geschichten, in denen es um Morde in Londoner Stadthäusern und englischen Küstenstädtchen geht, das Nonplusultra sind. »My Dear Sherlock - Wie alles begann« ist ihr erster Roman. Zusammen mit ihrem Mann, ihrer Tochter und vier hoffnungslos verwöhnten Katzen lebt sie in Nevada. (Quelle: cbj Verlag)

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