Montag, 26. Oktober 2015

[Rezension] Auf und davon von David Arnold

Quelle
Mim stand schon immer ihrer Mutter näher als ihrem Vater. Doch nun lebt sie bei ihm und seiner neuen Frau, über 1500 Kilometer von ihrer Mutter entfernt. Als sie jedoch zufällig hört, dass ihre Mutter krank ist, ist für Mim sofort klar, dass sie zu ihr muss. So läuft sie heimlich davon und steigt in einen Greyhound-Bus der sie zu ihrer Mutter bringen soll. Die Fahrt verläuft jedoch alles andere als reibungslos und Mim muss einige Umwege in Kauf nehmen. Dabei lernt sie nicht nur neue Freunde kennen, sondern sie lernt auch einiges über sich selbst...
Ich habe mich schon vor dem Erscheinungstermin sehr auf Auf und davon gefreut, ich liebe Road Trips in Büchern und die Kurzbeschreibung klang doch sehr vielversprechend. Ausserdem ist da noch das Cover, welches förmlich nach einem tollen Road Trip schreit. Doch schnell musste ich feststellen, dass das Buch nicht ganz so war, wie ich es erwartet hätte. 

Als erstes wäre da Mim, die nicht unbedingt eine typische Protagonistin ist. Sie ist sehr eigenwillig und ich hatte anfangs ziemliche Probleme mich mit zurecht zu finden, da sie teilweise doch sehr starke Meinungen hat. Damit wirkt sie teilweise leider ziemlich überheblich, besonders da sie die unangenehme Eigenschaft hat Leute aufgrund nur eines oberflächlichen Merkmales (wie beispielsweise ein Name) abzustempeln. Sie ist selbst eher ungewöhnlich und verurteilt "normale" Leute gerne einmal als langweilig und engstirnig. 

Dennoch ist mir Mim mit der Zeit ans Herz gewachsen, sie hat definitiv ihre Fehler und ich konnte ihrem Verhalten nicht immer zustimmen, aber man merkt doch, dass sie sich im Verlauf der Geschichte entwickelt und sich anderen Leuten auch mehr zu öffnen beginnt. Besonders die Freundschaften, die sie im Verlauf der Geschichte schliesst, haben auch zu ein paar echt schönen Momenten geführt. Besonders wie sie sich um Walt, einen behinderten Jungen, der ganz auf sich allein gestellt ist, kümmert und wie wichtig er und Beck ihr werden hat mir gut gefallen. 

Was ich allerdings schade fand war, wie wenig Themen wie Behinderung oder auch psychische Krankheiten in der Geschichte wirklich ernsthaft behandelt werden, obschon sie mehrmals angesprochen werden. Man erfährt zwar, dass Walt geistig behindert ist, dadurch dass die Geschichte ganz aus Mims Sicht geschrieben ist, erfährt man jedoch kaum was die Auswirkungen für ihn sind und wie er damit zurecht kommt. Zudem mochte ich zwar, wie viel er Mim bedeutet, doch ich fand es ein bisschen fragwürdig, dass sie ihn einmal als ihr "Haustier" bezeichnet. Das Thema psychische Krankheit wird im Buch zwar öfters angesprochen und man merkt auch wie Mim durch die ständige Sorge ihres Vaters beeinflusst wird, doch über die Folgen ihrer Krankheit (oder woran sie überhaupt wirklich leidet) erfährt man so gut wie nichts.

Wie schon erwähnt ist die Geschichte aus der Ich-Perspektive von Mim erzählt. Dazwischen bekommen wir auch immer wieder Briefe die Mim an eine gewisse Isabel schreibt, lange weiss man nicht wirklich um wen es sich dabei handelt und die Auflösung hat mir wirklich richtig gut gefallen. Der Schreibstil war sehr umgangssprachlich, was mir eigentlich nicht schlecht gefallen hat, nur in den Briefen war es teilweise etwas zu viel des Guten. Mims Gedanken waren aber durchaus interessant, besonders wenn sie gegen Ende des Buches teilweise Dinge die sie in früheren Briefen geschrieben hat in Frage stellt, woran man gut sehen kann wie sie sich entwickelt hat.

