Montag, 27. April 2015

[Rezension] Love Letters to the Dead


Love Letters to the Dead - Ava Dellaira
zum Inhalt:
Für Laurel war der Tod ihrer Schwester ein grosser Schock. Die beiden standen sich sehr nahe und May war Laurels grosses Vorbild. Deshalb wählt Laurel, als sie im Englischunterricht einen Brief an eine verstorbene Person schreiben muss, Kurt Cobain, der Mays Lieblingssänger war. Doch anstatt den Brief ihrer Lehrerin abzugeben, schreibt sie immer weiter Briefe an berühmte Personen, die viel zu früh gestorben sind. Darin erzählt sie ihnen von ihrem Leben, ihrer Familie, ihrer neuen Schule, ihren Freunden und dem Jungen in den sie verliebt ist. Je länger sie schreibt, desto mehr beginnt sie sich zu öffnen und endlich Mays Tod zu verarbeiten...

meine Meinung:
Die wunderschöne Gestaltung des Buches und der tolle Titel haben mich sofort angesprochen. Die Idee hat mir von Anfang an super gefallen und auch die Umsetzung fand ich eigentlich nicht schlecht. Die Briefe sind fast wie ein Tagebuch für Lauren, doch sie haben auf irgendeine Art auch immer ein bisschen mit der Person der sie schreibt zu tun und so lernt man auch etwas mehr über das Leben dieser Persönlichkeiten. Ausserdem sieht man in der Art wie sie ihnen schreibt auch ihre Entwicklung und ich fand es einen interessanten Weg zu zeigen wie Laurel den Tod ihrer Schwester verarbeitet.

Die erste Hälfte des Buches hat mir aber teilweise wirklich Probleme bereitet. Ich hatte leider grosse Probleme einen Zugang zu Laurel zu finden. Auch wenn sie natürlich echt viel durchgemacht hat, hätte ich sie manchmal am liebsten einfach nur angeschrien, sie solle sich endlich zusammen nehmen. Mein Problem war nicht, dass sie den Tod ihrer Schwester noch nicht verarbeitet hat, sondern dass sie sich selbst so im Weg stand. Sie hat nach aussen so getan als wäre alles vollkommen in Ordnung und sich komplett verstellt. Wenn doch jemand hinter ihre Fassade sehen konnte, hat sie sich nur noch mehr verschlossen. Obschon man als Leser ihre Briefe, die fast wie ihr Tagebuch sind, liest blieb Laurel einfach sehr blass und ich konnte absolut nicht mit ihr mitfühlen. 

Was mich weiter an ihr gestört hat war, dass ihr Verhalten und ihre Gedanken auch vom Alter her irgendwie nicht zusammen gepasst haben. Vom Verhalten her sind sie mir irgendwie älter als 15 vorgekommen, aber von den Gedanken her wirkte Laurel irgendwie teilweise auch wieder viel jünger. Besonders aufgefallen ist mir das an ihrer Beziehung zu Sky. Ihre unglaubliche Verliebtheit in ihn, bevor sie überhaupt nur einmal mit ihm gesprochen hat, hat für mich einfach nicht mit der Art wie sich die Beziehung später entwickelt zusammengepasst. Sowieso hat für mich die Chemie zwischen den beiden einfach nicht wirklich gestimmt.

Da die Geschichte eher ruhig und vor allem auf die Charaktere fokussiert ist, musste ich mich die erste Hälfte des Buches wirklich fast durch die Handlung quälen. Doch als ich schon kurz davor war aufzugeben wurde die Geschichte endlich besser, natürlich nicht auf einen Schlag doch ab der Hälfte ging es für mich wirklich aufwärts. Ab diesem Punkt konnte ich auch verstehen, weshalb die Geschichte von vielen mit "The Perks of Being a Wallflower" von Stephen Chbosky verglichen wird. Nicht nur behandelt dieses Buch ähnliche Themen und die Charaktere haben gewisse Ähnlichkeiten, auch die Atmosphäre und die Gefühle, die die Geschichte in mir ausgelöst hat, waren ähnlich. 

