Samstag, 31. Dezember 2011

Forbidden

Forbidden: Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen? - Tabitha Suzuma

zum Inhalt:
Lochan und Maya sind die ältesten von 5 Geschwistern und fast wie Eltern für die jüngeren. Ihr Vater hat sie verlassen und ist mit seiner neuen Familie ausgewandert und ihre Mutter ist fast nie zu Hause, da sie ständig feiern geht und sich auch sonst benimmt als sei sie jung und hätte keine Familie. Für Lochan und Maya bedeutet dass, sie müssen sich um alles kümmern, kochen, einkaufen, putzen, die jüngeren von der Schule abholen, mit ihnen Hausaufgaben machen usw. Zudem müssen sie auch noch dafür sorgend, dass sie wie eine normale Familie wirken und das Jugendamt nicht auf sie aufmerksam wird. Denn sonst würde man die Geschwister trennen und das wollen sie auf keinen Fall. Diese Aufgabe ist nicht einfach, aber Lochan und Maya können sich aufeinander verlassen, sie helfen sich gegenseitig so gut es geht. Dabei entwickeln sie aber Gefühle füreinander, die weit über das hinausgehen, was Geschwister normalerweise füreinander empfinden und von denen nie jemand erfahren darf, da sie ansonsten ihre "Familie" auseinander reissen könnten.

meine Meinung:
Forbidden unterscheidet sich stark von den Büchern, die ich normalerweise lese, doch nachdem ich so viel gutes über das Buch gehörte hatte, wollte ich mich selbst davon überzeugen und ich wurde nicht enttäuscht. Die Geschichte beginnt eher langsam, die Autorin beschreibt im ersten Drittel des Buches ausführlich, wie das alltägliche Leben von Logan und Maya aussieht und auch wie es dazu gekommen ist. Zudem lernt man auch die Geschwister und die Mutter der beiden kennen. Dieser Teil ist sehr wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte, da man als Leser so die Gefühle von Lochan und Maya verstehen und nachvollziehen kann. Und obschon in diesem ersten Teil die ganze Geschichte erst langsam aufgebaut wird wurde mir nie langweilig, die Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt.

Im zweiten Drittel der Geschichte entwickelt sich die Beziehung zwischen Lochen und Maya in eine Richtung, die für Geschwister unüblich ist. Als Leser konnte ich diese Entwicklung sehr gut nachempfinden, da die Gefühle der beiden wirklich schön und authentisch dargestellt werden und sich die Gefühle auch langsam entwickelt und nicht einfach plötzlich da sind. Dennoch fand ich diesen Teil am schlechtesten, da es für mich ein bisschen viel hin und her war, weil ihre Liebe verboten ist und sie sie unterdrücken müssen, es aber nicht können, aber das was sie tun falsch ist, es sich aber nicht so an fühlt...

Der letzte Teil ist sehr nerven aufreibend und emotional, die ganzen Probleme steigern sich noch und irgendwann gerät dann alles völlig außer Kontrolle und nachdem das Buch zu Ende war konnte ich immer noch nicht richtig verstehen, wie es so kommen konnte. Taschentücher sehr empfohlen!

Tabitha Suzuma erzählt die Geschichte sowohl aus der Sicht von Lochan, als auch aus der von Maya, die beiden wechseln sich Kapitelweise ab.

Lochan ist ein sehr interessanter Charakter, er ist unglaublich Intelligent, aber dennoch ist die Schule für ihn die Hölle, da er extrem schüchtern ist. Er sagt wirklich nie etwas, beantwortet keine Fragen und spricht mit niemandem, wenn er nicht unbedingt muss. Daher ist er auch ein Außenseiter und hat keine Freunde. Gegenüber seinen Geschwistern ist er aber vollkommen normal, dort macht ihm seine Schüchternheit keinerlei Probleme. Er ist sehr ernst, aber er liebt seine Geschwister über alles und nimmt für sie unglaubliche Belastungen auf sich.

Maya ist mehr der typische Teenager, sie ist nicht schlecht in der Schule, aber auch nicht außerordentlich gut. Zudem hat sie eine beste Freundin Francie und ist auch sonst nicht unbeliebt, nur hat sie außerhalb der Schule nicht sehr viel Zeit, etwas mit ihren Freunden zu unternehmen. Sie nimmt alles sehr viel leichter als Lochan und ist oft die, die versucht zu schlichten, wenn es einen Streit gibt.

Ansonsten gibt es nicht allzu viele Nebencharakter, außer die Geschwister der beiden, die alle auch sehr interessante und gut ausgearbeitete Charakter sind und über die ihr im Buch mehr lesen könnt.

Das Cover finde ich sehr schön und das Herz aus Stacheldraht sehr passend. Die roten Blütenblätter haben nicht unbedingt einen Bezug auf die Geschichte, sehen aber sehr schön aus und stehen vielleicht für die Liebe von Maya und Lochan.
Der Titel passt auch echt gut, besonders der Untertitel, obwohl er für meinen Geschmack etwas lang ist.
Aber es ist genau die Frage, die man sich als Leser auch immer wieder stellt, während man die Geschichte von Lochan und Maya liest.

Fazit:
Eine schön erzählte Geschichte, die berührt und zum Nachdenken anregt.

8/10*

Buchinfos:
Titel: Forbidden - Wie kann sich etwas so Falsches so richtig anfühlen
Autor: Tabitha Suzuma
Verlag: Oetinger
Erschienen: August 2011
Seitenzahl: 448 Seiten
Gebundene Ausgabe

Autoreninfos:
Tabitha Suzuma wurde 1975 als Tochter einer Engländerin und eines Japaners in London geboren. Sie studierte Französische Literatur am Londoner King's College und arbeitete nach einer pädagogischen Zusatzausbildung als Grundschullehrerin. Seit 2006 hat sie mit großem Erfolg fünf Romane für Jugendliche veröffentlicht. Tabitha Suzuma wurde mit zwei Literaturpreisen ausgezeichnet, dem Young Minds Book Award und dem Stockport Schools Book Award.


(Quellen: http://www.amazon.de/; http://www.oetinger.de/)

1 Kommentar:

  1. Forbidden will ich schon seit es erschienen ist lesen und komm irgendwie nicht dazu. Schöne rezension ;) Bin gleich mal Leserin geworden.

    Lieben gruß

    Sophie
    http://buchrezensionen-sophie.blogspot.de/

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