Freitag, 24. Februar 2017

{Rezension} Götterfunke - Liebe mich nicht von Marah Woolf

Quelle
Wie jeden Sommer fährt Jess zusammen mit ihrer besten Freundin Robyn für ein paar Wochen in ein Camp in die Ferien. Dieses Jahr freut sie sich besonders darauf ihrem Alltag etwas zu entkommen, denn ihr Familienleben ist zurzeit ein einziges Chaos. Doch schon bevor Jess und Robyn im Camp ankommen geschieht etwas Merkwürdiges. Jess hat einen unglaublich echt wirkenden Traum, in dem sie beinahe bei einem Autounfall stirbt, doch ein Junge mit unglaublich grünen Augen rettet sie. Als sie im Camp Cayden trifft kann sie ihren Augen kaum trauen, denn er ist der Junge aus ihrem Traum...
Ich muss ganz ehrlich zugeben, dass ich "Götterfunke - Liebe mich nicht" gegenüber etwas skeptisch war. Erstens war da das Cover, welches mich mit dem ganzen Rosa und Glitter nicht so ganz überzeugen konnte. Zweitens war da der Untertitel "Liebe mich nicht", welcher meine Befürchtung, dass mich eine ziemlich kitschige Geschichte erwartet, weiter verstärkte. Dennoch wollte ich das Buch unbedingt lesen und zwar aus dem einfachen Grund, dass auch das Wort "Götter" im Titel vorkommt und Jugendbücher die irgendetwas mit griechischer Mythologie zu tun haben eindeutig eine meiner Schwächen sind.

Auch wenn man ein Buch ja eigentlich nicht nach dem Äusseren bewerten sollte, muss ich hier zugeben, dass sich mein erster Eindruck ziemlich genau bestätigt hat. Die Geschichte ist voller Liebesdrama und hormongesteuerter Teenager (sowie Götter), doch auch wenn ich teilweise echt meine Augen verdrehen musste und die Figuren am liebsten angeschrien hätte, fühlte ich mich insgesamt doch bestens unterhalten. 

Mein liebster Teil der Geschichte waren, wenig überraschend, die mythologischen Elemente. Diese wirkten wirklich gut recherchiert und ich fand es toll, dass es hinten im Buch auch ein kleines Glossar hat, wo man noch etwas mehr über die Götter erfährt und wo die Autorin auch schreibt, was sie selbst zu den Mythen dazu gedichtet hat. Mir hat auch gefallen, dass mit Prometheus eine Figur im Zentrum steht über die ich bisher eher wenig wusste. 

Auch der Schreibstil hat mir gut gefallen, dieser ist sehr locker und flüssig und die Dialoge teilweise richtig schön bissig und humorvoll. Auch die kleinen Zwischenkapitel aus der Sicht von Hermes haben mir in dieser Hinsicht super gefallen. Die Geschichte war erstaunlicherweise auch richtig fesselnd, auch wenn ein grosser Teil der Handlung aus Liebesdrama und ständigem hin- & her besteht, zeigt sich doch, dass im Hintergrund noch etwas Grösseres geschieht und die Geschehnisse rund um Agrios bringen Spannung in die Geschichte. 

Etwas, was mir aber leider wirklich nicht besonders gut gefallen hat waren die Charaktere. Alle bleiben recht oberflächlich und machen eigentlich kaum eine Entwicklung durch. Jess, die Protagonistin, hat eigentlich kaum je irgendetwas anderes als Cayden im Kopf. Ihre beste Freundin Robyn entpuppt sich innert kürzester Zeit als riesige Zicke, die ebenfalls Cayden anschmachtet, obschon sie eigentlich einen Freund hat, der sogar ebenfalls im Camp ist. Cayden selbst ist ein ziemlicher Idiot, dessen Handlungen ich irgendwie nicht wirklich nachvollziehen konnte (selbst wenn man alles mit der "Wette", die er mit Zeus hat versucht zu erklären, machen gewisse Dinge keinen Sinn). 

