Sonntag, 30. August 2015

[Rezension] Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem von Nina LaCour

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Colby und Bev haben schon lange geplant nach der High School nicht wie alle anderen direkt ans College zu gehen sondern zuerst ein Jahr durch Europa zu reisen. Nun ist es so weit, doch zuerst wollen sie noch eine Woche mit ihrer Band "The Disenchantments" durch Kalifornien touren. Doch die anfängliche Unbeschwertheit verschwindet schnell als Bev Colby eröffnet dass sie sich entschieden hat doch direkt ans College zu gehen. Colby kann nicht verstehen, wie sie das so lange verheimlichen konnte. Was wird nun aus seinen Plänen?
Ich mag Road Trips in Büchern total, weshalb mich dieses Buch sofort angesprochen hat. Dazu kam natürlich auch noch das wunderschöne Cover, das richtig sommerlich aussieht und perfekt zum Thema Road Trip passt. Während das Cover jedoch eine lockere, unbeschwerte Atmosphäre versprüht, ist der Ton der Geschichte nachdenklicher als ich erwartet hätte. Colby verbringt auf dem Trip viel Zeit damit sich klar zu werden, wie seine Zukunft aussehen soll und was er eigentlich wirklich will. Humorvolle Momente gibt es dabei leider nur selten. 

Die Entwicklung, die Colby durchmacht hat mir dabei wirklich gut gefallen, während man am Anfang das Gefühl hat fast sein gesamtes Leben dreht sich um Bev, in die er schon seit Ewigkeiten verliebt ist, beschäftigt er sich später mehr mit seinen eigenen Wünschen und Träumen. Dennoch hatte ich teilweise etwas Probleme mit ihm mitzufühlen, denn ich fand Bev einfach nur super egoistisch und unausstehlich und konnte daher absolut nicht nachvollziehen wieso Colby so verliebt in sie ist. 

Bev ist kurz gesagt eine schreckliche Freundin. Sie erzählt Colby nur Tage bevor sie eigentlich nach Europa wollten, dass sie ihre Pläne eigentlich schon vor Monaten geändert hat. Einen richtigen Grund weshalb sie ihm dies nicht früher sagen konnte gibt es nicht. Jedenfalls keinen überzeugenden. Ich habe mich das ganze Buch über eigentlich nur über sie genervt. Immer wieder gab es Situationen, in denen sie absolut unnötig irgendein Drama verursacht hat, während sie beispielsweise ständig vor Colbys Augen mit anderen Leuten rummacht, wird sie eifersüchtig wenn er schon nur mit einer anderen tanzt. 

Meg und Alexa, die zusammen mit Bev in ihrer Band sind waren mir dagegen viel sympathischer. Besonders Alexa, die einzige der vier, die noch nicht mit der High School fertig ist, ist eine richtige Träumerin und glaubt fest an das Schicksal. Sie will Colby ständig helfen seine Zukunft zu planen und hat selbst auch eine Liste mit hunderten von Berufen, die sie gerne einmal ausüben möchte. Obschon Alexa und Meg ziemlich unterschiedlich sind, fand ich es toll wie nahe sich die beiden Schwestern sind. Im Verlauf des Road Trips, trifft man auch immer wieder auf interessante Figuren und bekommt einen kleinen Einblick in total unterschiedliche Leben. 

Das Buch ist sehr schön und atmosphärisch geschrieben. Das Buch ist allerdings alles andere als ein Pageturner und obschon es in der Geschichte auch ein kleines Rätsel gibt, welches Colby und seine Freund zu lösen versuchen, plätschert die Handlung die meiste Zeit eigentlich ziemlich gemächlich vor sich hin. Obschon ich Colbys Zukunftsängste und seine Orientierungslosigkeit gut mitempfinden konnte, empfand ich das Buch teilweise beinahe als langweilig und bei einem Buch mit weniger als 300 Seiten, sollte man eigentlich nicht das Gefühl haben die Geschichte würde sich ziehen.

