Montag, 29. Juni 2015

[Rezension] Serafina: Die Schattendrachen erheben sich von Rachel Hartman

Quelle
 *Warnung: Könnte Spoiler zum ersten Teil enthalten*
Ein Krieg zwischen den Menschen und Drachen scheint kurz bevor zu stehen. Serafinas Heimat Goredd muss sich gegen einen Angriff rüsten, doch die Drachen scheinen beinahe übermächtige Gegner zu sein. Auch wenn ein Teil der Drachen zu ihren Verbündeten zählt, benötigt Goredd doch jede Hilfe die es bekommen kann. Als sich herausstellt das Halbdrachen, wie Serafina, unglaubliche Kräfte freisetzten können, begibt sie sich auf eine abenteuerliche Reise um die anderen Halbdrachen zu finden. Denn nur zusammen sind sie genug stark um die Drachen aufzuhalten...
Eigentlich hatte ich erwartet, dass es mir eher schwer fallen würde wieder in die Geschichte und die Welt von Serafina hinein zu finden, da es schon etwa zweieinhalb Jahre her ist, seit ich den ersten Teil gelesen habe. Daher habe ich mir vorsorglich, durch ein paar Zusammenfassungen, die wichtigsten Punkte wieder in Erinnerung gerufen. Danach fiel mir der Einstieg in die Geschichte und die Welt glücklicherweise ziemlich leicht und der Anfang hat mir wirklich gut gefallen und konnte mich sofort fesseln.

Was mir an dieser Fortsetzung richtig gut gefallen hat ist, wie Rachel Hartman die Welt in der Serafinas Geschichte spielt erweitert hat. Schon im ersten Teil lernt man das Königreich Goredd, seine Kultur und Politik, kennen und mir hat schon damals gefallen, wie gut die Welt ausgearbeitet war. In diesem Teil lernt man weitere Königreiche kennen, die alle eine eigene Kultur haben und man erfährt teilweise auch ein bisschen über die Geschichte der verschiedenen Reiche. Mir hat diese komplexe Welt richtig gut gefallen. Der Autorin ist es gelungen die Welt authentisch und interessant zu gestalten. Das einzige was ich etwas schade fand war, dass es im Buch leider keine Karte gibt. Diese hätte die Welt noch realer wirken lassen und hätte auch geholfen Serafinas Reise besser verfolgen zu können.

Diese Reise nimmt nämlich den grössten Teil der Handlung ein. Während ich es zwar interessant fand die verschiedenen Halbdrachen kennen zu lernen, nach denen Serafina sucht, fand ich leider auch, dass sich die Handlung im Mittelteil ziemlich gezogen hat und ich teilweise das Gefühl hatte einfach nicht vom Fleck zu kommen. Zudem sind es insgesamt fast 20 Halbdrachen und obschon ich der Autorin ein echtes Lob aussprechen will, dafür wie unterschiedlich alle Charaktere waren, hatte ich trotzdem teilweise das Gefühl den Überblick zu verlieren.

Serafina mochte ich, wie schon im ersten Band, wirklich sehr. Sie ist stark und unabhängig und auch wenn sie teilweise an sich zweifelt gibt sie doch nie auf und verfolgt ihr Ziel, selbst wenn es teilweise wirklich ziemlich schlecht aussieht. Ausserdem hat sie ein grosses Herz und besonders ihre Freundschaft zu Abdo, der durch seine unerschütterliche Art einer meiner Lieblingscharaktere war, hat mir richtig gut gefallen, weil man genau merkt wie viel er ihr bedeutet. Doch auch ihre Entschlossenheit ihren Onkel zu finden fand ich richtig toll. Ich konnte mich wieder sehr gut in sie hineinversetzten und mit ihr mitfühlen.

Ich fand es allerdings ein bisschen schade, dass Serafina und ich die meisten anderen Figuren teilweise etwas begriffsstutzig wirkten, besonders was den Plan der Antagonistin Jannoula anging. Für mich war es schon ziemlich früh offensichtlich was sie mit ihren Intrigen erreichen wollte, während Serafina ständig darüber am Rätseln ist.

Das letzte Drittel der Geschichte war dennoch sehr spannend und selbst wenn ich ein paar Wendungen vorausgeahnt hatte, hat es mir gut gefallen. Meine einzige Kritik hierzu war, dass es ganz am Ende ein bisschen sehr schnell ging und ich fand das beispielsweise die Liebesgeschichte ein bisschen kurz kam, allerdings hat diese sowieso im ganzen Buch nur eine nebensächliche Rolle gespielt. Das Ende war aber auf jeden Fall befriedigend, da alle offenen Fragen beantwortet wurden und es auch sehr gut zu der Geschichte gepasst hat.
 
