Sonntag, 31. Januar 2016

[Rezension] Das Feuerzeichen von Francesca Haig

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Viele Jahre in der Zukunft hat sich die Menschheit noch immer nicht ganz von der schrecklichen Katastrophe erholt, die sie zurück ins Mittelalter katapultiert hat. In dieser Welt werden nur noch Zwillinge geboren, immer ein Junge und ein Mädchen und immer jeweils ein perfekter Zwilling und einer mit einem Makel. Während die makellosen Alphas ein normales Leben geniessen können, werden die Omegas verstossen und als minderwertig angesehen. Doch die Alphas können sie nicht ganz loswerden, denn wenn einer der Zwillinge stirbt, ereilt den anderen dasselbe Schicksal...

Daher halten einflussreiche Alphas ihre Zwillinge gefangen, so dass niemand über ihren Omega in sie herankommen kann. Genau dies geschieht Cass, deren Zwilling Zach Karriere in der Politik macht. Doch sie schafft es zu entkommen und beschliesst sich nicht weiter mit ihrer Situation abzufinden, sondern einen Weg zu finden ihren Bruder zu stoppen. Selbst wenn somit auch ihr Gefahr droht...
Irgendwie habe ich schon immer gerne Bücher über Zwillinge gelesen (und mir früher natürlich auch gewünscht selbst einen Zwilling zu haben), daher hat mich die Kurzbeschreibung zu "Das Feuerzeichen" sofort angesprochen. Als ich angefangen habe das Buch zu lesen, habe ich allerdings schnell gemerkt, dass die Beziehung der Zwillinge in der Welt von Cass und Zach nicht gerade einfach ist. Normalerweise werden die Geschwister schon früh getrennt, da nur der Alpha bei den Eltern bleiben darf und der minderwertige Omega weggeschickt wird. 

Wie wir allerdings am Anfang des Buches erfahren, lief es bei unserer Protagonistin Cass und ihrem Bruder Zach etwas anders ab. Im ersten Teil der Geschichte erfährt man viel darüber wie Cass aufgewachsen ist und kann somit auch ihre besondere Beziehung zu ihrem Bruder besser nachempfinden. Denn die beiden wurden erst viel später getrennt als die meisten anderen Zwillinge. Dies liegt daran, dass Omegas normalerweise irgendeinen körperlichen Makel aufweisen, beispielsweise nur einen Arm oder nur ein Bein haben. Selten gibt es unter ihnen jedoch auch Seher, die sich körperlich nicht von den Alphas unterscheiden, jedoch oftmals Träume haben in denen sie die Zukunft sehen oder sich an die Katastrophe erinnern können. Cass gehört zu ihnen. 

Auch wenn die Geschichte anfangs sehr stark auf die Flashbacks und die Kindheit der Protagonistin fokussiert ist und die Handlung deshalb lange nicht richtig in Fahrt kommt, haben mir diese Teile eigentlich ziemlich gut gefallen. Cass musste seit frühster Kindheit verbergen, wer sie wirklich ist, denn ansonsten wäre sie fortgeschickt worden. Man kann dabei sehen wie schlau, aber auch dickköpfig sie sein kann. Man merkt jedoch auch, dass sie sehr harmoniebedürftig ist, denn eigentlich will nur mit ihrem Bruder auskommen. Dieser fängt aber immer mehr an sie zu verabscheuen, selbst wenn er gute Miene zu bösem Spiel macht und auch wenn es sich Cass nicht selbst eingestehen will, kann man auch sehen wie hinterhältig er ist. 

Die Autorin hat es sehr schön geschafft Cass und ihrem Bruder Tiefe zu geben und hat damit eine interessante Grundlage für die Geschichte geschaffen. Allerdings hatte ich gehofft, die Geschichte würde anschliessend, nachdem Cass die Flucht aus den Fängen ihres Bruders gelungen ist, spannender werden, doch sie zieht sich über das ganze Buch hinweg eher langsam dahin. Mir haben zwar die Konflikte die aufgebaut wurden gut gefallen, doch ich hatte das Gefühl es war etwas viel Vorbereitung für die nächsten Teile, während hier noch nicht besonders viel passiert.

