Montag, 19. März 2012

Die Hüterin Midgards

Elbenthal-Saga: Die Hüterin Midgards - Ivo Pala
zum Inhalt:
Svenya ist an ein Leben auf der Flucht gewöhnt, denn sie ist aus dem Heim, in dem gelebt hat geflohen. Seitdem lebt sie auf der Strasse und ist ständig auf der Flucht, denn auf keinen Fall will sie zurück ins Heim, denn dort wartet Charlie auf sie und dem zieht sie ein Leben auf der Strasse eindeutig vor. In der Nacht auf ihren 17. Geburtstag möchte Svenya eigentlich endlich mal wieder in einem richtigen Bett schlafen, ihre Pläne werden allerdings von einem Wolf verübelt, der plötzlich mitten in Dresden Jagd auf sie macht. Als wäre das nicht schon genug seltsam, tauchen auch noch weitere komische Gestalten auf, die aus irgendeinem, Svenya unverständlichen, Grund hinter ihr her sind. Erst als sie gefangen und entführt wird kommt sie dem Rätsel auf die Spur, denn bei den Gestalten handelt es sich um Elben. Diejenigen, die sie entführt haben gehören zu den Lichtelben und Svenya soll ihnen dabei helfen die Menschenwelt vor den Dunkelelben zu beschützen. Dies ist ihre Aufgabe, denn sie die Hüterin Midgards.

meine Meinung:
Ehrlich gesagt war ich zuerst etwas skeptisch, als ich im Prolog von Elben mit Maschinenpistolen gelesen habe. Diese Skepsis verflog aber schon während des ersten Kapitels. Die Geschichte beginnt sehr rasant, mit Svenyas Flucht vor dem Wolf, schon hier merkt man das Svenya keinesfalls ein normaler Mensch ist, denn sie ist viel schneller und stärker als ein Mensch es je sein könnte. Ziemlich schnell erfährt man dann auch den Grund dafür, nun ja nein, eigentlich erfährt man ihn nicht, aber das hat schon seine Richtigkeit, denn Svenya ist die Hüterin Midgards. Das bedeutet so viel wie, dass sie auserwählt ist die Menschen vor den Dunkelelben zu beschützen und dieser "Job" hat neben vieler Vorteile, wie ein eigener Palast samt Personal und Unsterblichkeit, auch einige Nachtteile, beispielsweise darf sie nie fragen wer sie wirklich ist.

Svenya fand ich eine sehr gelungene Protagonistin. Sie hatte ein Leben, welches wirklich alles andere als schön und leicht war und bei den Lichtelben ist sie nun etwas besonders und verfügt über unglaubliche Reichtümer. Trotz dieser drastischen Änderung bleibt sie sich selbst und ihren Prinzipien treu, sie lässt sich nicht von all dem Luxus blenden oder einschüchtern. Zudem ist sie auch endlich mal eine Heldin, die sich auch etwas denkt bevor sie handelt und nicht einfach mal alles auf gut Glück macht. Sie ist eine starke Protagonistin, die ihren eigenen Willen hat und sich von niemandem etwas vorschreiben lässt. All dass hat mir wirklich gut gefallen, allerdings gab es leider auch ein paar kleine Szenen, wo ich ihr Verhalten nicht so ganz nachvollziehen konnte, wo es auch einfach nicht so zu ihr gepasst hat. Dies waren aber nur ganz wenige, eigentlich kaum erwähnenswert. Auch die andern Figuren fand ich gelungen, wobei ich aber Anfangs etwas Probleme hatte sie auseinander zu halten und man über die meisten leider nur sehr wenig erfährt.

Viel wichtiger sind die vielen Dinge, die mir an die Hüterin Midgards gefallen haben. Etwas davon ist sicher, dass es sich um eine wirklich einzigartige Geschichte handelt, ich zumindest habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen. Zum einen spielt die Geschichte nämlich in Dresden und zum anderen unter dem Fundament des Residenzschlosses, dort liegt nämlich die Burg Elbenthal. Und die Teile der Geschichte, welche dort unten spielen wirken sehr High-Fantasy mäßig, nicht nur wegen den Elben und den anderen fantastischen Geschöpfen, die es dort gibt, sondern auch wegen der Atmosphäre.
Andererseits haben die Elben, wie auch schon erwähnt Maschinengewehre, welche ja eindeutig in unsere moderne Welt gehören und dann ist die ganze Geschichte auch noch von Mythologie durchwoben. Für mich hat sich dass als eine wirklich tolle Mischung herausgestellt, auch wenn diese wohl nicht für jeden etwas ist.

Dennoch würde ich auch Leuten, welche eher nicht so der High-Fantasy Typ sind das Buch nahe legen, denn wie schon gesagt ist es ein Gemisch aus verschiedenen Genres, die durch eine super spannende Geschichte miteinander verbunden sind. Denn Svenya hat als Hüterin Midgards eine Aufgabe und zwar die Menschen und das Tor zu ihrer Welt zu beschützen. Wobei die Dunkelelben ganz andere Pläne haben, für die sie Svenya auch sehr gut gebrauchen könnten. Svenya ist somit ständig in Gefahr und dadurch, dass sie sich noch nicht einmal sicher ist, ob sie wirklich die Hüterin Midgards sein will oder überhaupt sein kann, gibt es auch immer wieder unerwartete Wendungen in der Geschichte. Einzig das Ende hat mir nicht so gefallen, denn ich hätte gern noch weiter gelesen.

Was ich hier auch unbedingt noch erwähnen muss, ist der Schreibstill des Autors, denn er schreibt wirklich toll, vor allem sehr bildlich, wodurch man sich Elbenthal und all die fantastischen Dinge, die es zu bieten hat, sehr gut vorstellen kann.

Zuletzt noch ganz kurz zur Gestaltung des Buches. Ich finde sie eigentlich sehr gelungen, dass Mädchen auf dem Cover passt auch wirklich sehr gut zur Beschreibung von Svenya und die Burg im Hintergrund könnte sehr gut Elbenthal darstellen. Allerdings hat mich das Cover zuerst nicht nur neugierig gemacht sondern auch ein bisschen abgeschreckt, weil es halt schon sehr ungewöhnlich ist. Die Neugier hat dann aber gesiegt, worüber ich sehr froh bin, denn sonst hätte ich wirklich etwas verpasst.

Fazit:
Eine tolle, ungewöhnliche Geschichte, der man unbedingt eine Chance geben sollte, denn wenn man einmal angefangen hat zu lesen, kann man das Buch kaum mehr zur Seite legen.

9/10*

Buchinfos:
Titel: Elbenthal-Saga - Die Hüterin Midgards
Autor: Ivo Pala
Verlag: Sauerländer
Erschienen: 1. März 2012
Seitenzahl: 384 Seiten
Gebundene Ausgabe

Autoreninfos:
Ivo Pala lebt in Berlin. Er arbeitet als Drehbuchautor für Film und Fernsehen und hat bereits mehrere Romane veröffentlicht. "Die Hüterin Midgards" ist sein erster Roman bei Sauerländer und der Auftakt der großen Elbenthal-Saga.
(Quellen: www.amazon.de; www.sauerlaender.de) 


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