Sonntag, 6. Mai 2012

Die Schattenträumerin

Die Schattenträumerin - Janine Wilk

zum Inhalt:
Als Francesca di Medici von ihrer Grossmutter Fiorella gebeten wird in ihren Weihnachtsferien zu ihr nach Venedig zu kommen, ist sie zuerst etwas beunruhigt, da sie nicht versteht warum ihre Grossmutter unbedingt will, dass sie zu ihr kommt. Aber sie freut sich auch auf Venedig schliesslich wohnen dort alle ihre Verwandten und auch ihre Cousine Gianna, mit der sie sich sehr gut versteht. In Venedig angekommen scheint zuerst auch alles normal, nur Francescas Alpträume, die sie jede Nacht quälen, werden, wie immer wenn sie in Venedig ist, noch schlimmer. Doch dann erfährt sie den Grund, weshalb ihre Grossmutter wollte, dass sie nach Venedig kommt. Denn auf ihrer Familie liegt ein Fluch, der für ihre Alpträume verantwortlich ist. Um den Fluch zu brechen muss sie unbedingt das Buch finden, nachdem ihr Grossvater gesucht hatte. Als sie aber das Buch findet, wird alles nur noch schlimmer, denn nicht nur auf ihrer Familie, auch auf Venedig liegt ein Fluch. Für Francesca beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit, indem sie nicht nur sich selbst und ihre Familie retten sonder auch Venedig vor dem Untergang bewahren muss...

meine Meinung:
Die Geschichte fängt mit einem Kapitel an, welches im Jahr 1618 spielt und aus der Sicht eines Jungen Namens Rafael erzählt wird. Ich muss zugeben während dem lesen hat mir dieses Kapitel nicht wirklich gefallen, denn es zieht sich über etwa 30 Seiten und obschon es ziemlich gruselig und eigentlich auch spannend ist, habe ich mich gelangweilt, weil ich nicht verstanden habe, was es mit diesem Kapitel auf sich hat und ich einfach wollte, dass die richtige Geschichte anfängt. Für mich schien es lange so, als hätte es keinen Zusammenhang mit der eigentlichen Geschichte, was sich dann aber als Falsch herausgestellt hat. Über die ganze Geschichte hinweg gibt es nämlich immer wieder Zusammenhänge, zwischen den Dingen, die im heutigen Venedig mit Francesca geschehen und diesem Kapitel.

Die weitere Geschichte hat mir dann aber sehr gefallen. Ich fand, sie wurde von Kapitel zu Kapitel immer besser und spannender. Der Fluch, der auf Francescas Familie liegt, und die Alpträume, die sie dadurch hat, waren wirklich gruselig, was durch die Beschreibungen der Autorin noch verstärkt wurde, so das ich teilweise wirklich Gänsehaut hatte. Auch wie Francesca zusammen mit Fiorella und Gianna langsam dem Rätsel rund um den Fluch auf die Spur kommt war sehr spannend und die Auflösung was schlussendlich dahinter steckt ist wirklich gut gemacht. Ein weiterer Pluspunkt ist, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist und es keine Fortsetzung geben wird.

Die Schattenträumerin war für mich mal etwas anderes, denn es gibt keine Liebesgeschichte. Dafür ist die Geschichte aber sehr gut durchdacht und obschon das Buch eher für jüngere Leser, ab 12 Jahren, gedacht ist fand ich die Geschichte keinesfalls vorhersehbar, sondern sie hat mich immer wieder überrascht. Zudem verfügt sie über eine wundervolle Atmosphäre und Venedig wird wirklich toll beschrieben. Sowieso mochte ich die Art, wie die Autorin Janine Wilk die Geschichte erzählt. Manchmal hatte ich während dem Lesen ein richtig mulmiges Gefühl, obschon eigentlich gar nichts wirklich Bemerkenswertes geschah. Auch die Sprache hat mir gefallen, sie ist nicht kompliziert, sondern sehr angenehm aber irgendwie dennoch besonders.