Das letzte ungefähr Drittel der Geschichte hat mir jedoch besser gefallen, was besonders auch an Colbys Entwicklung lag und auch wenn ich mit dem Ende nicht hunderprozentig glücklich bin, bin ich doch zufrieden. Der Titel passt übrigens perfekt zu der Geschichte.
"Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem" war nachdenklicher als ich erwartet hätte. Im Vordergrund steht Colbys, der an einem wichtigen Punkt in seinem Leben angelangt ist und nicht sicher ist, was er sich von seiner Zukunft erhofft. Seine Entwicklung war gut dargestellt und hat mir gefallen. Leider empfand ich Teil der Geschichte jedoch als eher langweilig und Colbys beste Freundin Bev ist eine ziemlich schwierige Figur, mit der ich mich nicht anfreunden konnte.
 Titel: Eine Woche, ein Ende und der Anfang von allem
Originaltitel: The Disenchantments
Autorin: Nina LaCour
Übersetzerin: Brigitte Jakobeit
Verlag: Carlsen
Erschienen: 2. Juli 2015
Seitenzahl: 272 Seiten
ISBN: 978-3-551-58334-5
Nina LaCour arbeitete als Buchhändlerin, bevor sie an einer Highschool Englisch zu unterrichten begann. Inzwischen konzentriert sie sich ganz aufs Schreiben. Sie lebt mit ihrer Familie in Oakland, Kalifornien.

Quelle: Carlsen Verlag

Freitag, 28. August 2015

[Spezial] Impress-Taschenbücher

Ich denke die meisten von euch kennen Impress, dass E-Book Label vom Carlsen Verlag Verlag. Vor kurzem sind vier Impress-Bücher als Sonderausgabe beim Carlsen Verlag erschienen. Da die tollen Taschenbücher jeweils nur 4,99 Euro kosten und ich auf viele der Bücher schon länger neugierig war, habe ich mir direkt alle vier geholt. Inzwischen sind auch alle verschlungen und ich möchte sie in diesem Post vorstellen.

Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten von Jennifer Wolf
Morgentau handelt von der jungen Maya, die von Gaia auserwählt wird hundert Jahre mit einem ihrer Söhne Frühling, Sommer, Herbst oder Winter zu verbringen, um das Gleichgewicht der Natur aufrecht zu erhalten. 

Ich fand die Idee hinter der Geschichte richtig interessant, auch, dass die Welt fast komplett von Eis bedeckt und nur noch ein kleiner Teil davon bewohnbar ist. Auch der Anfang des Buches hat mir gut gefallen. Das Tempo der Geschichte ist eher langsam, doch ich fand es faszinierend zusammen mit Maya Aviv, Sol, Jesien und Nevis kennen zu lernen. Ich fand auch, dass die vier alle sehr interessant dargestellt waren, auch wenn von Anfang an klar war, wer Mayas Favorit ist. 

Auch wenn die Geschichte mit ein paar Überraschungen aufwarten konnte, war ich vom weiteren Verlauf der Handlung, nachdem sich Maya entschieden hat, leider nicht besonders überzeugt. Viele Teile wirkten auf mich zu kitschig und wirkliche Spannung kam leider nie auf. Zudem konnte ich das Verhalten gewisser Figuren leider nicht wirklich nachvollziehen und die Hauptfiguren ging mir teilweise ziemlich auf die Nerven. Was mich aber am meisten enttäuscht hat, war das Ende. Ich denke es sollte wohl romantisch sein, doch auf mich wirkte es eher ziemlich gezwungen und zudem unlogisch. 6/10*

Zoey scheint die einzige in ihrer Klasse zu sein, die nicht absolut begeistert davon ist, dass Alex, auch Acid genannt und Rockstar, in ihre Klasse kommt. Als dieser jedoch ausgerechnet von ihr Nachhilfe will wird ihr Leben ziemlich auf den Kopf gestellt.

Zoey konnte mit ihrer anfänglichen Ablehnung gegen Alex direkt bei mir punkten, denn dieser kommt wirklich direkt extrem arrogant rüber. Ständig macht er ihr zweideutige Angebote und versucht die eigentlich eher ruhige Zoey aus der Reserve zu locken. Diese lässt sich das allerdings nicht gefallen und gibt schlagfertig zurück. Ich mochte diese Wortgefechte anfangs sehr, später wurden sie aber eher anstrengend. Die beiden können leider einfach absolut nie normal miteinander reden, was auch für einiges, unnötiges Drama verantwortlich ist. 

Zudem fand ich es auch etwas schade, dass sich die Geschichte wirklich sehr stark auf die Entwicklung der Beziehung der beiden konzentriert und sonst eigentlich kaum etwas passiert. Irgendwann hatte ich das Gefühl eigentlich nur noch zu warten, bis die beiden zusammen im Bett landen, denn dies war eigentlich das einzige Ziel auf das die Geschichte hinführte. Zudem blieben dadurch leider auch die meisten anderen Charaktere ziemlich oberflächlich, obschon ich besonders Zoeys Freundinnen eigentlich ziemlich interessant fand und gerne ein bisschen mehr über sie erfahren hätte. 6/10*
  
Light lebt in einer Welt in der die Existenz von Paranormalen längst bekannt ist. Sie selbst ist eine Delegierte, das heisst dass ihr ein Wesen zugeteilt wird, für welches sie dann verantwortlich ist und dem sie helfen soll sich in die Gesellschaft einzufügen. Doch entgegen allen Regeln wird ihr ein männliches Wesen zugeteilt und erst noch ein Dämon.

