Dienstag, 20. Oktober 2015

[Rezension] Afterworlds von Scott Westerfeld

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Als die 17-jährige Darcy in nur einem Monat einen Roman schreibt, hätte sie nie damit gerechnet ihn direkt für eine sechsstellige Summe an einen grossen Verlag verkaufen zu können. Doch genau dies ist geschehen und so beschliesst Darcy nach ihrem Highschool Abschluss nach New York zu ziehen um eine richtige Autorin zu werden. Jedoch ist dies nicht so einfach wie sie sich das vorgestellt hat...

Darcys Geschichte handelt von der jungen Lizzie, der einzigen Überlebenden eines Terroranschlags an einem Flughafen. Was jedoch niemand weiss ist, dass Lizzie nur überleben konnte weil sie in die Totenwelt übergewechselt ist. Dort ist sie dem mysteriösen Yamaraj begegnet, zu dem sie sich sofort hingezogen gefühlt hat. Zurück in der normalen Welt kann Lizzie plötzlich Geister sehen und stösst so auf ein altes Geheimnis ihrer Mutter...
Ich fand die Idee eines Buches, welches zwei Geschichten erzählt, diejenige einer jungen Autorin und diejenige die diese geschrieben hat, super interessant. Besonders da ich die "Ugly-Pretty-Special"-Reihe des Autors damals sehr mochte und auch viel Gutes über seine anderen Bücher gehört habe. Vermutlich waren meine Erwartungen etwas zu hoch und ich weiss auch nicht genau, was ich mir von der Geschichte erhofft hatte, jedenfalls nicht was ich schliesslich bekommen habe.

Mir ist es leider sehr schwer gefallen in das Buch hineinzufinden und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass es mich bis zum Ende hin nie wirklich gefesselt hat. Eigentlich müsste man meinen, dass ein Buch, welches gleich zwei Geschichten erzählt kaum je langweilig werden könnte, leider ist diese Annahme falsch. Ich könnte nicht einmal richtig sagen welche Geschichte ich mehr mochte, am Anfang und Ende wohl Lizzies und im Mittelteil Darcys, doch eigentlich fand ich keine der beiden besonders spannend.

Mein grösstes Problem war, dass ich manchmal das Gefühl hatte ich könnte eigentlich genau so gut abwechselnd Kapitel aus zwei komplett unabhängigen Bücher lesen. Zwar konnte man teilweise mitverfolgen wie Darcys Erlebnisse Lizzies Geschichte verändert haben, doch insgesamt waren für meinen Geschmack einfach nicht genug Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten. Ich hätte erwartet, dass die Geschichten viel mehr miteinander verwoben sind und sich vielleicht auch gegenseitig beeinflussen. Da dies jedoch kaum der Fall war hat der Wechsel nach jedem Kapitel meinen Lesefluss ziemlich gestört.

Lizzies Geschichte war zudem leider auch extrem klischeehaft. Natürlich könnte das in gewisser Weise die Absicht des Autors gewesen sein, schliesslich wurde das Buch von einer Siebzehnjährigen innerhalb eines Monats geschrieben und Darcy gibt auch selbst zu, dass sie während dem Schreiben eigentlich keinen Plan hatte. Dennoch ging mir beispielsweise diese Liebe auf den ersten Blick und auch das ansonsten teilweise fragwürdige Verhalten der, ziemlich langweiligen und naiven, Protagonistin manchmal echt auf die Nerven. 

Darcy war in dieser Hinsicht einiges interessanter. Sie muss sich mit vielen Problemen des Erwachsenwerdens auseinander setzen und auch ihr Leben als zukünftige Autorin und die vielen Hindernisse, die sie überwinden muss, bis ihr Buch endlich erscheint, fand ich gut dargestellt. Natürlich hatte sie richtig Glück mit ihrem Vertrag und dies ist ihr auch bewusst, daher konnte ich ihren Zweifel ob sie überhaupt eine richtige Autorin ist, gut nachvollziehen. 

Auch Darcy verliebt sich in dem Buch zum ersten Mal und genau wie bei Lizzie hatte ich auch hier das Gefühl, dass Ganze kam etwas aus dem Nichts. Die Entwicklung der Beziehung hat mir aber grundsätzlich ziemlich gut gefallen, besonders weil sie um einiges realistischer ist als die zwischen Lizzie und Yama. Leider bedeutet dies nicht, dass Darcy mir weniger auf die Nerven gegangen ist. Sie ist teilweise total passiv und sobald sich irgendein Problem zeigt versinkt sie lieber erstmal eine Runde im Selbstmitleid anstatt irgendwie eine Lösung zu finden. Zudem plätschert die Geschichte grösstenteils auch einfach gemächlich vor sich hin und ich hatte nicht das Gefühl, dass sich Darcy gross entwickelt hat. 
Leider war Afterworlds so gar nicht das, was ich mir davon erhofft hatte. Anstatt zwei spannende Geschichten in einem Buch zu bekommen, konnten mich leider weder Darcys noch Lizzies Geschichte wirklich fesseln. Der Wechsel zwischen den beiden Geschichten nach jedem Kapitel hat zudem meinen Lesefluss ziemlich gestört und ich hatte das Gefühl nie wirklich in das Buch hinein zu finden. Trotz interessanter Idee konnte mich Afterworlds daher leider nicht überzeugen.
 Titel: Afterworlds - Die Welten zwischen uns
Originaltitel: Afterworlds
Autor: Scott Westerfeld
Übersetzerin: Angela Stein
Erschienen: 20. August 2015
Seitenzahl: 704 Seiten
ISBN: 978-3-7373-5222-2
Scott Westerfeld wurde in Texas, USA, geboren. Er studierte Japanisch, Spanisch und Latein und arbeitete unter anderem als Lehrer, Redakteur und Software-Designer. Seit einigen Jahren lebt er abwechselnd in Sydney und New York City und schreibt mit großem Erfolg Romane für Jugendliche und Erwachsene. (Quelle: Fischerverlage)

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