Samstag, 1. Oktober 2011

Zweilicht


Ich lese...
Zweilicht - Nina Blazon

zum Inhalt:
Jay verbringt ein Jahr als Austauschschüler bei seinem Onkel in New York. An seiner neuen Highschool lernt er Madison kennen, ein Geheimnisvolles Mädchen mit Indianeraugen, zu dem er sich sofort hingezogen fühlt. Bald kommen sie sich näher und alles scheint perfekt. Doch dann taucht ein Mädchen auf, das nur Jay sehen kann. Sie nennt sich Ivy und behauptet seine Welt sei nicht real und er müsse Madison verlassen, denn sie würde ihn an diese Trugwelt binden. Doch Madison ist das Mädchen seiner Träume, er liebt sie und sie ist perfekt für ihn, weshalb also sollte er sie verlassen? Doch was wäre, wenn Ivy wirklich die Wahrheit sagen würde...?

meine Meinung:
Wenn man den Klappentext liest könnte man vielleicht denken, die Geschichte würde sich hauptsächlich um die Dreiecksbeziehung zwischen Jay, Madison und Ivy drehen, dies ist aber nicht der Fall. Für welches Mädchen und somit für welche Wirklichkeit Jay sich schlussendlich entscheidet spielt natürlich schon eine große Rolle, aber die Geschichte hat noch viel mehr zu bieten, als diese Dreiecksbeziehung. Die Geschichte ist super fesselnd, extrem spannend und wunderschön. Man kann sie eigentlich keinem bestimmten Genre zuordnen, sie ist irgendwie ein bisschen eine Mischung zwischen einem Fantasyroman und einer Dystophie. Während man sich am Anfang der Geschichte noch im allseits bekannten New York befindet, wird man im zweiten Teil in eine Fantasywelt entführt, die nur noch schwach an New York erinnert. Bei diesem Übergang wird die Geschichte dann auch ziemlich kompliziert und man ist als Leser zeitweise genauso verwirrt wie Jay. Diese Verwirrung legt sich dann aber mit der Zeit wieder und man kann die wunderschöne Atmosphäre dieses magischen New York geniessen.

Die Autorin erschafft, nur mit ihren gut gewählten und wunderschönen Worten, ein New York, das so schön und magisch ist, wie man es sich nur vorstellen kann. Doch natürlich hat auch jede Welt ihre Gefahren und auch die beschreibt Nina Blazon so gut, dass mir beim lesen ein kalter Schauer den Rücken hinunter gelaufen ist. Nina Blazon schreibt so schön, dass man als Leser eigentlich gar nicht anders kann, als in die Geschichte einzutauchen und mit Jay mitzufühlen, mitzuleiden und mitzukämpfen.

Normalerweise bevorzuge ich eigentlich Geschichten mit weiblichen Hauptprotagonisten, weil ich mit denen einfach besser mitfühlen kann. Deshalb war ich am Anfang der Geschichte auch etwas skeptisch, ob ich mich mit Jay, als Hauptprotagonist anfreunden werden, meine Zweifel wurden aber schnell beiseite geschoben. Jay war mir vom Anfang bis zum Ende immer sympathisch. Er ist ein ganz normaler Junge, der sein Austauschjahr in New York als Chance sieht ein neues Leben anzufangen, weit weg von seiner Mutter, die immer nur das schlechte in ihm sah. Wenn er am Anfang mit Madison redet ist er nervös und weil er der einzige ist der Ivy sieht hat er Angst er werde verrückter oder habe Halluzinationen. Er wirkt total authentisch und normal, man kann sich als Leser sehr gut mit ihm identifizieren. Dennoch ist er nicht langweilig, er hat seinen eigenen Kopf und lässt sich von niemandem etwas vorschreiben.

Madison und Ivy mochte ich eigentlich auch beide, ich konnte gut verstehen, dass es Jay nicht so einfach fällt sich zwischen den beiden zu entscheiden, dass er sich zu beiden hingezogen fühlt. Die beiden könnte man eigentlich gut mit den beiden Welten vergleichen, gleich und doch total anders. Einerseits sind sie sich sehr ähnlich, beide sind sehr geheimnisvoll, beide mögen Jay und beide wollen nur das beste für ihn, doch andererseits sind sie wiederum auch total verschieden, besonders in der Ansicht, was das beste für Jay ist, aber auch im Charakter. Doch bis zum Ende weiss man eigentlich nie wirklich, welche jetzt die gute und welche die schlechte Seite ist. Sobald man denkt es herausgefunden zu haben geschieht wieder etwas, dass alles über den Haufen wirft.

Das Cover finde ich einfach wunderschön. Es hat etwas Geheimnisvolles und spiegelt die Atmosphäre der Geschichte wieder. Somit ist es nicht nur ein Eyecatcher sondern passt auch noch super zur Geschichte. Mit dem Titel ist es so ziemlich dasselbe, auch er ist nicht nur sehr schön, sondern hat auch Bezug zur Geschichte.

Fazit:
Zweilicht ist eine wunderschöne und super spannende Geschichte, die mich sofort in ihren Bann gezogen hat.

10/10*

Buchinfos:
Titel: Zweilicht
Autor: Nina Blazon
Verlag: cbt
Erschienen: 29. August 2011
Seitenzahl: 416 Seiten
Gebundene Ausgabe

Autoreninfos:
Nina Blazon, geboren 1969 in Koper bei Triest, aufgewachsen in Neu-Ulm, las schon als Jugendliche mit Begeisterung Fantasy-Literatur. Selbst zu schreiben begann sie während ihres Germanistik-Studiums – Theaterstücke und Kurzgeschichten – bevor sie den Fantasy-Jugendroman 'Im Bann des Fluchträgers' schrieb, der 2003 mit dem 'Wolfgang-Hohlbein-Preis' und 2004 mit dem 'Deutschen Phantastik-Preis' ausgezeichnet wurde. Seither haben Nina Blazons Bücher zahlreiche Auszeichnungen erhalten. Die erfolgreiche Jugendbuchautorin lebt in Stuttgart.

1 Kommentar:

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