Trotz einiger Längen hat mir auch der zweite Teil rund um Serafina und die Halbdrachen gefallen. Die faszinierende und komplexe Welt, sowie die vielfältige Charaktere konnten mich trotz der eher langsamen Handlung fesseln. Gegen Ende wurde die Geschichte zudem richtig spannend und ich hätte mir nur gewünscht dass nicht, im Vergleich zum Rest der Handlung, alles plötzlich so schnell gegangen wäre. Fans des ersten Teils empfehle ich die Fortsetzung auf jeden Fall auch zu lesen und wer "Serafina" bisher noch nicht kennt und Fantasy und Drachen mag, dem würde ich empfehlen sofort zum ersten Teil zu greifen...
Titel: Serafina - Die Schattendrachen erheben sich
Originaltitel: Seraphina - Shadow Scale
Autorin: Rachel Hartman
Übersetzerin: Petra Koob-Pawis
Verlag: cbj
Erschienen: 27. April 2015
Seitenzahl: 640 Seiten
ISBN: 978-3-570-15270-6
Rachel Hartman spielte bereits als Kind Cello und synchronisierte zusammen mit ihrer Schwester Mozartopern. Das berühmte Renaissancelied „Mille Regretz“ inspirierte sie zu ihrem Debutroman, in dem Musik eine große Rolle spielt. Während sie »Serafina« schrieb, hörte sie mittelalterliche italienische Polyphonien, bretonischen Dudelsack-Rock, progressive Metalmusik, lateinamerikanische Barockmusik und gälischen Sean-nós-Gesang. Rachel Hartman lebt mit ihrer Familie in Kanada. 

Quellen: cbj Verlag

Donnerstag, 25. Juni 2015

[Kurzrezension] Laqua - Der Fluch der schwarzen Gondel

Kurzbeschreibung: 
Ein gruseliger, zugiger alter Palazzo, Dauerregen und eine grantige Urgroßmutter. Na großartig! Kristina und Jan sind zunächst nicht gerade begeistert, dass sie die Ferien in Venedig verbringen sollen. Dass sich des Nachts seltsame Schemen aus der Lagune erheben und katzengleich die Wände der Häuser hinaufgleiten, macht die Sache für die beiden Geschwister auch nicht besser. Als dann auch noch ihre Großkusine Sara verschwindet und sie sich auf die Spur des gruseligen Dogen begeben müssen, beginnt für die Kinder in den Gassen Venedigs ein fantastisches Abeneuer, das seinesgleichen sucht. (Quelle: cbj Verlag)

meine Meinung:
Laqua war eines dieser Bücher, die eine gefühlte Ewigkeit auf meine SuB liegen und ich eigentlich keine Ahnung habe wieso ich sie immer noch nicht gelesen habe. In diesem Fall bin ich besonders froh, dass sich das jetzt doch geändert hat. 

Ich habe schon mehrere Bücher von Nina Blazon gelesen und die meisten haben mir richtig gut gefallen. Was ich an ihren Büchern immer besonders mag ist der Schreibstil. Sie kann einfach unglaublich gut mit Worten umgehen und schreibt zugleich locker und humorvoll aber auch unglaublich fesselnd. Die Atmosphäre die sie erschafft entführt den Leser in ein wunderschönes, magisches Venedig in welchem Vergangenheit und Gegenwart so eng miteinander verwoben sind, dass man sie teilweise gar nicht mehr unterscheiden kann.

Die Idee der Geschichte ist auch richtig schön fantasievoll und vor allem auch sehr gut ausgearbeitet. Die Geschichte ist zwar relativ vorhersehbar, dennoch hat es mir Spass gemacht zusammen mit Kristina, Jan und ihren Freunden die Geheimnisse ihrer Familie und deren Einfluss auf die Geschichte Venedigs zu entdecken. So bleibt die Geschichte zwar immer altersgerecht für Kinder, kann aber auch ältere Leser gut unterhalten.