Die restlichen Figuren, wie Leah, Josh, Apoll und Athene, welche eigentlich recht sympathisch waren, blieben leider ausnahmslos ziemlich blass. Ich hoffe wirklich sehr, dass die Figuren im nächsten Teil etwas mehr Tiefe erhalten und es nicht mehr scheint als wäre das Einzige, was sie im Kopf haben mit allem und jedem zu flirten. 
Götterfunke bietet kurzweilige Unterhaltung und konnte mich insbesondere durch die mythologischen Elemente überzeugen. Für meinen Geschmack gab es jedoch auch etwas zu viel Liebesdrama und die Charaktere blieben mir durchgehend zu oberflächlich. Dennoch bin ich auch gespannt auf den zweiten Teil, da besonders bei der Geschichte rund um Agrios noch einige Fragen offen bleiben, deren Antwort mich sehr interessieren würden... 
 Titel: Götterfunke - Liebe mich nicht
Autorin: Marah Woolf
Verlag: Dressler
Erschienen: 20. Februar 2017
Seitenzahl: 464 Seiten
ISBN: 978-3-7915-0029-4
Marah Woolf wurde 1971 in Sachsen-Anhalt geboren, wo sie auch heute noch mit ihrem Mann und drei Kindern lebt. Sie studierte Geschichte und Politik und erfüllte sich 2011 mit der Veröffentlichung ihres ersten Romans einen großen Traum. Ihre Bücher wie eo3 FederLeicht-, die MondLicht- und die BookLess-Saga haben sich als E-Book oder Taschenbuch mehr als 1 Million mal verkauft. (Quelle: Dressler Verlag)

Samstag, 18. Februar 2017

{Rückblick} Jahreshighlights

Falls ihr meinen Blog schon etwas länger lest, ist euch bestimmt aufgefallen, dass ich noch nie besonders gut organisiert war. Ich habe schon immer eher unregelmässig gepostet, doch letztes Jahr (besonders gegen Ende des Jahres) wurde es echt richtig schlimm. Nicht nur habe ich ewig gebraucht um meine Rezensionen zu posten, Kurzrezensionen und Neuzugänge-Posts sind grösstenteils sogar ganz ausgeblieben (ihr habt vielleicht gemerkt, dass dafür in letzter Zeit ziemlich viele Neuzugänge-Posts gekommen sind...xD).

So ist es auch gekommen, dass ich viele meiner Highlights dieses Jahr gar nie rezensiert habe. Da mir dazu schlicht die Zeit fehlt werde ich das auch nicht mehr nachholen (im Gegensatz zu den Rückblicken und Neuzugängen...). Dennoch wollte ich euch die Bücher gerne zumindest noch kurz vorstellen und da kommt dieser Post ins Spiel. ;) 

Ich habe mich jetzt mal auf fünf Bücher beschränkt, wobei ich bei vielleicht doch etwas geschummelt habe...

Die Verratenen, Die Verschworenen & Die Vernichteten von Ursula Poznanski
Möglicherweise habe ich hier ein bisschen geschummelt, aber da es echt selten der Fall ist, dass eine Trilogie durchgehend so toll ist, musste ich hier einfach alle drei Bücher erwähnen. Ich glaube ich könnte nicht einmal einen Favorit wählen, die Bücher haben mich echt alle umgehauen. Die Geschichte spielt in einer dystopischen Welt und handelt von einer Gruppe Studenten an einer Eliteuniversität, die verdächtigt werden Verrat begannen zu haben und daraufhin flüchten müssen. Die Geschichte ist voller toller Charaktere, die Studenten haben alle unterschiedliche Schwerpunkte und Fähigkeiten, die ihnen auf ihrer Flucht behilflich sein können und ich mochte besonders Ria, die Protagonistin, deren Schwerpunkt die Kommunikation ist. Ihre Fähigkeit die Emotionen von Leuten zu lesen und gleichzeitig ihre so zu kontrollieren, dass sie sich selbst aus den gefährlichsten Situationen herausreden kann, fand ich unglaublich faszinierend. Die Bücher sind zudem richtig toll geschrieben und voller Wendungen, die man nicht kommen sieht und schliesslich doch alle Sinn machen. Ich hätte die Bücher am liebsten direkt nacheinander gelesen und doch wollte ich sie mir auch aufsparen, denn so tolle Bücher muss man geniessen. :)