Die Handlung war eigentlich durchgehend interessant, wobei mir aber gewisse Dinge einfach ein bisschen zu schnell abgehandelt wurden. Es gibt ein paar doch sehr erschreckende Ereignisse, deren Auswirkungen auf Mim für meinen Geschmack viel zu wenig betrachtet wurden. Ich hätte es besser gefunden wenn diese Themen wie Tod und Vergewaltigung nicht so schnell abgehandelt worden wären. Insgesamt sind viele Dinge die Mim auf ihrem Road Trip erlebt, obschon es auch schöne Momente gab, nicht gerade toll.
Auf und davon war ziemlich anders als ich es erwartet hätte, besonders da der Road Trip auf den sich Mim begibt nicht ganz das ist, was man sich unter einem schönen Road Trip vorstellt. Auch wenn Mims ungewöhnlicher Road Trip durchaus interessant war und mir ihre Entwicklung gut gefallen hat, hatte ich auch einige Probleme mit der Geschichte, beispielsweise das viele ernste Themen zwar angedeutet, aber nie wirklich behandelt wurden.
Titel: Auf und davon
Originaltitel: Mosquitoland
Autor: David Arnold
Übersetzerin: Astrid Finke
Verlag: Heyne fliegt 
Erschienen: 24. August 2015
Seitenzahl: 384 Seiten
ISBN: 978-3-453-26983-5
Bevor er zum Schreiben kam, war David Arnold schon Musiker, Produzent, Vorschullehrer und Vollzeit-Dad. Auf und davon ist sein von Presse und Lesern begeistert besprochener Debütroman. Der Autor lebt mit seiner Familie in Lexington, Kentucky. (Quelle: Heyne fliegt)

Dienstag, 20. Oktober 2015

[Rezension] Afterworlds von Scott Westerfeld

Quelle
Als die 17-jährige Darcy in nur einem Monat einen Roman schreibt, hätte sie nie damit gerechnet ihn direkt für eine sechsstellige Summe an einen grossen Verlag verkaufen zu können. Doch genau dies ist geschehen und so beschliesst Darcy nach ihrem Highschool Abschluss nach New York zu ziehen um eine richtige Autorin zu werden. Jedoch ist dies nicht so einfach wie sie sich das vorgestellt hat...

Darcys Geschichte handelt von der jungen Lizzie, der einzigen Überlebenden eines Terroranschlags an einem Flughafen. Was jedoch niemand weiss ist, dass Lizzie nur überleben konnte weil sie in die Totenwelt übergewechselt ist. Dort ist sie dem mysteriösen Yamaraj begegnet, zu dem sie sich sofort hingezogen gefühlt hat. Zurück in der normalen Welt kann Lizzie plötzlich Geister sehen und stösst so auf ein altes Geheimnis ihrer Mutter...
Ich fand die Idee eines Buches, welches zwei Geschichten erzählt, diejenige einer jungen Autorin und diejenige die diese geschrieben hat, super interessant. Besonders da ich die "Ugly-Pretty-Special"-Reihe des Autors damals sehr mochte und auch viel Gutes über seine anderen Bücher gehört habe. Vermutlich waren meine Erwartungen etwas zu hoch und ich weiss auch nicht genau, was ich mir von der Geschichte erhofft hatte, jedenfalls nicht was ich schliesslich bekommen habe.

Mir ist es leider sehr schwer gefallen in das Buch hineinzufinden und ich muss ganz ehrlich zugeben, dass es mich bis zum Ende hin nie wirklich gefesselt hat. Eigentlich müsste man meinen, dass ein Buch, welches gleich zwei Geschichten erzählt kaum je langweilig werden könnte, leider ist diese Annahme falsch. Ich könnte nicht einmal richtig sagen welche Geschichte ich mehr mochte, am Anfang und Ende wohl Lizzies und im Mittelteil Darcys, doch eigentlich fand ich keine der beiden besonders spannend.