Die Charaktere sind auch super sympathisch, nicht nur die Geschwister Kristina und Jan, auch ihre neuen Freunde Luca und Pippa, mit denen sie allerdings einen etwas schwereren Start hatte, da diese aus einer verfeindeten Familie stammen. Die Themen Familie und Freundschaft spielen beide eine grosse Rolle in der Geschichte und ich fand sie richtig gut umgesetzt. Die Kinder überwinden im Verlauf der Geschichte eine jahrhundertealte Feindschaft zwischen ihren Familien und werden durch die gemeinsamen Abenteuer richtig gute Freunde. 

8/10*
mehr Infos zum Buch

Mittwoch, 24. Juni 2015

[Waiting on Wednesday] Dreams of Gods and Monsters

Waiting on Wednesday ist eine Aktion die von Breaking the Spine gehostet wird und wo man jeden Mittwoch eine Neuerscheinung vorstellt, auf die man schon sehnsüchtig wartet.
 Diese Woche warte ich auf dieses tolle Buch:
Was würdest du geben, damit das Gute siegt?
Wie weit würdest du gehen, um deine Welt zu beschützen?
Wen würdest du retten, wen verraten?


Als der brutale Seraphim-Regent Jael seine Armee in die Welt der Menschen bringt, werden Karou und Akiva endlich wiedervereint – nicht als Liebespaar, aber in einer Allianz gegen ihren gemeinsamen Feind. Der Traum, den sie einst zusammen geträumt hatten, sah anders aus, aber sie kämpfen dennoch um Frieden und einen Neuanfang für Chimären und Engel. Und für sie beide …

(Quelle: Fischer Fjb)

Ehrlich gesagt habe ich den zweiten Teil noch nicht gelesen, aber ich freue mich trotzdem schon extrem auf dieses Buch. Der erste Teil war richtig toll und der zweite liegt schon bereit um möglichst noch diesen Monat verschlungen zu werden, damit ich den dritten Teil sofort nach erscheinen am 23. Juli verschlingen kann.

Kennt ihr die "Zwischen den Welten"-Trilogie?
Wie fandet ihr die ersten beiden Teile?

Liebe Grüsse,

Freitag, 19. Juni 2015

[Rezension] Road to Hallelujah - Martina Riemer

Quelle
Sarahs grösster Traum war schon immer einmal ganz allein in die USA zu reisen, um dort ein Abenteuer zu erleben. Doch kurz bevor dieser Traum in Erfüllung geht, stirbt ihre Grossmutter. Sarah ist am Boden zerstört, beschliesst aber die Reise dennoch anzutreten, da sie weiss dass ihre Grossmutter es so gewollt hätte. Um ihren besorgten Bruder zu beruhigen willigt sie jedoch schliesslich ein zusammen mit seinem besten Freund Johnny zu reisen, auch wenn sie nicht die besten Erinnerungen an ihn hat. Auch Johnny ist nicht gerade begeistert, dass er den Aufpasser spielen soll. Doch wenigstens haben die beiden auch etwas was sie verbindet, die Musik...

"Road to Hallelujah" ist abwechselnd aus der Sicht von Sarah und Johnny geschrieben. Am Anfang des Buches erfährt man, dass beide eigentlich nicht so begeistert sind mit der jeweils anderen Person reisen zu müssen und beide eigentlich nur Nat, Sarahs Bruder und Johnnys bester Freund, einen Gefallen machen wollen. Besonders Sarah hat nicht gerade die beste Meinung von Johnny da es, als sie noch jünger waren, einen Zwischenfall gab, bei dem Haare und ein Kaugummi im Spiel waren. Ausserdem ist Johnny ein ziemlicher Frauenheld, was man als Leser auch schon ziemlich früh in der Geschichte selbst miterlebt. Als sich die beiden jedoch das erste Mal seit Jahren wieder treffen, merkt man sofort, dass die Chemie zwischen den beiden stimmt, auch wenn es sich beide nicht so wirklich eingestehen wollen.

Das Buch ist richtig schön locker und angenehm geschrieben und konnte mich damit sofort mitreissen. Anfangs bin ich nicht so schnell vorwärts gekommen weil ich noch ziemlich viel los hatte, aber wenn man Zeit hat könnte man das Buch auch sicher fast in einem Rutsch durchlesen. Ich fand es auch richtig toll, dass die Musik in der Geschichte eine ziemlich grosse Rolle spielt, besonders da diese Sarah und Johnny von Anfang an verbindet. Zudem gibt es auch am Anfang von jedem Kapitel ein Lied, das immer super dazu passt, was im Kapitel geschieht.