Elantris von Brandon Sanderson
Irgendwie hatte ich dieses Jahr den Drang wieder etwas mehr Highfantasy zu lesen und da bin ich ziemlich schnell auf Brandon Sanderson gestossen, welcher mich schon mit Steelheart und Der Rithmatist begeistern konnte. Elantris ist (bisher) ein Einzelband und handelt von Elantris, der früheren Hauptstadt eines Landes namens Arelon, deren Bewohner einst magische Kräfte besassen, doch diese verschwanden plötzlich und nun scheinen die Bewohner unter einem schrecklichen Fluch zu leiden und die Stadt zerfällt langsam. Die Geschichte ist aus drei Sichtweisen erzählt, aus der Sicht einer Prinzessin, einem Hohepriester und einem Bewohner von Elantris. Alle drei Sichtweisen sind super spannend und alle drei Figuren verfolgen sehr unterschiedliche Ziele. Dabei kommen sie sich auch nicht selten in die Quere. Besonders die Prinzessin Sarene ist mir dabei sehr ans Herz gewachsen, sie ist super intelligent und eine talentierte Strategin, die es sich in den Kopf setzt Arelon eigenhändig von allerlei Bedrohungen zu retten. Die Geschichte beschäftigt sich mit der Politik von Arelon und die Handlung ist voller Intrigen und Täuschungen und überraschenden Wendungen. Auch wenn die Geschichte weniger actionreich ist als beispielsweise Steelheart bleibt sie doch durchgehend spannend, besonders weil die Handlung und die Welt richtig gut durchdacht sind und die Magie von Elantris auch super interessant ist. 



American Gods von Neil Gaiman
Auch American Gods von Neil Gaiman zählt nicht zu meinem üblichen Genre der Jugendbücher und ich hatte ehrlich gesagt nicht viel Ahnung davon, was ich mich darin erwarten würde. Es ist hauptsächlich bei mir eingezogen weil es um Götter geht und alles was mit Mythologie zu hat sowieso direkt mein Interesse weckt. Ich denke es hat positiv zu meinem Leseerlebnis beigetragen, dass ich nicht wirklich wusste was mich erwartet, denn so konnte ich mich genau wie der Protagonist Shadow komplett ahnungslos in die Geschichte hineinziehen lassen. Neil Gaiman schreibt unglaublich toll und so bin ich innert kürzester Zeit komplett in der Geschichte versunken. Die Geschichte ist teilweise echt verrückt und insgesamt total aussergewöhnlich und überraschend und besonders voller unglaublich interessanter Figuren und schockierenden Wendungen. Wie gesagt will ich gar nicht  zu viel verraten, denn am besten lässt man sich von der Geschichte einfach überraschen, aber das Buch definitiv eine Empfehlung für alle, die ungewöhnliche, fantastische Geschichten mögen. Das Buch wird übrigens auch als Serie verfilmt und darauf bin ich schon sehr gespannt, der Trailer sieht meiner Meinung nach vielversprechend aus.



Trials of Apollo - The Hidden Oracle von Rick Riordan
Rick Riordan gehört für mich zu ein paar wenigen Autoren von denen zuverlässig jedes neue Buch bei mir einzieht und kurz darauf verschlungen wird und so ging es mir auch mit The Hidden Oracle. Eigentlich sind alle Bücher von Rick Riordan ziemlich humorvoll geschrieben und bringen mich immer mal wieder zum Lachen, doch hier war ich so gut wie ständig am Grinsen. Apollo war schon als Nebenfigur in den Percy Jackson Büchern immer richtig lustig, doch als Protagonistin ist er einfach unschlagbar. Besonders da er eigentlich gar kein richtiger Gott mehr ist, er steckt im Körper eines Teenagers und hat den grössten Teil seiner Kräfte verloren, dennoch sieht er sich selbst noch immer als den grossen Gott Apollo und verhält sich auch dementsprechend, was zu vielen richtig tollen Momenten führt. Auch die Handlung ist spannend und Rick Riordan schafft es einfach perfekt mythologische Elemente in seine Geschichten einzubinden. Die Nebenfiguren sind gewohnt sympathisch, auch wenn sie etwas in Apollos Schatten stehen, und man trifft viele alte Bekannte wieder. Eine kleine Warnung muss jedoch ausgesprochen werden, denn man sollte unbedingt die Percy Jackson- und Helden des Olymp-Reihe gelesen haben, bevor man zu diesem Buch greift, da es stark auf den Ereignissen aus diesen Reihen aufbaut.



Harry Potter and the Cursed Child von John Tiffany, Jack Thorne & J.K. Rowling
Ich glaube dieses Buch ist wohl eindeutig das umstrittenste auf dieser Liste. Mir persönlich hat das Harry Potter-Theaterstück super gefallen. Ich habe es innerhalb eines Tages verschlungen und fühlte mich während dem Lesen wirklich als würde ich in die Zauberwelt zurückkehren, dieses Gefühl nach so vielen Jahren wieder eine neues Geschichte über Harry Potter und seine Freunde zu lesen war für mich einfach unbeschreiblich. Ich muss ganz ehrlich jedoch auch sagen, dass ich das Buch nicht wirklich auf der gleichen Stufe sehe wie die ursprünglichen sieben Bücher, doch ich habe meinen erneuten Ausflug in die Zauberwelt sehr genossen. Die Geschichte war spannend, wenn auch teilweise etwas verworren, und mir sind die neuen Figuren, insbesondere Scorpius, während dem Lesen ans Herz gewachsen. Es gibt auch kleine Dinge die mich etwas gestört haben, beispielsweise fand ich, dass Ron etwas zu kurz kommt, jedoch hat mir das Buch insgesamt genau dieses Gefühl gegeben, dass ich mir von einem Harry Potter-Buch wünsch. Ich habe mitgefiebert und mitgelitten und ein paar zauberhafte Stunden mit dem Buch verbracht. Jetzt würde ich es nur gerne auch mal noch im Theater erleben. 