Erst ganz gegen Ende wird die Geschichte dann richtig spannend und macht sogar noch eine interessante Wendung, die mich sehr neugierig auf den zweiten Teil gemacht hat. Die Geschichte hat auf jeden Fall noch viel Potential und ich bin gespannt darauf wie sich der Konflikt zwischen den Alphas und Omegas weiter entwickelt. Schliesslich bedeutet jedes Opfer einen Verlust für beide Seiten, da die Zwillinge so miteinander verbunden sind, dass sie nicht ohne den jeweils anderen leben können. Die Grundlagen die in diesem Teil gelegt wurden versprechen jedenfalls eine interessante Fortsetzung.
Zwar hatte dieser Teil einige Schwächen, doch das Potential für den zweiten Teil ist eindeutig vorhanden. Ich hoffe nur, dieser setzt genau dort an, wo der Erste geendet hat, dann sollte einer spannenden und actionreichen Geschichte eigentlich nichts mehr im Wege stehen. Zudem hoffe ich auch, dass man die restlichen Charaktere neben Cass und ihrem Bruder, noch etwas besser kennen lernt. Denn während man diese sehr gut kennen gelernt hat, blieben die meisten anderen Charaktere noch etwas blass.
 Titel: Das Feuerzeichen
Originaltitel: The Fire Sermon
Autorin: Francesca Haig
Übersetzerin: Kathrin Wolf
Verlag: Heyne fliegt
Erschienen: 26. Oktober 2015
Seitenzahl: 480 Seiten
ISBN: 978-3-453-27013-8
Francesca Haig wuchs in Tasmanien auf und promovierte in Literaturwissenschaften an der Universität Melbourne. Wenn sie nicht gerade an ihren eigenen Texten arbeitet, unterrichtet sie Kreatives Schreiben an der Universität von Chester. Für ihre Gedichtsammlungen wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Mit Das Feuerzeichen legt sie nun ihre erste Romantrilogie vor. Francesca Haig lebt mit ihrer Familie in London.

Donnerstag, 21. Januar 2016

[Neuzugänge] Überreste aus dem letzten Jahr...

 Gegen Ende des Jahres haben sich bei mir irgendwie so viele Neuzugänge angesammelt, dass ich gar nicht hinterher gekommen bin, sie hier zu posten. Zuerst wollte ich eigentlich noch für jeden Monat einen einzelnen Post machen (bzw. für den Oktober einen zweiten Teil), aber dann habe ich doch beschlossen, dass ich zu faul bin. ;)

Daher hier jetzt alles auf einmal. :D

geschenkt oder gewonnen/gekauft/gebraucht gekauft/Rezensionsexemplar
Oktober
 Panic von Lauren Oliver
Schimmert die Nacht von Maggie Stiefvater
Diviners - Aller Anfang ist böse von Libba Bray
Dark Canopy von Jennifer Benkau
Dark Destiny von Jennifer Benkau
Vom Mondlicht berührt von Amy Plum
WARP - Der Quantenzauberer von Eoin Colfer
Skogland von Kirsten Boie
In einem Boot von Charlotte Rogan
The Hundred-Year-Old Man... von Jonas Jonasson

November
Six of Crows von Leigh Bardugo
Firefight von Brandon Sanderson
Das Feuerzeichen von Francesca Haig
Zodiac von Romina Russell
Die Frabe der Zukunft von Meredith McCardle
Fairest von Marissa Meyer
Carry On von Rainbow Rowell
Winter von Marissa Meyer
The Circle von Dave Eggers

Dezember
Stille Nacht von Frank Flöthmann
Girl Online von Zoe Sugg
Die dunkle Flut von Ilona Andrews
Duell der Schatten von Ilona Andrews
Ich bin Princess X von Cherie Priest
Digby von Stephanie Tromly
Pride and Prejudice von Jane Austen
Der dunkle Kuss der Sterne von Nina Blazon
Persuasion von Jane Austen
Et après von Guillaume Musso

Ich möchte mich ganz herzlich bei Heyne fliegt, IVI, Penguin Randomhouse, Bloomoon, Oetinger, Blogg dein Buch und Vorablesen für die Rezensionsexemplare bedanken. ♥ Ausserdem ein ganz liebes Dankeschön an Bea für "Panic" und "Schimmert die Nacht" und an Safia für "Der dunkle Kuss der Sterne", ihr seid die Besten. ♥

Wie man sehen kann ist mein SuB in den letzten Monaten wieder ziemlich gewachsen, dieses Jahr habe ich mir aber fest vorgenommen endlich mal was dagegen zu tun und bisher läuft es nicht schlecht (sind ja auch erst ein paar Wochen...xD). 

Welches der Bücher sollte ich den unbedingt möglichst bald lesen?

Bei so vielen tollen Neuzugängen kann ich eure Entscheidungshilfe echt gebrauchen. :D
Liebe Grüsse,

Samstag, 16. Januar 2016

[Rezension] Firefight von Brandon Sanderson



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 *Warnung: Dies ist eine Fortsetzung, die Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil!*
David und die Rächer haben es geschafft, sie haben Steelheart, einer der stärksten Epics überhaupt, besiegt. Doch obschon David seine Rache bekommen hat, ist der Kampf gegen die Epics noch lange nicht zu Ende. Davids Weltansicht wurde jedoch von Grund auf erschüttert, als er erfahren hat, dass der Prof, der brillante Anführer der Rächer, selbst ein Epic ist. Kann es vielleicht doch gute Epics geben? Und was heisst das für Firefight, die Epic in die sich David verliebt hat? Als die Rächer auf einer Mission in die mysteriöse Stadt Babilar kommen, muss er sich all diesen Fragen stellen, denn dort ist nichts wie es scheint...
Firefight ist die Fortsetzung zu Steelheart, welches mich damals trotz hoher Erwartungen positiv überraschen konnte. Entsprechend hoch waren meine Erwartungen auch an diesen Teil. Der Anfang konnte mich direkt wieder mitten ins Geschehen hinein ziehen und so flogen die Seiten anfangs nur so dahin. Der Tod von Steelheart bleibt natürlich nicht ohne Folgen und ich war sehr gespannt darauf zu sehen, womit es die Rächer in diesem Teil zu tun bekommen. 