Laurel beginnt sich endlich etwas zu öffnen und danach konnte mich die Geschichte auch immer mehr berühren. Ehrlich gesagt war mir Laurel immer noch nicht super sympathisch und ich konnte ihr Handeln noch immer nicht vollkommen nachvollziehen, doch ich konnte ganz klar mehr mit ihr mitfühlen und die Geschichte konnte mich auch endlich fesseln. Die Geschichte ist teilweise wirklich extrem traurig und man erfährt wirklich schlimme Dinge, die den Charakteren zugestossen sind. Dabei wird nichts beschönigt und alles sehr realistisch dargestellt, weshalb die Geschichte teilweise wirklich emotional wird und mich sehr berührt hat. Sie regt definitiv auch zum Nachdenken an. 

Doch die Geschichte wirkt dabei trotzdem irgendwie hoffnungsvoll, denn besonders gegen Ende merkt man, wie Laurel und auch andere Charaktere sich endlich weiter entwickeln können und sie nicht mehr von diesen schlimmen Dingen erdrückt werden. Mir hat das Ende der Geschichte wirklich richtig gut gefallen und ich wünschte nur die erste Hälfte des Buches hätte mich genauso überzeugen können. 

Fazit:  
Ich bin ziemlich hin- und hergerissen was dieses Buch angeht. Während ich mit der ersten Hälfte des Buches wirklich kaum etwas anfangen konnte, hat es sich danach immer mehr gesteigert und das Ende hat mir dann richtig gut gefallen. Ich kann das Buch nicht unbedingt weiterempfehlen, aber gegen Ende hat es mich wirklich sehr berührt und ich bereue es definitiv nicht es gelesen zu haben. 

5/10*

Buchinfos:
(Original)Titel: Love Letters to the Dead
Autorin: Ava Dellaira 
Verlag: cbt Verlag
Erschienen: 23. Februar 2015
Seitenzahl: 416 Seiten
ISBN: 978-3-570-16314-6
Gebundene Ausgabe: 17,99 €, 24,50 CHF
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Autoreninfos: 
Ava Dellaira ist Absolventin des Iowa Writers’ Workshop, an dem sie als Truman Capote Stipendiatin teilnahm. Sie wuchs in Albuquerque, New Mexiko auf. Ihren Bachelor machte sie an der Universität von Chicago. Sie glaubt, dass Love Letters to the Dead seinen Anfang nahm, als sie das zweite Mal in ihrem Leben ein Album kaufte –, Nirvanas In Utero – es sich in Schleife anhörte und dabei ihr Tagebuch vollschrieb. Heute lebt Ava Dellaira in Santa Monica, ist in der Filmbranche tätig und arbeitet an ihrem zweiten Roman.

Quelle: www.randomhouse.de/cbt/ 

Donnerstag, 16. April 2015

[Rezension] Schicksalsschwestern


Töchter des Mondes: Schicksalsschwestern - Jessica Spotswood

*Rezension kann Spoiler zu den ersten beiden Teilen der Trilogie enthalten!*

zum Inhalt: 
Obschon es Cate geschafft hat viele unschuldige Mädchen zu befreien kann sie ihren Erfolg nicht wirklich geniessen, nicht nach dem was Maura ihr angetan hat. Auch innerhalb der Schwesternschaft verhärten sich die Fronten, Inez hat die Macht übernommen und sie scheint vor nichts zurück zu schrecken, um die Schwestern an die Macht zu bringen. Cate und ihren Freundinnen ist klar, dass sie Inez nicht trauen können und sie versuchen auf ihre eigene Art den Hexen zu mehr Macht zu verhelfen, wobei sie von unerwarteter Seite Hilfe erhalten. Doch Cate hat nicht viel Zeit, Tess wird von schrecklichen Visionen heimgesucht und die Prophezeiung, dass eine der Schwestern die andere noch vor der Jahrhundertwende töten wird hängt wie ein Damoklesschwert über ihnen...

meine Meinung: 
Ich habe den zweiten und dritten Teil beinahe direkt nacheinander gelesen und daher fiel mir der Einstieg auch alles andere als schwer, denn die Geschichte geht direkt da weiter wo der vorherige Teil aufgehört hat und startet damit direkt an einem sehr interessanten Punkt. Glücklicherweise ging es auch genauso spannend weiter und in diesem Teil geschieht all das, worauf man im zweiten Teil noch vergeblich gewartet hat. 