Auch die Personen, besonders Fiorella haben mir gefallen. Fiorella, also die Grossmutter von Francesca, ist blind, allerdings hält sie dies nicht davon ab, als Oberhaupt der Familie alle nach ihrer Pfeife tanzen zu lassen, aber auf eine sehr liebenswerte Art und Weise. Sie ist einfach eine unglaublich starke Persönlichkeit und sehr temperamentvoll, eine wirklich tolle Frau, auch wenn sie nicht immer einfach ist. Ich mochte sie einfach total, da konnte ich Francesca sehr gut verstehen, die ihre Grossmutter ja auch sehr mag.
Francesca selbst war mir auch sehr sympathisch, allerdings hatte ich mit ihr ein Problem. Im Buch steht nämlich, dass sie 13 Jahre alt ist. Meiner Meinung nach verhält sie sich aber nicht wirklich wie eine 13jährige und ich hätte sie eher auf 16 Jahre oder noch älter geschätzt. Sie muss in der Geschichte ziemlich viel durchmachen wohingegen ihre Alpträume schon fast nichtig erscheinen und ich denke nicht, dass eine 13jährige in ihrer Situation so stark geblieben wäre und anders als gewisse ältere Personen, in anderen Büchern, handelt sie auch nie unüberlegt oder egoistisch. Eigentlich ist das Alter aber nicht so wichtig und ich mochte sie als Protagonistin, egal ob sie jetzt 13 oder 16 Jahre alt ist.

Wie immer als letztes noch kurz zur Gestaltung des Buches und die muss bei Die Schattenträumerin unbedingt erwähnt werden. Denn nicht nur das Cover ist wunderschön, im innern hat es am Anfang jedes Kapitels in schwarz/weiss noch mal das Bild des Tores und auf jeder Seite hat es am Rand diese Verschnörkelungen, die auch auf dem Cover zu sehen. Das Cover ist übrigens nicht nur ein toller Eyecatcher, sondern passt auch hervorragend zur Geschichte. Es zeigt die Schönheit von Venedig und spiegelt aber auch etwas die teilweise ziemlich gruselige Atmosphäre wieder und dabei wirkt es noch so schön mysteriös. Hach, ganz ehrlich, ich liebe es einfach.

Fazit:
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hat mir das Buch insgesamt super gefallen. Die Geschichte ist spannend, gut durchdacht und teilweise etwas gruselig, aber so, dass auch 12jährige das Buch lesen können, aber auch für ältere Empfehlenswert.

9/10*

Buchinfos:
Titel: Die Schattenträumerin
Autor: Janine Wilk
Verlag: Planet Girl
Erschienen: 24. Januar 2012
Seitenzahl: 384 Seiten

Autoreninfos:
Janine Wilk wurde am 07.07.1977 als Kind eines Musikers und einer Malerin in Mühlacker geboren. Schon von Kindesbeinen an war die Literatur sehr wichtig für sie, mit elf Jahren schrieb sie ihre ersten Geschichten. Mit Anfang zwanzig begann sie mit der Arbeit an ihrem ersten Buch und schon bald folgten die ersten Veröffentlichungen im Bereich Lyrik und Kurzprosa. Janine Wilk lebt mit ihrem Mann und ihren zwei Kindern in der Nähe von Heilbronn. 

(Quellen: www.amazon.de; www.planet-girl-verlag.de) 

Kommentare:

  1. ich würde das auch sehr, sehr gerne lesen und du hast mich jetzt darin bestärkt! von janine wilk hört man so viel gutes ^^

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    1. Dass stimmt, ich habe auch von viel gutes über die Bücher von Janine Wilk gehört. Für mich war die Schattenträumerin das erste, aber ziemlich sicher nicht das letzte.

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  2. Ich muss zugeben, dass ich es etwas schwer fand in die Geschichte hineinzukommen. Erst war ich gar nicht so begeistert, aber nach einigen Seiten hat es sich schnell gelegt und dann konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen :)

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  3. Wow, echt eine tolle Rezi! :)
    Ich hab das Hörbuch gehört und fand es auch sehr schön! :)

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