Mein grösstes Problem war, dass ich manchmal das Gefühl hatte ich könnte eigentlich genau so gut abwechselnd Kapitel aus zwei komplett unabhängigen Bücher lesen. Zwar konnte man teilweise mitverfolgen wie Darcys Erlebnisse Lizzies Geschichte verändert haben, doch insgesamt waren für meinen Geschmack einfach nicht genug Verbindungen zwischen den einzelnen Geschichten. Ich hätte erwartet, dass die Geschichten viel mehr miteinander verwoben sind und sich vielleicht auch gegenseitig beeinflussen. Da dies jedoch kaum der Fall war hat der Wechsel nach jedem Kapitel meinen Lesefluss ziemlich gestört.

Lizzies Geschichte war zudem leider auch extrem klischeehaft. Natürlich könnte das in gewisser Weise die Absicht des Autors gewesen sein, schliesslich wurde das Buch von einer Siebzehnjährigen innerhalb eines Monats geschrieben und Darcy gibt auch selbst zu, dass sie während dem Schreiben eigentlich keinen Plan hatte. Dennoch ging mir beispielsweise diese Liebe auf den ersten Blick und auch das ansonsten teilweise fragwürdige Verhalten der, ziemlich langweiligen und naiven, Protagonistin manchmal echt auf die Nerven. 

Darcy war in dieser Hinsicht einiges interessanter. Sie muss sich mit vielen Problemen des Erwachsenwerdens auseinander setzen und auch ihr Leben als zukünftige Autorin und die vielen Hindernisse, die sie überwinden muss, bis ihr Buch endlich erscheint, fand ich gut dargestellt. Natürlich hatte sie richtig Glück mit ihrem Vertrag und dies ist ihr auch bewusst, daher konnte ich ihren Zweifel ob sie überhaupt eine richtige Autorin ist, gut nachvollziehen. 

Auch Darcy verliebt sich in dem Buch zum ersten Mal und genau wie bei Lizzie hatte ich auch hier das Gefühl, dass Ganze kam etwas aus dem Nichts. Die Entwicklung der Beziehung hat mir aber grundsätzlich ziemlich gut gefallen, besonders weil sie um einiges realistischer ist als die zwischen Lizzie und Yama. Leider bedeutet dies nicht, dass Darcy mir weniger auf die Nerven gegangen ist. Sie ist teilweise total passiv und sobald sich irgendein Problem zeigt versinkt sie lieber erstmal eine Runde im Selbstmitleid anstatt irgendwie eine Lösung zu finden. Zudem plätschert die Geschichte grösstenteils auch einfach gemächlich vor sich hin und ich hatte nicht das Gefühl, dass sich Darcy gross entwickelt hat. 
Leider war Afterworlds so gar nicht das, was ich mir davon erhofft hatte. Anstatt zwei spannende Geschichten in einem Buch zu bekommen, konnten mich leider weder Darcys noch Lizzies Geschichte wirklich fesseln. Der Wechsel zwischen den beiden Geschichten nach jedem Kapitel hat zudem meinen Lesefluss ziemlich gestört und ich hatte das Gefühl nie wirklich in das Buch hinein zu finden. Trotz interessanter Idee konnte mich Afterworlds daher leider nicht überzeugen.
 Titel: Afterworlds - Die Welten zwischen uns
Originaltitel: Afterworlds
Autor: Scott Westerfeld
Übersetzerin: Angela Stein
Erschienen: 20. August 2015
Seitenzahl: 704 Seiten
ISBN: 978-3-7373-5222-2
Scott Westerfeld wurde in Texas, USA, geboren. Er studierte Japanisch, Spanisch und Latein und arbeitete unter anderem als Lehrer, Redakteur und Software-Designer. Seit einigen Jahren lebt er abwechselnd in Sydney und New York City und schreibt mit großem Erfolg Romane für Jugendliche und Erwachsene. (Quelle: Fischerverlage)

