Donnerstag, 1. Oktober 2015

[Rezension] Press Play von Steven Camden

Quelle
Ryan und Ameliah wachsen in verschiedenen Zeiten auf und kennen sich nicht, dennoch sind ihre Schicksale miteinander verbunden. Ryan wächst in einer Zeit auf, in der es Dinge wie das Internet oder Handys, die für Ameliah selbstverständlich sind, noch nicht gibt. Doch als Ameliah eine Kassette findet hört sie darauf Ryans Stimme. Dieser hat die Kassette für das Mädchen von nebenan besprochen, damit sie ihn nicht vergisst. Auch wenn Ameliah nicht genau versteht, wovon der Junge spricht, hat sie das Gefühl ihn irgendwie zu kennen...
"Press Play" ist ein Buch, in dem das Thema Familie eine sehr wichtige Rolle spielt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sichtweise von Ryan und Ameliah erzählt. Beide wachsen in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach dem Tod seiner Mutter, hat Ryans Vater eine neue Frau geheiratet, die auch einen Sohn in Ryans Alter hat und die beiden kommen sehr schlecht miteinander aus. Ameliah hat bereits beide Elternteile verloren und lebt nun bei ihrer Grossmutter, sie hat noch immer mit dem Tod ihrer Eltern zu kämpfen. 

Somit haben es beide nicht gerade einfach. Zudem sind sie auch unter ihren Altersgenossen eher Aussenseiter. Obschon die beiden in unterschiedlichen Zeiten aufwachsen, haben sie doch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und man entdeckt schnell gewisse Parallelen zwischen den beiden. Doch auch wenn sich die beiden in gewissen Punkten ziemlich ähnlich sind, gibt es auch Unterschiede zwischen den beiden, die interessant zu beobachten sind. 

Beispielsweise verlieben sich beide zum ersten Mal, doch wie sich die beiden "Liebesgeschichten" entwickeln ist ziemlich unterschiedlich. Dennoch fand ich beide total süss, wobei sie in Ryans Geschichte eine etwas grössere Rolle eingenommen hat, als bei Ameliah. Doch wenngleich, die erste Liebe in dem Buch sicher eine Rolle spielt, steht dieser Aspekt nie wirklich im Vordergrund. 

Vielmehr steht die Entwicklung der Hauptfiguren im Zentrum. Beide sind noch ziemlich jung und dabei ihren Platz im Leben und sich selbst zu finden. Dabei kommt es natürlich zu Konflikten. Wie schon erwähnt spielt dabei vor allem die Familie eine wichtige Rolle. Ryan lernt im Verlauf der Geschichte beispielsweise etwas besser mit seinem Stiefbruder klar zu kommen, während Ameliah ein grosses Geheimnis ihrer Familie aufdeckt. 

Die Geschichte ist nie wirklich spannend so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, doch sie ist sehr leicht zu lesen, weshalb dennoch ein angenehmer Lesefluss entsteht. Zudem bleibt sie auch immer etwas mysteriös und es ist interessant zu sehen wie sich die Teile zusammensetzten. Wobei es hier auch ein Element gab, welches für mich etwas fehl am Platz war und nicht so recht zum Rest der Geschichte zu passen schien. 

Die beiden Zeitebenen spielen gut zusammen und ergeben am Ende ein schönes Gesamtbild. Die Geschichte ist sehr feinfühlig erzählt und die Ängste und Träume der beiden jungen Hauptfiguren schön geschildert. Das Buch ist somit auch für jüngere Leser empfehlenswert, da diese sich sicherlich gut im Ryan und Ameliah identifizieren können.
Press Play ist eine schöne, feinfühlig erzählte Geschichte, in der besonders das Thema Familie eine wichtige Rolle spielt. Obschon Ryan und Ameliah in verschiedenen Zeiten aufwachsen haben sie doch ähnliche Probleme und Wünsche. Steven Camden ist es gelungen die beiden Zeitebenen gut zusammen zu führen, auch wenn es kleine Elemente gab, die für mich nicht so in die Geschichte passen. Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen, der ruhige, etwas mysteriöse Geschichte, mit sympathischen und realistischen Charakteren mag.
 Titel: Press Play - Was ich dir noch sagen wollte
Originaltitel: Tape
Autor: Steven Camden
Übersetzerin: Alexandra Ernst
Erschienen: 1. September 2015
Seitenzahl: 352 Seiten
ISBN: 978-3-473-40126-0
Steven Camden zählt in Grossbritannien zu den meist gefeierten Slam-Poets und bestreitet als "Polarbear" auf der ganzen Welt Aufführungen. Er unterrichtet Kreatvies Schreiben an Schulen, war die treibende Kraft hinter dem Ministry of Stories, einem Verband für Kinderkultur, und gründete 2013 die Kreativagentur BearheART. Geboren in Birmingham, lebt Steven Camden heute in London.

Kommentare:

  1. Danke für deinen Beitrag über Press Play. Ich habe davon schon gehört und dein Bericht wird mich jetzt wohl doch zum Kaufen überreden. Wobei ich erst mal abwarte, ob ich es vielleicht auch so noch bekomme ;-)
    LG Kerstin

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    1. Hi Kerstin,

      ich finde das Buch auf jeden Fall lesenwert, ich hoffe es darf auf den einen oder anderen Weg bald bei dir einziehen. :D

      glg Nadja ♥

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  2. Das klingt echt gut! Ich musste jetzt an "Eine himmlische Familie" denken :-)

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    1. Kenne ich leider nicht, aber das Buch hat mir wirklich ziemlich gut gefallen :)

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