Ich mochte es sehr wie Cate und ihre Freundinnen die Dinge selbst in die Hand nehmen und dabei sind mir die Nebenfiguren, die für mich bisher noch viel zu blass blieben, teilweise auch richtig ans Herz gewachsen. Besonders Rilla und Alice, haben eine tolle Entwicklung durchgemacht. Rilla hat sich als richtig starke Frau herausgestellt, die alles andere als auf den Mund gefallen ist und sich sehr gut behaupten kann, auch gegen Männer, die eigentlich nicht viel von Frauen halten. Auch Alice hat mich positiv überrascht, sie ist vielleicht immer noch nicht der liebenswürdigste Charakter, doch sie hat sich als wirklich intelligent herausgestellt und man merkt vor allem, dass sie das Herz doch am richtigen Fleck hat. 

Sowieso fand ich es in diesem Teil einfach toll, wie Cate und die Anderen endlich für ihre Rechte eingestanden sind und sich dabei auch von Inez nicht vom falschen Weg haben abbringen lassen. Sie kämpfen eigentlich nicht nur gegen die Bruderschaft für die Rechte der Hexen, sondern für die Rechte der Frauen allgemein und ich fand dieses Thema sehr gut umgesetzt, besonders weil dabei auch auf die Politik eingegangen wird und auch die Grenze zwischen gut und schlecht nicht einfach gerade verläuft. Nicht alle Brüder sind schlecht und auch nicht alle Hexen gut, was die Geschichte umso spannender macht. 

Doch auch der Konflikt zwischen den drei Cahill Schwestern steht natürlich noch immer ziemlich im Mittelpunkt der Geschichte. Nach dem Ende des zweiten Teils hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht, dass mir Maura irgendwann auch nur wieder ein kleines bisschen sympathisch werden könnte. In diesem Teil macht sie jedoch eine, wenn auch langsame, Entwicklung durch und man kann auch ihre Handlungsweise irgendwie etwas besser verstehen, weshalb ich sie am Ende eigentlich doch schon fast wieder mochte. 

Dagegen war Tess wohl fast der einzige Charakter, den ich in diesem Teil weniger mochte als noch im Teil davor. Dies lag wohl vor allem daran, dass ihre Beziehung zu Cate in diesem Teil manchmal etwas leidet und ich dabei Tess Verhalten nicht immer komplett nachvollziehen konnte. Ich hatte leider auch nicht das Gefühl, dass sie sich in diesem Teil noch viel weiterentwickelt hat. 

Cate dagegen blieb mir sympathisch, in diesem Teil nimmt sie ihr Schicksal endlich vollständig selbst in die Hand und man sieht dabei zu was für einer starken, intelligent und unabhängigen jungen Frau sie sich entwickelt hat. Auch die Liebesgeschichte hat mir gut gefallen, gewisse Dinge erschienen mir zwar etwas zu einfach gelöst, doch insgesamt finde ich Cate und Finn doch sehr süss zusammen.

Auch wenn dieser Teil genauso wie die vorherigen nicht super actionreich ist, wobei es in diesem Teil vor allem gegen Ende schon teilweise ziemlich drunter und drüber geht, blieb die Geschichte dennoch fast durchgehend spannend und fesselnd und hatte eigentlich auch in den ruhigeren Teilen kaum Längen. Mir hat das Tempo insgesamt also ziemlich gut gefallen, einzig gegen Ende wurden für meinen Teil ein paar Dinge etwas zu schnell abgehandelt, besonders wenn es um gewisse Opfer geht, die zu beklagen sind. Auch andere Dinge wurden für meinen Geschmack etwas zu leicht gelöst, weshalb mich das Ende zwar sehr berühren, aber nicht komplett überzeugen konnte. 

Das Cover gefällt mir sehr gut und ich könnte mir vorstellen, dass das Mädchen darauf vielleicht Maura sein könnte. Es fängt auch die tolle Atmosphäre der Geschichte wirklich schön ein. Den Titel finde ich nicht besonders aussagekräftig, aber er passt in gewisser Weise doch zu der Geschichte.  

Fazit:
Die Geschichte war dieses Mal richtig fesselnd und spannend und auch die Charaktere haben eine tolle Entwicklung durchgemacht. Schicksalsschwestern war eine klare Steigerung zum zweiten Teil und ein gelungener Abschluss der Trilogie.