Sarah war mir sofort sympathisch, ich fand es total süss, wie sie mit ihrer Grossmutter umgegangen ist und sie hat mir richtig leidgetan, als diese am Anfang der Geschichte stirbt. Sie ist immer total besorgt um andere und ihr fällt es nicht so leicht einfach so loszulassen und zu leben, was ich gut nachempfinden konnte. Ich konnte auch ihre Abneigung gegen Johnny ziemlich gut nachvollziehen, denn so wie sich dieser am Anfang aufführt wäre er mir auch eindeutig unsympathisch gewesen, wenn man nicht durch seine Sichtweise merken würde, dass er eigentlich gar nicht so cool ist, wie er immer tut.

Die Wortgefechte zwischen Sarah und Johnny waren richtig toll, auch wenn sie sich anfangs eher streiten weil sie sich nicht mögen, wird es schnell eher freundschaftlich. Teilweise fand ich es etwas schade, dass, sobald sie mal einen schönen Moment hatten, einer der beiden den anderen durch eine fiese Bemerkung sofort wieder weggestossen hat. Teilweise war es für meinen Geschmack etwas viel hin und her und Drama. Besonders gegen Ende gab es zwei, drei Momente, die für mich echt nicht hätten sein müssen. Besonders Johnny hatte leider auch ein paar Momente, wo ich sein Verhalten nicht so ganz nachvollziehen konnte.

Dabei fand ich es richtig schön, wie sich die Beziehung von Sarah und Johnny im Verlauf der Geschichte entwickelt, während sie am Anfang nur eher unfreiwillige Reisegefährten sind, die sich ständig streiten, öffnen sie sich im Verlauf der Geschichte immer mehr und merken, dass sie eigentlich gar nicht so unähnlich sind. Beide hatten keine einfache Kindheit und es fällt ihnen immer noch eher schwer anderen zu vertrauen, umso schöner war es zu sehen wie sich die zwei immer näher kommen. Daher fand ich es teilweise auch etwas schade, wenn sie wieder immer wieder Rückschläge hatten, besonders gegen Ende dachte ich sie sollten sich doch langsam etwas besser kennen. 

Während die Geschichte einige ernstere Themen behandelt gab es doch auch sehr viele humorvolle Momente, nicht nur in den tollen Wortgefechten. Eine grosse Rolle spielte dabei auch Kelsey, eine Freundin von Johnny bei der sie in New York unterkommen. Kels war wohl mein Lieblingscharakter in der Geschichte. Sie ist teilweise total überdreht, aber auf eine total süsse, liebenswürdige Art. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen und ihre offene, humorvolle Art hat zu ein paar meiner Lieblingsmomente im ganzen Buch geführt.

Ein weiterer meiner Lieblingscharaktere war Nat, er ist einfach ein total guter Mensch und obschon er es auch alles andere als einfach hat, ist er immer da für seine Freunde. Ich habe ja echt gehofft, dass er mit Bianca, der besten Freundin von Sarah, zusammen kommt. Er bekommt aber nächstes Jahr auch noch sein eigenes Buch, worauf ich mich schon total freue besonders nach den Ereignissen am Ende dieses Buches.
"Road to Hallelujah" hat mir richtig gut gefallen, teilweise gab es für meinen Geschmack etwas viel Drama, dafür gab es aber auch jede Menge tolle humorvolle Momente und eine Liebesgeschichte, die sich richtig schön entwickelt. Sarah und Johnny sind zwei tolle Protagonisten, auch wenn mir Johnny manchmal etwas auf die Nerven gehen konnte, und ich habe richtig mit ihnen mitgefiebert, dass sie nach allem was sie durchmachen mussten ihr Happy End bekommen. Mein heimliches Highlight waren aber die Nebencharaktere und ich freue mich schon total, dass einer davon seine eigene Geschichte bekommt.
 
Titel: Road to Hallelujah
Autorin: Martina Riemer
Verlag: Impress
Erschienen: 4. Juni 2015
Seitenzahl: 354 Seiten
ISBN: 978-3-646-60071-1
 
Martina Riemer wurde 1985 in Niederösterreich geboren und wohnt nun in Wien. Zurzeit ist sie als Sachbearbeiterin mit eher zahlenlastigen Arbeiten beschäftigt. Privat geht sie ihrer Leidenschaft Bücher zu lesen und eigene Geschichten zu schreiben mit Freude nach. 2014 hat sie ihre ersten beiden Bücher veröffentlicht und es damit bei Lovelybooks sogar auf Platz 5 der besten Debütautoren des Jahres geschafft.
Quelle: Carlsen Verlag