Natürlich gab es in diesem Jahr auch ein paar tolle Bücher welche ich tatsächlich rezensiert habe. ;)
Meine grössten Highlights waren dabei To All the Boys I've Loved Before, Plötzlich Prinz - Die Rache der Feen, Wohin der Sommer uns trägt und Der dunkle Kuss der Sterne.

Natürlich habe ich es nicht nur vernachlässigt meine Highlights zu rezensieren, sondern auch die Flops... Wenn hierzu auch Interesse für einen Post bestehen würde, lasst es mich wissen. ;)

Ich hoffte ihr habt ein tolles Wochenende! :)
Liebe Grüsse,

Sonntag, 12. Februar 2017

[(Kurz)Rezension] A Man Called Ove von Fredrik Backman

Quelle
At first sight, Ove is almost certainly the grumpiest man you will ever meet. He thinks himself surrounded by idiots - neighbours who can't reverse a trailer properly, joggers, shop assistants who talk in code, and the perpetrators of the vicious coup d'etat that ousted him as Chairman of the Residents' Association. He will persist in making his daily inspection rounds of the local streets.
But isn't it rare, these days, to find such old-fashioned clarity of belief and deed? Such unswerving conviction about what the world should be, and a lifelong dedication to making it just so?
In the end, you will see, there is something about Ove that is quite irresistible... (Quelle: Sceptre)
Als ich die Kurzbeschreibung zu diesem Buch gelesen habe, hätte ich nie erwartet das mich dieses Buch so berühren könnte. Die Geschichte ist vom Tempo her ziemlich langsam und man wechselt immer wieder zwischen zwei Zeitebenen, der Gegenwart und Oves Vergangenheit, hin und her. Teilweise hatte es ein paar Längen, besonders in den Rückblicken, doch insgesamt fühlte ich mich immer gut unterhalten. 

Die Geschichte ist unglaublich berührend und man durchlebt ein echtes Wechselbad der Gefühle. Ich habe das Buch jeweils auf dem Weg in die Uni im Zug gelesen und in einem Moment musste ich mir ein lautes Lachen verkneifen und nur ein paar Seiten später die Tränen zurück halten. Das Ende habe ich dann glücklicherweise zu Hause gelesen, denn dieses hat mir echt das Herz gebrochen und die Tränen sind, selbst nachdem ich das Buch weggelegt hatte, nur so geflossen. Gleichzeitig war ich aber auch am Lächeln, denn besser hätte das Ende einfach nicht passen können.

Ove ist ein absolut unglaublicher und einzigartiger Charaktere. Er findet einfach immer etwas zu meckern und mir ist wirklich noch nie eine so mürrische Figur begegnet. Doch trotz, oder vielleicht auch gerade wegen, all seinen Fehlern kann man einfach nicht anders als Ove im Verlauf der Geschichte ins Herz zu schliessen. Denn auch wenn er sich gegen aussen ganz anders gibt, und es selbst nie zugeben würde, hat er doch ein gutes Herz und verbringt mindestens so viel Zeit damit anderen Menschen zu helfen, wie sich über sie zu ärgern. 

Doch auch die Nebencharaktere sind unglaublich vielfältig und interessant. Auch sie haben alle ihre Fehler, doch je mehr man sie kennen lernt, desto mehr schliesst man auch sie ins Herz. Ganz besonders mochte ich Parvaneh, Oves neue, schwangere Nachbarin, da sie die einzige ist die ihm die Stirn bieten kann und die beiden daher ein tolles Team abgeben. Und die Katze, weil sie einfach ist, wie Katzen halt so sind. Ich bin wirklich froh, dass ich dieses Buch geschenkt bekommen habe, denn asonsten wäre mir eine wirklich berührende Geschichte entgangen.
https://www.hodder.co.uk/books/detail.page?isbn=9781444775815