8/10* 

Buchinfos:
Titel: Töchter des Mondes - Schicksalsschwestern
Originaltitel: Sisters' Fate
Autorin: Jessica Spotswood
Verlag: Egmont Ink
Erschienen: 15. Januar 2015
Seitenzahl: 384 Seiten 
ISBN: 978-3-86396-026-1
Gebundene Ausgabe: 17,99 €, 26,90 CHF

Autoreninfos: 
Jessica Spotswoods Leidenschaft fürs Schreiben und für Bücher begann schon in frühester Kindheit. Bis heute liebt sie romantische Geschichten und lässt sich von ihnen und ihren Figuren verzaubern. Nach ihrem Studium versuchte sie sich zuerst am Theater, merkte aber schnell, dass ihre wahre Berufung das Schreiben ist. Zusammen mit ihrem Mann und ihrer Katze Monkey lebt die Autorin in Washington D.C. “Töchter des Mondes – Cate” ist Jessicas erster Roman.

Quelle: egmont-ink.de

Dienstag, 14. April 2015

[Kurzrezension] Töchter des Mondes - Sternenfluch

Kurzbeschreibung:
Um ihre Schwestern Maura und Tess und ihren Verlobten Finn zu beschützen, musste Cate der Schwesternschaft beitreten – einem geheimen Bund von Hexen, der einen Aufstand gegen die totalitäre Herrschaft der Bruderschaft plant. Jetzt, da die Hexenverfolgung im Land immer schrecklichere Ausmaße annimmt, scheint Cates Magie wichtiger denn je für die Mitglieder der Schwesternschaft zu sein. Noch immer glauben sie, dass Cate das mächtige Orakel ist, auf das die Hexen schon so lange warten. Cate möchte nicht zum Spielball der Schwesternschaft werden, doch als diese Maura und Tess ebenfalls in ihre Obhut nimmt, wird sie vor eine schwierige Wahl gestellt: Denn Maura würde alles dafür tun, die Hexen an die Macht zu bringen. Selbst wenn das bedeutet, ihre Schwestern zu verraten … (Quelle: Egmont Ink)

meine Meinung:
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leider ziemlich schwer gefallen, was allerdings auch verständlich ist, da es schon über zwei Jahre her ist, seit ich den ersten Band gelesen habe. Doch auch nachdem ich wieder in die Geschichte und die Welt der Cahill-Schwestern eingetaucht bin, konnte mich die Geschichte nicht fesseln. Schon im ersten Teil war das Tempo eher langsam, doch dieses Mal hatte ich zudem bis kurz vor dem Ende das Gefühl, dass kaum etwas relevantes geschehen ist, was die Handlung vorangebracht hätte. Das Ende war dafür aber richtig schockierend und macht auf jeden Fall gespannt auf den dritten Teil.

Davon abgesehen hatte ich dieses Mal auch mit einer der Schwestern so meine Probleme. Während ich Cate durch ihre Intelligenz und ihre überlegte Handlungsweise wieder sehr als Protagonistin mochte und sie mir auch sofort wieder sympathisch war, ging mir Maura leider gehörig auf die Nerven. Im Gegensatz zu Cate deren Gedanken ich gut nachvollziehen konnte, konnte ich Mauras übertriebene Machtgier so gar nicht verstehen.

Ansonsten hat mir die Dynamik zwischen den Schwestern eigentlich gut gefallen, auch weil man immer sieht wie wichtig Maura für Cate ist, auch wenn sie nicht immer gleicher Meinung sind. Ausserdem mochte ich Tess auch total und fand die Entwicklung, die sie in diesem Teil durchmacht sehr interessant, denn für sie wird es in diesem Teil nicht gerade einfach. Ich fand es jedenfalls schön, dass auch in diesem Teil die drei Schwestern und ihre Beziehungen zueinander im Mittelpunkt standen und sich die Geschichte nicht zu stark nur auf Cate konzentriert hat.

Die neuen Nebencharakteren blieben dagegen leider ziemlich flach und besonders Alice und Rilla wirkten ziemlich stereotypisch, die eine die totale Oberzicke und natürlich Feindin der Protagonistin und die andere die super nette und etwas naive neue beste Freundin. Von den neuen Charakteren mochte ich wohl Mei noch am meisten, besonders weil man über sie und ihre Familie auch etwas mehr erfährt. Bei den restlichen Charakteren fiel es mir teilweise sogar schon schwer sie auseinander zu halten. Ausser natürlich Finn, den ich wieder sehr süss fand. 

6/10*