Ich war sofort von der Welt in der Light & Darkness spielt begeistert. Die Geschichte spielt in nicht allzu weiter Zukunft, doch die Welt hat sich durch die Entdeckung der Paranormaler doch ziemlich verändert. Das System der Delegierten soll eigentlich helfen, dass Paranormale und Menschen ohne Probleme zusammen leben können, doch es gibt auch extreme Gruppen, die diese Situation nicht akzeptieren wollen. Auch wenn sich die Geschichte zu grossen Teilen auf Light und Dante konzentriert, merkt man doch bald, dass im Hintergrund noch etwas viel grösseres läuft.

Light und Dante haben eigentlich schon genug Probleme miteinander klar zu kommen, denn die beiden haben alles andere als einen leichten Start. Während mir Light sofort sympathisch war, da sie entschlossen ist Dante so gut wie möglich zu behandeln, macht Dante ihr das Leben so schwer wie möglich. Dennoch habe ich auch ihn schnell ins Herz geschlossen, denn egal wie böse er sich gibt, merkt man doch bald dass ihm Light auch etwas bedeutet. Als die beiden schliesslich auch noch mitten in den Kampf zwischen zwei extremistischen Gruppen hineingezogen werden, habe ich richtig mit ihnen mitgefiebert und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Mein einziger grösserer Kritikpunkt sind ein paar Szenen, die in meinen Augen nicht so ganz logisch waren, doch davon abgesehen ist Light & Darkness ein sehr gelungener Einzelband. 8/10*

Felicity ist eine Aussenseiterin, die von den meisten nur City genannt wird, und hat auch selbst kein allzu hohes Selbstwertgefühl. Daher kann sie auch absolut nicht verstehen, weshalb Lee, der extrem gutaussehende Neue an ihrer Schule, an ihr interessiert zu sein scheint. Im Gegensatz zu allen anderen Mädchen der Schule findet sie ihn zudem auch eher unheimlich als anziehend. 

"Das Vermächtnis des Pan" hatte nicht unbedingt den besten Start bei mir. Die Geschichte beginnt ziemlich klischeehaft und auch wenn mir die humorvolle Erzählweise sofort gefallen hat, konnten mich die Handlung und Charaktere nicht überzeugen. Was mich besonders gestört hat ist, wie kindisch sich Felicity und ihre Schulkameraden teilweise verhalten und dass sie und ihre Freunde sich selbst doch tatsächlich "die Loser" nennen während sie die beliebten Schüler als "Star Club" bezeichnen. Viel klischeehafter hätten die beiden Gruppen nicht dargestellt werden können. 

Jedoch bessert sich dies im Verlauf der Geschichte und Felicity wurde mir immer sympathischer. Lee, der anfangs ziemlich oberflächlich gewirkt hatte, wurde schnell zu meinem Favoriten und ich mochte sehr wie sich die Beziehung zwischen ihm und Felicity verändert hat. Ich war etwas erstaunt wie lang es gedauert hat, bis die Fantasy Elemente in der Geschichte angefangen haben eine wichtige Rolle zu spielen. Die Geschichte war zwar auch davor schon durchaus unterhaltsam, richtig spannend wurde sie aber vor allem gegen Ende und ich bin schon sehr gespannt, was die nächsten beiden Teile noch bereit halten. 7/10*

Ich habe mich sehr gefreut, dass diese Bücher auch als Taschenbuch erschienen sind und fände es natürlich toll, wenn noch mehr Impress-Titel als Printausgaben erscheinen würden, da ich diese einfach viel lieber lese als E-Books. Wenn es euch da auch so ergeht wie mir kann ich euch die Facebook-Seite Impress E-Books als Printausgaben - gemeinsam schaffen wir das empfehlen, die genau dieses Ziel erreichen möchte. 

Weitere Impress Bücher, die ich sehr gerne als Taschenbuchausgabe haben würde wären  beispielsweise Road to Hallelujah von Martina Riemer, Darian & Victoria von Stefanie Hasse, sowie Emily Lives Loudly und Sommerflüstern von Tanja Voosen. Falls ihr auch gerne E-Books lest kann ich euch die Bücher natürlich auch in dieser Ausgabe empfehlen. ;D

Ganz liebe Grüsse,