Donnerstag, 15. Oktober 2015

[Rezension] The Bone Season - Die Denkerfürsten von Samantha Shannon

Quelle
 *Warnung: Dies ist eine Fortsetzung, die Rezension enthält Spoiler zum ersten Teil!*
Paige hat es tatsächlich geschafft aus Sheol I zu entkommen und ist zurück in London. Doch damit ist sie leider noch lange nicht in Sicherheit. Die Rephaim kontrollieren ganz Scion und Nashira wird nicht ruhen, bis sie Paige und die anderen Flüchtigen gefunden hat. Die einzige Chance wäre es die Denkerfürsten Londons zu vereinen. Doch diese denken gar nicht an einen Aufstand sondern scheinen mit ihren kriminellen Machenschaften im Untergrund zufrieden zu sein. Je mehr Paige über die dunkeln Machenschaften des Syndikats erfährt, desto mehr beginnt sie daran zu zweifeln ihrem Gefängnis wirklich entkommen zu sein...
Da es nicht sehr lange her ist, seit ich den ersten Teil gelesen habe und dieser Teil direkt danach wieder ansetzt ist mir der Einstieg ziemlich leicht gefallen. Die Geschichte ist auch von Beginn weg wieder spannend und es präsentieren sich einem direkt mehrere Probleme. Denn eigentlich wollte Paige nicht zurück zu Jaxon, da sie diesem nicht mehr richtig traut, doch sie sieht schnell ein, dass sie kaum eine andere Wahl hat. Besonders da sie das Syndikat irgendwie auf die Gefahr durch die Rephaim aufmerksam machen will und sie da als Aussenseiter keine Chance hätte Gehör zu finden.

Schon als Jaxons Ganovenbraut muss sie schnell feststellen, dass den Denkerfürsten nicht viel ein einer Rebellion gelegen scheint. Im Gegensatz zu Paige, die ihr Leben im Untergrund immer als notwendiges Übel gesehen hat, da sie sonst kaum überleben könnte, scheinen viele der Denkerfürsten durch und durch skrupellos zu sein. Ich fand es sehr spannend, dass man in diesem Teil einen Einblick in die Politik des Syndikats bekommen hat. Denn obschon die Denkerfürsten und ihre Banden eigentlich Gesetzlose sind, gibt es innerhalb des Syndikats doch allgemein anerkannte Regeln, an die sich die Mitglieder halten müssen.

Während London im ersten Band nur für einen kurzen Teil der Geschichte als Schauplatz diente, lernt man die Stadt dieses Mal viel besser kennen. Nicht nur das System des Syndikats war sehr gut ausgearbeitet, mir haben auch die vielen verschiedenen Orte die Paige besucht sehr gut gefallen. Die sowieso komplexe Welt die Samantha Shannon im ersten Band geschaffen hat wird weiter ausgebaut. Die Geschichte ist dadurch wieder ziemlich anspruchsvoll, besonders da man auch ziemlich viele neue Figuren kennen lernt. Man muss also definitiv aufmerksam lesen, damit man alles wirklich versteht.

Dadurch kann die Geschichte teilweise auch mal etwas zäh erscheinen, doch durch einige schockierende Geschehnisse und überraschende Wendungen hat es die Autorin dennoch geschafft, mein Interesse zu halten. Trotz der Länge des Buches bleibt die Geschichte doch durchgehend spannend und selbst die ruhigeren Teile sind wichtig für die Entwicklung der Handlung. Jedoch ist es wie schon im ersten Teil so, dass man trotz vieler kleiner Überraschungen eigentlich von Anfang an sehen kann, wo das Ganze schlussendlich hinführt.

Im ersten Teil hatte ich auch etwas Probleme mit den Nebencharakteren, besonders dass man die Mitglieder der "Sieben Siegel" nicht wirklich kennen gelernt hat. Dies wird in diesem Teil nun nachgeholt und man bekommt ein viel besseres Gefühl für die Charaktere und ihre Beziehungen untereinander. Man lernt zudem auch viele weitere interessante und teilweise sehr mysteriöse Figuren kennen, besonders einige Denkerfürsten und Denkerköniginnen. Eine der geheimnisvollsten Figuren ist dabei der Lumpensammler und ich bin sehr gespannt darauf, im nächsten Teil hoffentlich mehr über ihn zu erfahren.

