Freitag, 14. August 2015

[Rezension] Der Rithmatist von Brandon Sanderson

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Joel hat schon immer davon geträumt ein Rithmatist zu werden. Doch er hat seine Chance verpasst und seine Kreidefiguren bleiben leblos. Da hilft es auch nicht, dass er mehr über die Rithmatik weiss als die meisten anderen Schüler. Als jedoch plötzlich Rithmatikschüler verschwinden und alles auf eine Entführung hindeutet, wird Joel als Assistent des für die Ermittlungen verantwortlichen Professors mitten in das Geschehen hineingezogen...
Der Rithmatist ist das zweite Buch, welches ich von Brandon Sanderson gelesen habe und da mir Steelheart so gut gefallen hat, hatte ich ziemlich hohe Erwartungen. Die Grundidee ist auf jeden Fall super gelungen. Die Rithmatik hebt sich stark von der Art von Magie über die man in den meisten anderen Büchern liest ab. Nicht nur, dass sie mit den zweidimensionalen Kreidefiguren auf den ersten Blick nicht gerade spektakulär wirkt, es steckt auch ziemlich viel Mathematik dahinter, besonders wenn es darum geht die Kreise zu zeichnen. 

Daher ist es auch verständlich, dass die meisten von Joels Mitschülern nicht besonders interessiert sind an dieser Kunst und selbst Rithmatikschüler in ihrem Unterricht teilweise lieber vor sich hindösen. Mir erging es aber viel eher wie unserem Protagonist, ich fand es richtig toll wie am Ende jedes Kapitels eine Verteidigungsform erklärt wird und man deren Stärken und Schwächen kennen lernt. Auch die Illustrationen, die während den Kapiteln immer wieder auftauchen fand ich toll, besonders weil sie das Geschehen immer perfekt unterstreichen. Zudem erfährt man im Verlauf der Handlung auch immer mehr über die Geschichte der Rithmatik oder über das Ritual bei dem man als Rithmatist ausgewählt wird. Schon allein daran merkt man wie gut die Geschichte durchdacht ist.

Wie schon erwähnt konnte ich Joels Faszination also gut nachvollziehen, und auch sonst war er mir schnell sympathisch. Er ist etwas ein Aussenseiter, nicht nur weil er so besessen von der Rithmatik ist, sondern auch weil seine Mutter nur eine einfache Putzfrau ist, die an der Schule arbeitet, während die anderen Schüler fast alle aus gutem Hause kommen. Somit hat es Joel nicht gerade einfach, zudem trauert er auch immer noch seiner verpassten Chance Rithmatist zu werden nach. Als er seinem Professor beim Fall der entführten Schüler helfen muss blüht er jedoch richtig auf, da er merkt, dass er selbst ohne rithmatische Kräfte mit seinem Wissen etwas bewirken kann.

Neben Joel spielt auch Melody eine auf den ersten Blick eher untalentierte Rithmatikschülerin, die selbst auch eine Aussenseiterin ist, einen wichtige Rolle. Sie ist zur Nachhilfe demselben Professor zugeteilt, wie Joel und anfangs verstehen sich die beiden nicht gerade gut. Melody ist im Gegensatz zu Joel eher laut und auffällig und hat immer eine starke Meinung zu allem. Es stellt sich jedoch heraus, dass sie und Joel sich besser ergänzen als die beiden gedacht hätten. Auch Fitch, der Professor der Joel und Melody unterrichtet, war ein super liebenswerter Charakter. Er ist eigentlich ein brillanter Theoretiker, doch unter Druck versagt er vollständig, weshalb er sich von den anderen Professoren auch einiges gefallen lassen muss. Dennoch ist er ein toller Mentor für Joel und Melody und genau wie die beiden wächst er im Verlauf der Geschichte über sich hinaus. 

Trotz der tollen Idee und den liebenswerten Charakteren hat die Geschichte leider auch ein paar kleine Schwächen. Zum einen hat die Geschichte, obschon direkt super interessant beginnt, im zweiten Drittel ein paar Längen, wo man das Gefühl hat etwas auf der Stelle zu treten. Zum anderen ist die Geschichte teilweise auch etwas vorhersehbar, beispielsweise was die Geschichte mit Joels Vater angeht. 

Das letzte Drittel hat mir dann aber, wie schon der Anfang, wieder richtig gut gefallen. Gegen Ende wird die Geschichte richtig spannend und Brandon Sanderson schafft es doch noch ein paar Überraschungen einzubauen. Ich konnte die Seiten fast nicht schnell genug umblättern weil ich unbedingt wissen wollte, was als nächstes geschieht. Auch wenn ich definitiv gespannt bin, was im zweiten Teil noch geschehen wird, ist das Ende doch ziemlich abgeschlossen, so dass man das Buch zufrieden zur Seite legen kann.
Der Rithmatist kann mit einer hervorragend umgesetzten Grundidee und alles andere als perfekten, dafür unglaublich liebenswerten Charakteren überzeugen. Die Handlung ist grösstenteils spannend und kann gegen Ende sogar mit einigen Überraschungen aufwarten. Eine Empfehlung für alle Leser, die aussergewöhnliche, gut durchdachte und liebevoll gestaltete Geschichten mögen.
 Titel: Der Rithmatist
Originaltitel: The Rithmatist
Autor: Brandon Sanderson 
Übersetzer: Jürgen Langowski
Verlag: heyne fliegt
Erschienen: 13. Juli 2015
Seitenzahl: 432 Seiten
ISBN: 978-3-453-26986-6
Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman »Elantris« avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen »Kinder des Nebels«-Romanen und seinen Sturmlicht-Chroniken gilt Brandon Sanderson auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Der Autor lebt mit seiner Familie in Provo, Utah.

Quellen: Heyne fliegt

Kommentare:

  1. Mir hat das Buch etwas schlechter gefallen, als dir, aber grundsätzlich bin ich deiner Meinung :D Brandon Sanderson hat es eben drauf :)

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    1. Hast du sonst noch Bücher von ihm gelesen? "The Final Empire" liegt noch auf meinem SuB und ich bin schon sehr gespannt darauf. :D

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