Nach den spannenden ersten Seiten gab es erst mal einen Szenenwechsel, welcher sich für mich leider als etwas schwierig herausstellte. Für David, Tia und den Prof geht es nach Babilar, eine Stadt die auf den ersten Blick kaum etwas mit Newcago gemeinsam hat. Doch obschon die Leute dort nicht in Angst leben, wird auch diese Stadt von einer Epic beherrscht, die keine guten Absichten zu haben scheint. 

Die Art wie Babilar beschrieben wurde, fand ich sehr interessant und ich konnte mir diese fremdartige Stadt auch gut vorstellen. Doch obschon es anfangs durchaus spannend war zu sehen wie David sich in dieser, für ihn fremden, Welt zurecht findet und die Lebensart der Einwohner von Babilar für ihn viele kritische Fragen aufwarf, fehlte mir zwischenzeitlich etwas die Spannung. Die Geschichte war definitiv nie langweilig, doch teilweise hatte ich das Gefühl, man dreht sich ein bisschen im Kreis.

Ich muss aber betonen, dass dieser Zustand nicht lange anhielt und ich das Buch spätestens nach der Hälfte kaum mehr weglegen konnte, da sich die Geschehnisse nun beinahe überschlagen und wieder jede Menge überraschende Wendungen auf einen warten. Zudem hat mir auch Brandon Sandersons Schreibstil wieder richtig gut gefallen. Das Buch liest sich sehr flüssig und er schreibt immer mit einer Prise Humor. Wie schon im ersten Teil haben mir besonders die actionreichen Szenen super gefallen, ich könnte mir die Reihe richtig gut als Filme vorstellen, denn das Kopfkino während dem Lesen war genial. 

Den zuvor erwähnten Humor hat man grösstenteils David zu verdanken, der sich glücklicherweise kaum verändert hat, obschon nach den Geschehnissen des ersten Teils plötzlich sein ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt wurde. Seine Metaphern sind noch immer einsame Spitze und er stürzt sich noch immer gerne unvorbereitet in gefährliche Situationen, aus denen er nur dank seinem Talent zum Improvisieren wieder hinauskommt. Er fällt möglicherweise nicht immer die besten, überlegtesten Entscheidungen und ist keinesfalls perfekt, doch gerade deshalb fiebert man so mit ihm mit. Seine Weltsicht hat sich allerdings erheblich geändert und er sieht nicht mehr alles als schwarz oder weiss. Dies führt dazu, dass er das was er und die Wächter tun auch mit neuen Augen sieht und es stellt sich die Frage, ob es nicht einen anderen Weg geben könnte.

Dieser Konflikt spielt über die ganze Handlung hinweg eine wichtige Rolle, denn vieles ist nicht so wie es auf den ersten Blick scheint und man erfährt auch einiges neues über die Epics. Nach den Dingen die man am Ende des ersten Teils erfährt fand ich die Entwicklung von Prof und Megan sehr interessant, besonders weil auch bei den beiden vieles nicht unbedingt so ist, wie man denken könnte. Beides sind unglaublich interessante und komplexe Charaktere, die mich in diesem Teil positiv überrascht haben. Besonders nach den schockierenden Wendungen am Ende dieses Teils kann ich es kaum erwarten bis der dritte Teil erscheint, da ich unbedingt wissen muss wie es weiter geht. Ich hoffe wir müssen uns auf keine allzu lange Wartezeit einstellen.  
Firefight ist eine gelungene Fortsetzung die Steelheart in (fast) nichts nachsteht. Abgesehen von ein paar kleinen Längen gegen Anfang konnte mich das Buch fast durchgehend fesseln und gegen Ende konnte ich meine Augen aufgrund der vielen tollen Wendungen kaum mehr von den Seiten abwenden. Auch die Entwicklung der Charaktere, besonders von David, Megan und dem Prof, haben mir sehr gut gefallen und ich kann es kaum erwarten zu erfahren wie es im dritten Teil weiter geht. Eine klare Empfehlung an alle, die Steelheart mochten (und wenn ihr es noch nicht gelesen habt, solltet ihr das unbedingt nachholen).
Titel: Firefight
Autor: Brandon Sanderson
Übersetzer: Jürgen Langowski
Verlag: Heyne fliegt
Erschienen: 26. Oktober 2015
Seitenzahl: 464 Seiten
ISBN: 978-3-453-26900-2
Brandon Sanderson, 1975 in Nebraska geboren, schreibt seit seiner Schulzeit phantastische Geschichten. Er studierte Englische Literatur und unterrichtet Kreatives Schreiben. Sein Debütroman »Elantris« avancierte in Amerika auf Anhieb zum Bestseller. Seit seinen »Kinder des Nebels«-Romanen und seinen Sturmlicht-Chroniken gilt Brandon Sanderson auch in Deutschland als einer der neuen Stars der Fantasy. Der Autor lebt mit seiner Familie in Provo, Utah. (Quelle: Heyne fliegt)