Während man in diesem Teil mehr über die Nebenfiguren erfahren hat, konnte ich zu Paige in diesem Teil leider keinen wirklichen Zugang finden. Die Entwicklung, die sie durchmacht fand ich sehr spannend, besonders weil sie teilweise dazu gezwungen ist anders zu handeln als sie eigentlich will. Auf mich hat sie jedoch irgendwie etwas distanziert gewirkt und ich konnte ihre Gedanken und Gefühle teilweise nicht komplett nachvollziehen. Was mir jedoch gut gefallen hat ist, wie sich ihre Beziehung zum Wächter entwickelt hat, besonders weil sie sich nun, dass sie nicht mehr in Sheol I sondern in London sind, auch ebenbürtiger wirken. Die Liebe hat jedoch wieder nur eine nebensächliche Rolle gespielt.
Insgesamt hat mir auch der zweite Teil von "The Bone Season" sehr gut gefallen. Ich hatte wieder ein paar kleinere Kritikpunkte, doch die einzigartige Welt und die gutdurchdachte Handlung konnten mich auch dieses Mal wieder fesseln. Paige ist teilweise eine etwas schwierige Protagonistin, da ich zu ihr keinen richtigen Zugang gefunden habe, dafür haben mir die Nebenfiguren in diesem Teil bedeutend besser gefallen. Nach dem schockierenden Ende dieses Teils fiebere ich dem dritten Teil bereits sehnsüchtig entgegen. 
 Titel: The Bone Season - Die Denkerfürsten
Originaltitel: The Mime Order
Autorin: Samantha Shannon
Übersetzerin: Charlotte Lungstrass-Kapfer
Erschienen: 14. September 2015
Seitenzahl: 624 Seiten
ISBN:  978-3-8270-1230-2
Samantha Shannon, geboren 1991, wuchs im Londoner Westen auf, wo sie mit fünfzehn das Schreiben begann. Sie hat gerade ihr Literaturstudium am St Anne’s College in Oxford beendet. »Die Träumerin« ist der erste Band einer siebenteiligen Serie um die junge Seherin Paige Mahoney. Die Übersetzungsrechte wurden in mehr als zwanzig Länder verkauft und eine Verfilmung ist in Arbeit. (Quelle: Berlin Verlag)

Montag, 5. Oktober 2015

[Rezension] Black Blade von Jennifer Estep

Quelle
Seit dem Tod ihrer Mutter lässt die 17-jährige Lila niemanden mehr zu nahe an sich heran. Sie wohnt allein im Keller einer Bibliothek und arbeitet neben der Schule als Diebin. Dieser Job ist in Cloudburst Falls, dem magischsten Ort der Welt, mit den ständigen Touristenströmen auch nicht allzu schwierig. Zudem verfügt Lila über äusserst nützliche und ziemlich mächtige magische Talente. Sie ist jedoch immer darauf bedacht nicht in die Machtkämpfe der verschiedenen magischen Familien hineinzugeraten, die über die Stadt herrschen. Dies gelingt ihr auch nicht schlecht, bis sie einem wichtigen Mitglied einer der mächtigsten Familien das Leben rettet...
"Black Blade" beginnt direkt richtig spannend. Man begleitet Lila auf einem ihrer Aufträge und wird dabei mitten ins Geschehen hinein geworfen. Dabei merkt man schnell, dass Lila nicht nur als Diebin, sondern auch als Kämpferin ziemlich begabt zu sein scheint, denn sie kann es locker mit mehreren Wachen aufnehmen. Ihre magischen Talente helfen ihr dabei natürlich auch. 

Man merkt auch schnell, dass sich Cloudburst Falls ziemlich von einer normalen Stadt unterscheidet. Nicht nur leben dort sehr viele Menschen, die magische Talente besitzen, es gibt auch Monster vor denen man sich in acht nehmen muss. Doch trotz der Gefahr durch die Monster und die kriminellen Machenschaften der Familienclans, ist die Stadt auch ein sehr beliebtes Ziel bei den Touristen, für die Lila jedoch nicht wirklich viel übrig hat. Ich fand diesen Ort, der Jennifer Estep erschaffen hat super interessant und er hat für eine interessante Atmosphäre gesorgt. An so einem Ort, kann man sich eigentlich nie richtig sicher fühlen, jedenfalls nicht wenn man in die Machenschaften der Familien hineingezogen wird.

Daher will sich Lila eigentlich auch möglichst von diesen fernhalten, sie weiss genau, dass es keine gute Idee wäre einen Draconi oder Sinclaire zu bestehlen. Zudem hat es für sie auch persönliche Gründe, weshalb sie keiner der Familien vertraut, was mit dem Tod ihrer Mutter zu tun hat. So ist Lila eine Einzelgängerin geworden. Die einzige Person, die ihr irgendwie nahe steht ist Mo, für den sie die Diebestouren erledigt. Gerade weil für Lila andere Menschen nicht so wichtig sind und sie es auch mit dem Gesetzt nicht so streng nimmt, fand ich sie anfangs sehr interessant. 

Im Verlauf der Geschichte wird Lila jedoch weicher und auch wenn diese Entwicklung zumindest grösstenteils logisch wirkte fand ich es etwas schade, da dadurch etwas verloren ging, was ihren Charakter interessant und ungewöhnlich gemacht hat. Lila bleibt zwar entschlossen und eigenständig, doch für jemanden der sich so lange selbst durchgekämpft hat, scheint sie gewisse Figuren einfach etwas schnell an sich heran zu lassen. 

Zu diesen Figuren zählt beispielsweise Devon, der Junge dem Lila das Leben rettet. Auch wenn sie anfangs fest entschlossen ist, ihn zu hassen, schliesslich gehört er zu einer der wichtigsten Familien, fällt ihr das gar nicht so leicht. Die Liebesgeschichte steht zwar nicht direkt im Zentrum der Geschichte, doch es gibt immer wieder Momente, wo man merkt, dass sich da etwas anbahnt. Doch natürlich geht es nicht ohne das typische Drama und hin und her.

Nun muss ich leider zu den Dingen kommen, die mich an der Geschichte etwas gestört haben. Trotz dem interessanten Setting und einer spannenden Ausgangslage die mich sofort fesseln konnte, hat die Geschichte nichts wirklich Neues zu bieten. Trotz des guten Tempos der Handlung, hat mein Interesse immer mehr nachgelassen, da die Geschichte leider viel zu vorhersehbar war. Ich hätte nach weniger als einem Drittel des Buches sagen können, wer am Schluss der Bösewicht sein würde. Dagegen waren alle Charaktere teilweise extrem schwer von Begriff und haben unglaublich lange gebraucht um absolut offensichtliche Dinge zu erkennen.
Trotz einem tollen Start und einer spannenden Grundidee schafft es Black Blade nicht wirklich herauszustechen. Die Geschichte konnte mich zwar durchaus gut unterhalten, doch leider war die Handlung weitgehend ziemlich vorhersehbar. Dennoch bin ich gespannt wie die Geschichte unserer sympathischen Protagonistin weiter geht und hoffe, dass der zweite Teil es schafft mich etwas mehr zu überraschen.
 Titel: Black Blade - Das eisige Feuer der Magie
Originaltitel: Cold Burn of Magic
Autorin: Jennifer Estep
Übersetzerin: Vanessa Lamatsch
Verlag: ivi Verlag
Erschienen: 5. Oktober 2015
Seitenzahl: 368 Seiten
ISBN: 978-3-492-70328-4
Jennifer Estep ist Journalistin und New-York-Times-Bestsellerautorin. Sie schloss ihr Studium mit einem Bachelor in Englischer Literatur und Journalismus und einem Master in Professional Communications ab und lebt heute in Tennessee. Bei Piper erschien bisher ihre All-Age-Serie um die »Mythos Academy« sowie die Urban-Fantasy-Reihe »Elemental Assassin«. (Quelle: ivi Verlag)

Jennife Estep an der Frankfurter Buchmesse sein!

Sonntag, 4. Oktober 2015

[Neuzugänge] Wo kommen nur immer diese Bücher her?


 Es ist wieder Zeit für Neuzugänge, dieses Mal für den August und September. Wie man sehen kann ist wieder einiges zusammen gekommen (auf dem Bild fehlt noch "Der Marsianer" da das Buch im Moment verliehen ist). :D
Auch der Oktober verspricht wieder ziemlich reich an Neuzugängen zu werden, mit den vielen tollen Neuerscheinungen und zudem habe ich ja dann auch noch Geburtstag. ;) 


Afterworlds von Scott Westerfeld habe ich vom Verlag bekommen und ist meine aktuelle Lektüre. Leider habe ich im Moment etwas eine Leseflaute und komme nicht wirklich vorwärts, ich hoffe aber ich kann es trotzdem in den nächsten Tagen beenden. 
Der zweite Teil von The Bone Season von Samantha Shannon habe ich, wie schon der erste Teil, für die Leserunde bei Lovelybooks bekommen. Ich habe das Buch auch bereits beendet und die Rezi dazu kommt bald. ♥
Dreams of Gods and Monsters von Laini Taylor, was ebenfalls ein Reziexemplar war, habe ich auch bereits verschlungen und die Rezi dazu ist bereits online. Der Abschied von Karou, Akiva, Zuzana und den anderen ist mir echt schwer gefallen...

Go Set a Watchman von Harper Lee, habe ich über Blogg dein Buch bekommen. Meine Meinung dazu könnt ihr in meiner Rezension nachlesen. 
Sieben Minuten nach Mitternacht von Patrick Ness und Siobhan Dowd war ein ziemlicher Spontankauf, weil ich das Buch in meinen Ferien in München günstig entdeckt hatte. Es klingt aber wirklich toll und ich freue mich schon darauf es zu lesen. ♥


Press Play von Steven Camden, habe ich für die Blogtour erhalten mein Beitrag dazu, wie auch meine Rezension sind schon online. Ich habe mal beide verlinkt. :)
Über Mitternachtsclowns von J.J. Howard habe ich bisher sehr wenig gehört, aber die Kurzbeschreibung hat mich echt angesprochen, weshalb es mit 50% Rabatt natürlich mit musste. ;)
Auf und Davon von David Arnold, scheint die Meinungen ziemlich zu spalten. Ich habe das Buch als Reziexemplar bekommen und hoffe ich werde zu denen gehörten die es lieben. Ich bin jedenfalls gespannt...


Die dunkle Prophezeiung des Pan und Die verborgenen Insignien des Pan von Sandra Regnier hat mir eine Freundin weitergegeben, die von mir den ersten Teil ausgeliehen hatte und dann unbedingt wissen musste wie es weiter geht. Den ersten Teil habe ich auch bereits verschlungen und hoffe daher es wird nicht zu lange dauern bis ich zu den Fortsetzungen greife. :)


Ich hatte das Glück bei der Bloggeraktion vom Piper Verlag dieses tolle Vorabexemplar von Black Blade von Jennifer Estep zu erhalten. Das Buch ist bereits gelesen und die Rezension kommt pünktlich zum Erscheinungstermin am Monat. ;)
Meine Rezension zu Du neben mir von Nicola Yoon ist dagegen jetzt schon online und wenn ihr noch am überlegen seid, ob ihr das Buch kaufen wollt, solltet ihr sie euch unbedingt mal anschauen. ♥♥♥
What if? von Randall Munroe ist mir bei meiner letzten Einkaufstour im Bücherladen wegen dem Dinosaurier auf dem Cover sofort aufgefallen. ;) Nachdem ich ein paar Seiten gelesen hatte, musste es unbedingt mit. Es ist super lustig und zudem auch noch echt interessant. xD
Ich kann euch auch die Seite des Autors xkcd nur empfehlen!

Was ist bei euch letzten Monat so eingezogen? Habt ihr vielleicht einer meiner Neuzugänge schon gelesen?

Ich wünsche euch einen wunderschönen Oktober! ♥

Donnerstag, 1. Oktober 2015

[Rezension] Press Play von Steven Camden

Quelle
Ryan und Ameliah wachsen in verschiedenen Zeiten auf und kennen sich nicht, dennoch sind ihre Schicksale miteinander verbunden. Ryan wächst in einer Zeit auf, in der es Dinge wie das Internet oder Handys, die für Ameliah selbstverständlich sind, noch nicht gibt. Doch als Ameliah eine Kassette findet hört sie darauf Ryans Stimme. Dieser hat die Kassette für das Mädchen von nebenan besprochen, damit sie ihn nicht vergisst. Auch wenn Ameliah nicht genau versteht, wovon der Junge spricht, hat sie das Gefühl ihn irgendwie zu kennen...
"Press Play" ist ein Buch, in dem das Thema Familie eine sehr wichtige Rolle spielt. Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sichtweise von Ryan und Ameliah erzählt. Beide wachsen in schwierigen Familienverhältnissen auf. Nach dem Tod seiner Mutter, hat Ryans Vater eine neue Frau geheiratet, die auch einen Sohn in Ryans Alter hat und die beiden kommen sehr schlecht miteinander aus. Ameliah hat bereits beide Elternteile verloren und lebt nun bei ihrer Grossmutter, sie hat noch immer mit dem Tod ihrer Eltern zu kämpfen. 

Somit haben es beide nicht gerade einfach. Zudem sind sie auch unter ihren Altersgenossen eher Aussenseiter. Obschon die beiden in unterschiedlichen Zeiten aufwachsen, haben sie doch mit ähnlichen Problemen zu kämpfen und man entdeckt schnell gewisse Parallelen zwischen den beiden. Doch auch wenn sich die beiden in gewissen Punkten ziemlich ähnlich sind, gibt es auch Unterschiede zwischen den beiden, die interessant zu beobachten sind. 

Beispielsweise verlieben sich beide zum ersten Mal, doch wie sich die beiden "Liebesgeschichten" entwickeln ist ziemlich unterschiedlich. Dennoch fand ich beide total süss, wobei sie in Ryans Geschichte eine etwas grössere Rolle eingenommen hat, als bei Ameliah. Doch wenngleich, die erste Liebe in dem Buch sicher eine Rolle spielt, steht dieser Aspekt nie wirklich im Vordergrund. 

Vielmehr steht die Entwicklung der Hauptfiguren im Zentrum. Beide sind noch ziemlich jung und dabei ihren Platz im Leben und sich selbst zu finden. Dabei kommt es natürlich zu Konflikten. Wie schon erwähnt spielt dabei vor allem die Familie eine wichtige Rolle. Ryan lernt im Verlauf der Geschichte beispielsweise etwas besser mit seinem Stiefbruder klar zu kommen, während Ameliah ein grosses Geheimnis ihrer Familie aufdeckt. 

Die Geschichte ist nie wirklich spannend so dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, doch sie ist sehr leicht zu lesen, weshalb dennoch ein angenehmer Lesefluss entsteht. Zudem bleibt sie auch immer etwas mysteriös und es ist interessant zu sehen wie sich die Teile zusammensetzten. Wobei es hier auch ein Element gab, welches für mich etwas fehl am Platz war und nicht so recht zum Rest der Geschichte zu passen schien. 

Die beiden Zeitebenen spielen gut zusammen und ergeben am Ende ein schönes Gesamtbild. Die Geschichte ist sehr feinfühlig erzählt und die Ängste und Träume der beiden jungen Hauptfiguren schön geschildert. Das Buch ist somit auch für jüngere Leser empfehlenswert, da diese sich sicherlich gut im Ryan und Ameliah identifizieren können.
Press Play ist eine schöne, feinfühlig erzählte Geschichte, in der besonders das Thema Familie eine wichtige Rolle spielt. Obschon Ryan und Ameliah in verschiedenen Zeiten aufwachsen haben sie doch ähnliche Probleme und Wünsche. Steven Camden ist es gelungen die beiden Zeitebenen gut zusammen zu führen, auch wenn es kleine Elemente gab, die für mich nicht so in die Geschichte passen. Ich würde das Buch jedem weiterempfehlen, der ruhige, etwas mysteriöse Geschichte, mit sympathischen und realistischen Charakteren mag.
 Titel: Press Play - Was ich dir noch sagen wollte
Originaltitel: Tape
Autor: Steven Camden
Übersetzerin: Alexandra Ernst
Erschienen: 1. September 2015
Seitenzahl: 352 Seiten
ISBN: 978-3-473-40126-0
Steven Camden zählt in Grossbritannien zu den meist gefeierten Slam-Poets und bestreitet als "Polarbear" auf der ganzen Welt Aufführungen. Er unterrichtet Kreatvies Schreiben an Schulen, war die treibende Kraft hinter dem Ministry of Stories, einem Verband für Kinderkultur, und gründete 2013 die Kreativagentur BearheART. Geboren in Birmingham, lebt Steven Camden heute in London.